382 - Das große Allein
Shownotes
Claudia ist mit einer erblichen Erkrankung geboren, die sich zum Glück nur in ihrem Körper zeigt. Anders ist es bei ihrer Mutter, die von wiederum ihrer Mutter eine Schizophrenie geerbt hat. Die ersten zwei Jahre verbringt Claudia im Krankenhaus, ohne Kontakt zu dem Menschen, der sich eigentlich um sie kümmern sollte. Wie wirkt sich das alles auf ihr Leben aus?
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen bei Paula lieben Lernen.
00:00:02: Mein heutiger Gast ist Claudia und sie erzählt von einem schweren Lebensweg, der sehr geprägt wurde durch die Schizophrenie ihrer Mutter und einer großen Krankheit.
00:00:14: Trotzdem viel Spaß beim Hören!
00:00:37: Und ja, ich bin ein bisschen aufgeregt.
00:00:39: Aber positiv tatsächlich ... Okay!
00:00:43: Nicht ängstlich oder so.
00:00:44: Gut?
00:00:45: Sondern sehr positiv.
00:00:46: Ja das freut mich.
00:00:49: Weil Aufregung ist ja eigentlich auch was Schönes.
00:00:51: Es gibt Kraft, Energie, Dynamik...
00:00:54: Kann gut sein wenn
00:00:55: es da läuft.
00:00:57: Wozu wollen wir denn sprechen?
00:01:00: Ich glaube ich möchte für Sichtbarkeit sorgen und zwar im Sinne von psychischer Erkrankung meiner Familie, chronische Erkrankung meiner Person.
00:01:14: Genau das finde ich wichtig, dass zu benennen weil es zu wenig Raum hat in unserer Gesellschaft.
00:01:22: und ja Genau darum geht's.
00:01:25: Ich habe eben auf dem Weg hierher, ich bin mit meinem Roller gefahren weil der Frühling ist da und ich hab gestern zum ersten Mal selber mein Versichertenschild anmontiert.
00:01:34: sonst hab' ich immer meinen Nachbarn gebeten weiß nicht warum es sind nur zwei Schrauben.
00:01:37: naja jedenfalls ist bei mir in der Nähe so ein ganzes Gebiet wo psychisch erkrankte Menschen leben und geistig behinderte
00:01:47: also
00:01:49: tiefe Psychosen und so weiter.
00:01:51: Und da stand einer an der Ampel, der hat die ganze Zeit geschrien.
00:01:54: Früher hätte ich das vielleicht wundersam gefunden oder so.
00:01:57: Aber mein erster Gedanke heute war ... Ich verstehe dich!
00:02:00: Ich möchte auch manchmal schreien.
00:02:02: Der traut sich das.
00:02:03: Was war dein zweiter Gedankel?
00:02:06: Der zweite Gedanken war, dass es mir überhaupt keine Angst mehr macht, weil ich das kenne hier.
00:02:11: Toll.
00:02:13: Aber ich fand das nachvollziehbar, Und dieser Mensch liest, glaub ich, keine Zeitung oder so.
00:02:21: Aber wenn ich die Zeitungen aufschlage, möchte ich auch schreien.
00:02:25: Voll!
00:02:25: Zwar
00:02:26: sehr laut, genau wie er.
00:02:27: Gestern hat mir eine meiner liebsten Freundinnen alles Gute zum kämpferischen ...
00:02:36: Feministischen Kampftag.
00:02:37: Genau, gewünscht und ich hab gesagt es tut mir so leid aber heute kann ich das nicht.
00:02:43: Dieses Jahr kann ich das nicht, weil um uns herum in der Welt passiert so unglaublich viel und es ist so böse und so schlecht.
00:02:50: Und wahrscheinlich sollte ich gerade aus diesem Grund ... Ja?
00:02:55: Aber gestern hab' ich das Nicht gefühlt!
00:02:58: Ich war so dankbar dafür für alle Frauen und Männer und generell für alle Menschen die dann auf die Straße gegangen sind.
00:03:04: aber ich hatte gestern dafür die Kraft nicht.
00:03:07: Kennst du das?
00:03:08: Mir ging's gestern ähnlich.
00:03:10: Ich wollte eigentlich auf die Demo gehen, war auch verabredet und ich hab dann gemerkt ... Packt es nicht!
00:03:14: Auch nur zu vielen Leuten und so für mich geschwächt ein bisschen.
00:03:20: Total absolut, seh ich genauso.
00:03:22: Ja voll.
00:03:25: Aber vom ganz Großen auf das ganz Kleine nämlich dein Familiensystem.
00:03:31: wie siehts da aus?
00:03:34: Wilde.
00:03:35: Nein also meine Oma ist schwerste zu frehen gewesen, mütterlicherseits.
00:03:43: Meine Mutter isst schwerste Zufrehen und ich bin's glücklicherweise nicht.
00:03:49: Ich bin die Erste seit ein paar ... Ja!
00:03:52: Die dritte Generation und die erste ohne diese Erkrankung und das ist ziemlich gut.
00:04:00: Weil diese Erkrankung so unfassbar verheerend ist.
00:04:03: Und so traurig
00:04:07: auch.
00:04:07: Wahnsinnig traurig.
00:04:09: Ich war die Menschen so ... Sie sind so gefangen in ihrem eigenen und kommen da nicht raus, ja?
00:04:15: Die Medikamente!
00:04:17: Wenn sie dann Medikamente nehmen, also meine Oma hat keine Medikamenten genommen.
00:04:21: Die war ... Gut das waren ganz andere Zeiten.
00:04:23: Ja ich wollte grad sagen.
00:04:25: Ganz andere Zeiten, die war schwerst weggesperrt nennen wir es heute wirklich mal.
00:04:31: Also ich finde das sollte man so benennen weil das war's damals einfach.
00:04:35: Meine Mutter hat auch viel erlebt, aber meine Mutter ist aufgrund dessen, dass sie ihre Mutter erlebt hat.
00:04:40: Wie Pinnibel die ihre ... Dass sie nicht ihre Tabletten nennt?
00:04:44: Ist meine Mutter unfassbar, Pinnibal!
00:04:46: Wirklich also, die ist jetzt fast siebzig.
00:04:49: Aber du wirst keinen Tag erleben, wo die nicht eine Tablette vergisst.
00:04:53: und das ...
00:04:56: find ich gut.
00:04:57: Auf jeden Fall.
00:04:59: Selbst für Sorge.
00:05:01: Ja?
00:05:02: Dahingehend?
00:05:03: Ähm, aber... Dann war es das auch schon wieder, was ja schade ist.
00:05:08: Aber ich denke ... dass sie nicht da rauskommen kann.
00:05:12: Weil das würde ja auch eigene Kraft irgendwo und ich glaube, da ist so viel Schmerz, dass da keine Kraft mehr ist.
00:05:20: Wann ist das bei ihr ausgebrochen?
00:05:22: Oder hat sich gezeigt?
00:05:24: Mit achtzehn wurde's dann diagnostiziert.
00:05:28: Und wie alt war sie, als die dich bekommen hat?
00:05:31: Spät DDR-Ninzwanzig tatsächlich.
00:05:34: Und sie hat ... Wofür ich hier auch dankbar sein sollte, die ganze Schwangerschaft über kein Psychopharmaka genommen.
00:05:44: Was aber dazu führte, dass sie dann nach der Geburt sofort in die geschlossene Psychiatrie gekommen ist.
00:05:54: und um das abzukürzen wurde mit einer seltenen Erkrankung geboren.
00:06:00: Ich bin ins Krankenhaus notoperiert worden Und ich war zwei Jahre lang im Krankenhaus und meine Mutter ist zwei Jahre in der geschlossenen.
00:06:13: Das Krankenhaus wollte mich quasi schon frei übergeben ans Jugendamt Kinderheim, dann kam meine Mutter wie Phoenix aus der Asche und hat mich mitgenommen.
00:06:23: Und dein Vater, der war zufällig vorbeigehend da?
00:06:28: Nein, sie waren verheiratet beziehungsweise aber im Monat.
00:06:32: und dann hat meine Mutter gesagt nein ich möchte nicht.
00:06:34: Aber ich kann es retrospektiv jetzt auch verstehen weil er kein Verantwortungsvoller menschbar war.
00:06:41: Er war kein Mann der irgendeine Rolle übernommen hat.
00:06:45: ja also es gibt drei Kinder von drei verschiedenen Frauen.
00:06:48: Ich bin die jüngste Und für Keins hat er irgendwie Verantwortung.
00:06:53: ohne Gehalt übernammen Unterhalt Entschuldigung mich geh halt unterhalt Also ... Und war halt auch nicht wirklich da.
00:07:01: Ich glaube, dass er sehr feige war und dahin gehend zu eingeschränkt.
00:07:08: Ich kann mich erinnern aus meinen Kinderzeiten, dass der ab und an mal vorbeigekommen ist unter manch kleines Geschenk mitgebracht hat.
00:07:14: Dann auch mal ein Claudie ich hab dich lieb oder so.
00:07:17: Aber darüber hinaus ist es nie gekommen.
00:07:19: eine Rolle eines Vaters hat er ja nie ausgefüllt.
00:07:24: Ähm... Wenn du zwei Jahre lang im Krankenhaus warst und wir wissen ja, wie es um den Krankenhaus zugeht, stelle ich mir vor, dass du auch sehr wenig berührt wurdest als Kind.
00:07:34: Du lagst wahrscheinlich in der Gegend rum?
00:07:36: Das glaube ich auch.
00:07:38: Ich glaube tatsächlich das ... Also mein rudimentäres Wissens sagt mir, dass die ersten tausend Tage im Leben eines Kindes ultra wichtig sind.
00:07:49: Was Bindung angeht und sonstiges...
00:07:51: Ja, Urvertrauen!
00:07:52: Genau, Ur-Vertrauen war super viel erklärt jetzt.
00:07:56: Und da glaube ich das ist ganz doll fehlte, weil ja auch zu der Zeit es war eine der Achtziger dieses Nachkriegsding von wegen Kinder müssen alleine schlafen.
00:08:07: Also ich glaube einfach, dass die Fürsorge als solches auch in einem Krankenhaus natürlich gar nicht abgedeckt werden kann.
00:08:14: Ja und dahingehend ist ja ganz viel Nicht passiert.
00:08:20: Ja direkt.
00:08:21: Naja auch die Bindung zu deiner Mutter ihr habt euch ja zwei Jahre gar nicht kennengelernt.
00:08:26: Und
00:08:27: als sie kam war sie eine Fremde für dich?
00:08:28: Richtig genau.
00:08:30: Hat sie durfte sich dann mitnehmen.
00:08:33: Ja, also erst mal ist es unter Aufsicht.
00:08:36: Also Besucherunteraufsicht und aufgrund meiner Erkrankung ...
00:08:41: Magst du sagen was das ist?
00:08:43: Das ist eine angeborene Analatressin, nennt sich das.
00:08:46: Es ist eine Seitenerkrankungen bekommen meistens mehr Jungs als Mädchen.
00:08:50: Bei mir ist die Form, dass mir ein Schließmuskel fehlt.
00:08:53: Es gibt die untere und die obere.
00:08:55: Wenn ich das jetzt so leihenhaft erklären kann.
00:08:58: Jeder der davon betroffen ist bitte verzeiht es mir.
00:09:03: Ja, mir fehlt halt ein Schließmuskel.
00:09:04: Ich habe noch Glück gehabt, sagen wir es so.
00:09:06: Mhm.
00:09:07: Genau und... Dir fehlt
00:09:08: nur der obere?
00:09:10: Der untere.
00:09:11: Ja genau.
00:09:12: Okay
00:09:12: aber wenn ich so fragen darf ist fällt jetzt nicht einfach raus.
00:09:15: Nein!
00:09:17: Also ich merke alles, ich spüre alles ja und das ist halt das positive daran.
00:09:22: Aber es kann auch anders laufen.
00:09:24: Es kann auch anderes laufen korrekt.
00:09:25: Was
00:09:25: es alles gibt, das ist Wahnsinn
00:09:27: Das ist total Wahnsinn.
00:09:29: Und wie wenig du über deine eigene Erkrankung aufgeklärt wirst, ne?
00:09:32: Heutzutage ist das ja alles total einfach und ich hab auch dann Kontakt aufgenommen mit dem Verein, der sich mit meinen Erkränkungen auskennt.
00:09:43: Was da so für ein Netz ist ... Das ist krass von Ärztinnen und generell Menschen, ja!
00:09:50: Das ist so krass und das habe ich erst mit Mitte dreißig.
00:09:55: Weißt Du?
00:09:57: im Krankenhaus, also ich war ja mein ganzes Jugend- und Kindheit im Krankenhause immer wieder.
00:10:01: Da hab' ich natürlich Kinder kennengelernt, die ... ähm...die gleiche Form oder Art in meiner Erkrankung haben.
00:10:09: Ähm ... aber sonst im Leben nicht!
00:10:13: Und ich habe auch noch nie mit einer Frau über Sexualität mit dieser Erkankung geredet und so, ne?
00:10:19: Du musst es alles irgendwie alleine hinbekommen und das war schon ... super anstrengend Ja, genau.
00:10:27: Wenn ihr da draußen jemanden kennt, idealerweise auch eine Frau, bildet euch gerne.
00:10:32: Voll!
00:10:34: Und vor allen Dingen redet darüber ... Wir sollten aufhören... Ich sollte aufhör'n Scham zu empfinden für etwas was ich nicht kann und das ist total wichtig dass wir aufhören müssen.
00:10:48: und ich würde gern mein zwanzigjähriges Ich nehmen und es mal so kräftig drücken und sagen auf damit, was du da tust.
00:10:55: Also das alles, wenn du chronisch krank bist, versuchst du ja in einer Gesellschaft zu leben die ... chronisch kranke als solches.
00:11:04: Na ja, die haben sich halt immer so!
00:11:07: Die tun
00:11:07: nur so ne?
00:11:08: Migräne PatientInnen beispielsweise oder Reizdarm-PatientInnen.
00:11:12: Na, hey nun habt ich doch
00:11:14: mal nichts.
00:11:14: Genau, stell dich nicht an.
00:11:15: Und versuchts dich als chronischkranker Mensch in dieser Welt irgendwie... Zu integrieren und So zu funktionieren wie alle anderen.
00:11:25: Aber kannst du ja nicht!
00:11:27: Voll nicht und das ist super anstrengend, ja?
00:11:29: Und dann versuchst so in jeglicher Form es zu verbergen und dass ist schade.
00:11:39: Naja vor allen Dingen fühlt es sich sehr von dir weg.
00:11:43: Aber zurück zur Bindung.
00:11:47: Deine Mutter durfte dich dann offensichtlich irgendwann mit nach Hause nehmen Und wie ... Also hast du irgendeine Erinnerung an die ersten Jahre?
00:11:58: Nein.
00:11:59: Es gibt Kinderfotos von mir tatsächlich erst ab zweiten, dritten Lebensjahr.
00:12:04: Keine Baby-Fotos.
00:12:07: Das macht ganz schön viel mit einem.
00:12:08: Ja.
00:12:09: Das ist total krass, hätte ich nicht gedacht.
00:12:12: Aber dass du dies selber als Säugling mich sehen kannst, das ist heftig!
00:12:17: Es gibt so ein Cut... Und dann bist du so ein großes Kind, also größeres.
00:12:24: Ja!
00:12:25: Und davor gibt's irgendwie nichts als hättest du nicht existiert?
00:12:28: Das ist krass.
00:12:31: Genau, es gibt Kinderfotos von mir ab einem gewissen Alter und das war's.
00:12:36: Was ja schade ist ... Ich glaube im Rahmen ihrer Möglichkeit war sie sehr bemüht.
00:12:45: Sie hat mich auch erst später eingeschult ein Jahr später weil sie gesagt hat ich möchte dich noch ein bisschen bewahren vor dieser Welt.
00:12:51: Ähm ... ja.
00:12:56: Man kann seine Kinder leider nicht so lange bewahren, auch schon im Kindergarten nicht, ne?
00:13:00: Ich hab viel logischerweise, viel Ausgrenzung erlebt für Mobbing, vier Treten und Schlagen ... ähm ... schon in dem Kindergarden.
00:13:09: Wieso
00:13:09: logischer Weise?
00:13:12: Weil ich anders war, ne ?
00:13:14: Also, ich habe Winneln getragen bis zum zehnten Lebensjahr.
00:13:18: Ich hatte einen Anuspreter bis zum fünften Lebensjahre, das heißt ... Und früher war es ja ... Was heißt früher?
00:13:24: Also ich hatte keinen Anuspreter, also ich hatte kein Zitoma mit Beuteln.
00:13:28: Ja, als ein Künstler ja damals kam.
00:13:30: Genau, das heißt man hat es einfach mit einer Binde abgedeckt und es gibt einen Kindergartenfoto von mir.
00:13:36: da war Fasching und ich war verkleidet als Rotkäppchen und man sieht wie das durchsubbt.
00:13:42: Und das war mein tägliches Brot.
00:13:43: dann im Kindergaten so und dann kannst du dir vorstellen was da los war...
00:13:49: Wie können sie das nicht sehen?
00:13:51: die Erzieherinnen
00:13:54: Aufklärung.
00:13:56: Also ich glaube, dass alle total hilflos waren.
00:14:05: Hilflos ist die falsche Formulierung nicht wissend unwissend und okay, die Mutter kriegt es irgendwie hin?
00:14:12: Wir müssen die paar Stunden hier rumkriegen und dann ist das nicht mehr unser Problem.
00:14:17: So würde ich es benennen.
00:14:18: tatsächlich aber sich wirklich damit auseinanderzusetzen so wie's ... Wenn's gut läuft heute im pädagogischen Setting ist, sind ja Welken.
00:14:30: Genau was ich für die heutige Jugend und Kinder und Kleinskinder natürlich toll finde.
00:14:37: aber das ist ein totaler Unterschied.
00:14:39: Hattest du eine Freundin?
00:14:45: Lange Pause würde sagen nein.
00:14:49: Ich hatte ... Kinder oder Jugendliche, wovon ich dachte, das seien Freunde.
00:14:56: Aber ich wusste nicht was Freundschaft war, glaube ich.
00:14:59: Weil ja immer ganz viel mit Mobbing oder Treten oder Ausgrenzung zu tun hatte.
00:15:05: auch wenn man in einem vermeintlichen Konstrukt Freundschaft waren, war es keine Freundschaft weil das irgendwann kippte.
00:15:11: Ich war die, die Windeln getragen hat und ich war ja die E und R also genau.
00:15:19: aber tatsächlich habe ich irgendwann Tolle Freunde.
00:15:23: Und ich hab auch jetzt ganz tolle Freunde, das sind so Schierlieder, weißt du?
00:15:27: Die stehen so hinter mir und mir kann es richtig schlecht gehen und ich kann total voller Selbstzweife sein.
00:15:33: Und die stehen da okay ... Das ist eine Situation, die nicht so cool, aber du bist richtig toll!
00:15:40: Und das ist so unfassbar für Werte, ne?
00:15:44: Nein.
00:15:45: Das heißt aber all dieses Erleben, was man dann so zum Beispiel als Teenagerin hätte knutschen auf Partys, tanzen Sex vielleicht.
00:15:58: Das hattest du alles nicht?
00:16:01: Ich habe es versucht ja Aber wenn man aus einem Kindergarten rausgeht, dann nimmt man ja... Dann nehmen ja andere Kinder ihr Wissen mit in die Schule.
00:16:12: Ja also von der Sache her war es sehr schwierig auf jeden Fall.
00:16:18: Aber ich hab's versucht, ne?
00:16:19: Man versucht ja irgendwie durchzukommen und ... Ich durfte nicht schwimmen gehen wegen meiner Nieren oder so was.
00:16:28: Also das heißt, ich saß dann am Freibad, saß sich immer am Rand und hab den Kindern zugeschaut, wie sie schwimmen gegangen sind.
00:16:35: Und heutzutage gehe ich einfach schwimmen und genieße das und finde das total cool, aber find's halt so krass, dass das ... alles nicht möglich war, was aus meiner heutigen Sicht mit dem Wissen das ich habe totaler Quatsch war.
00:16:50: Ja, aber man wollte vorsichtig sein und ... Und man hat mir auch gesagt als ich sechzehn wurde und wo es dann so langsam Richtung Oberuf- und Aus- der Schule raus und so ging, wurde mir gesagt dass ich nur in einer behinderten Werkstatt ... Seien könnte...
00:17:08: Warum?
00:17:08: Das hab' ich auch nicht verstanden!
00:17:10: Aber mir wurde ganz klar gesagt dass ich mit meiner körperlichen Einschränkung, wo meine Mutter ans Herz gelegt in die Behindertenwerkstätte gehen soll.
00:17:21: Seitens der Lehrer?
00:17:22: Seitens des Ärztinnen!
00:17:24: Was ist das für ein Spaß
00:17:25: denn?!
00:17:29: Und ich sehe behinderte Werkstätte ganz...
00:17:31: Ja klar aber du bist halt also abgesehen vom Grundprinzip Aber du bist doch ja so sehr eigentlich schreckt.
00:17:41: Siehst
00:17:41: es mir nicht an genau richtig.
00:17:43: Nee,
00:17:43: aber ich meine Es würde ja überhaupt nicht ... es wäre ja nicht problematisch, dir irgendeinen Job zuzutrauen.
00:17:51: Richtig!
00:17:52: In welchem Jahr sind wir da?
00:18:00: Ja, sollte man eigentlich schon weiter sein, hätte ich jetzt gedacht, früh zweitausender.
00:18:05: Okay und du hast dann was gemacht nach der Schule?
00:18:08: Ich habe leider tatsächlich eine Ausbildung als in einer Gastronomie begonnen, Restaurantverfrau
00:18:15: Okay, das wär jetzt das Letzte, worauf ich gekommen wäre.
00:18:18: Ja voll oder?
00:18:20: Aber mein Vater ... Ich muss dazu sagen so wenig wie er sich um mich gekümmert hat, so krass wollte ich diesen Mann was ja total bezeichnet ist.
00:18:31: Ist auch
00:18:32: nachvollziehbar, ne?
00:18:33: Voll genau!
00:18:34: Ich muss noch kurz dazwischen schieben.
00:18:38: Zehnten Lebensjahr das erste Mal ins Kinderheim gekommen, weil meine Mutter eine schwere Psychose hatte.
00:18:43: Das heißt wir haben wochenlang in einer Wohnung gelebt die sehr vermühlt war.
00:18:49: es schimmelte und und und meine Mutter lag nur noch im Bett Konnte sich nicht regen konnte sich nicht gar nichts überhaupt nichts.
00:18:57: Und irgendwann war ich in der Schule ganz normal.
00:19:02: Dann kam das Jugendamt und hat mich abgeholt.
00:19:05: Wer hat denn gemerkt, dass es da irgendwas nicht in Ordnung ist?
00:19:08: Meine Mutter hat tatsächlich irgendwann die einen Notarzt gerufen.
00:19:12: Ja selber...
00:19:14: Okay aber hast du in der Zeit zu Essen bekommen oder...?
00:19:18: Ich kann mich nicht mehr dran erinnern.
00:19:20: Sagt viel.
00:19:22: Scheiße!
00:19:23: Ja genau und das war.
00:19:27: Und dann bist du halt in der Schule und du bist zehn Jahre alt.
00:19:29: Dann steht auf einmal eine fremde Frau vor dir und sagt, du kommst jetzt mit an einen Ort weil deine Mama ist im Krankenhaus.
00:19:38: Warum?
00:19:41: Ist wohl wissend was die anderen Tage davor passiert ist.
00:19:45: Dann bist du zehn Jahre old und bist immer noch sehr krank und gehst ins Kinderheim.
00:19:51: Die können ja da auch nicht mit ihr umgehen.
00:19:55: Nicht wissen, was es ...
00:19:57: Korrekt.
00:19:58: Wie lange warst du da?
00:19:59: Ein Jahr, also sechs Monate.
00:20:02: Dann wurde ich quasi den WS entlassen, weil meine Mutter aus der Psychiatrie wiedergekommen ist.
00:20:09: Meine Mutter war aber nicht meine Mutter.
00:20:11: Sie war eine vollkommen andere Person.
00:20:15: Das ging dann zwei Wochen lang.
00:20:16: Weil die Medikamente so stark waren?
00:20:18: Weil die medikamente nicht richtig eingestellt waren.
00:20:21: Also sie hat mich ... Schwerst verprügelt aufs Übelste.
00:20:26: Und es gibt eine Situation, da hab ich ... weiß ich nicht, irgendwas lapaliges.
00:20:31: Meine Schuhe nicht geputzt oder so und dann saß ich in der Badewanne und sie kamen und hat mich verprügelt.
00:20:38: Ich hab gedacht, okay das war's.
00:20:41: Hat sie dich öfter verprögelt?
00:20:43: Nein!
00:20:44: Nur in diesen zwei Wochen.
00:20:47: Sie hat mich nie angefasst.
00:20:50: Sie hatte nur in der Phase der Psychose.
00:20:53: Hat sie das getan, aber außerhalb dessen.
00:20:56: Nein!
00:20:57: Sie ist der liebste Mensch.
00:20:58: Wenn du sie treffen würdest, wirst du denken, die ist ja freundlich und lieb ... Das war auch nicht meine Mama, das war die Krankheit, das weiß ich.
00:21:06: Ja, das weißt du jetzt als Kind?
00:21:07: So wahrscheinlich
00:21:08: nicht.
00:21:10: Genau.
00:21:11: Hat dir jemand geholfen?
00:21:13: Ich bin dann irgendwann zu Kinderärztin, weil ich regelmäßige Termine hatte aufgrund meiner Erkrankung Und dann bin ich in den Jugendnotdienst gekommen, weil ein Heimplatz muss ja auch beantragt werden und so.
00:21:29: War dann zwei Wochen lang im Jugendnot-Dienst und bin dann wieder zurück ins Kinderheim und wurde da begrüßt mit der Frage was ich denn getan hätte, dass meine Mutter mich schlägt ... Ich müsse ja daran Schuld sein!
00:21:42: Also auch da Aufklärung ne?
00:21:44: Ich sage es immer wieder auf Klärung niemand hat diese Leute aufgeklärt.
00:21:49: Niemand hat gesagt Hey, sie war eine schweren Psychose.
00:21:54: Sie war nicht korrekt eingestellt und das war krass, das war schlimm.
00:22:00: Weil du gedacht hast, du hast jetzt Schutz ... Und irgendwie war der nicht ganz gegeben?
00:22:04: Das war nicht toll.
00:22:07: Und als du dann da wieder weg musstest nach einem halben Jahr oder was aus dem Heim, hattest du Angst, nach Hause zu gehen?
00:22:16: Das zweite Mal, als ich da nach dem Schlagen ... Ja tatsächlich.
00:22:21: Es gab eine Situation, da lag meine Mutter und ich wir lang auf der Couch.
00:22:26: Wie nennt sich das?
00:22:27: Kopf hier, Kopf da.
00:22:28: Also Seitenverkehrt ja.
00:22:29: Und sie ist mit einem Ruck hoch!
00:22:32: Da hab' ich die Hände vom Kopf gemacht und gesagt schlag mich bitte nicht.
00:22:35: Und da hat's ihnen Träne ausgebrochen und sagte dann noch dass ihr Leidtäter und so...
00:22:42: Ja?!
00:22:43: Aber das war halt vorhanden, nachdem was passiert ist.
00:22:46: Ja klar.
00:22:47: Ähm ... ja okay scheiße dazu fällt mir jetzt nichts anderes ein.
00:22:55: Das ist
00:22:55: auch okay.
00:22:56: ich glaube das ist ganz gut was es benennen.
00:22:58: Scheiße ne?
00:22:59: Ja voll.
00:23:02: Genau!
00:23:03: Das schlimme
00:23:03: als Kind ist ja dass du so wahnsinnig ausgeliefert bist ne?
00:23:06: Du hast da gar keine andere Chance als zu sagen ja ok macht mit mir was ihr wollt
00:23:12: Eben, genau.
00:23:13: Du bist so eine Situation sei es nur im Heim einer Situation.
00:23:18: Sei es der Mutter gegenüber, sei es der Schule gegenüber, dem Kindergarten gegenüber.
00:23:25: du bist nur ausgeliefert und wenn du Glück hast ist da jemand, der auf dich aufpasst.
00:23:32: Und wenn du Pech hast, ist da keiner mit all dem, was dich umgibt.
00:23:39: Ja also in meinem Fall dann die Erkrankung der Mutter, der nicht vorhandene Vater ... In der Zeit wo ich das erste Mal im Kinderheim war auch kurzzeitig da war und ich dann aber wieder ins Krankenhaus musste er mich abgeliefert hat und ich ihn nie wieder gesehen hab.
00:23:57: Also dahingehend zu der Feigheit des Vaters ne?
00:24:02: Da viel schief gegangen wahrscheinlich.
00:24:06: Klingt so!
00:24:07: Voll, oder?
00:24:08: Klingt nicht sympathisch.
00:24:10: Wie
00:24:10: waren die Jahre danach Richtung Pubertät?
00:24:13: War sie gut eingestellt?
00:24:14: War zu Hause soweit stabil dass du existieren konntest?
00:24:19: Ja doch aber ich glaube tatsächlich retrospectiv das was Schule angeht eine Bildung und ein Weg mit einer Ausbildung mir besser getan hätte, wenn ich im Kinderheim geblieben wäre.
00:24:37: Weil da werden Hausaufgaben mit dir gemacht.
00:24:41: Da wird geguckt wie ist dein Schriftbild?
00:24:43: Da wird nach deinen Hausaufgammen geschaut oder nach dir geschaut?
00:24:47: Lass es so gewesen sein, wie's war!
00:24:49: Lasst es diffizitär sein.
00:24:50: okay aber dadurch dass sie auch einen Auftrag haben Glaube ich einfach, dass das für meine Bildung und für meinen Schulweg einfacher gewesen wäre.
00:25:03: Ja?
00:25:04: Und ich bin kein großer Freund davon, Kinder wieder zurückzuführen in ihre Ursprungsfamilie.
00:25:11: Ich finde das ganz furchtbar.
00:25:13: diesen Grundgedanken auch.
00:25:16: Weil ich beispielsweise in der Situation, als meine Mutter mich geschlagen hat ... Ich wusste zu Gericht es ging ums Sorgerecht oder Aufenthaltsbestimmungsrecht und ich wurde angehört Und ich weiß noch, ich war so klein zehn Jahre alt.
00:25:29: Ich saß da in diesem Riesengerichtsgebäude auf einer Bank und wartete quasi auf den Termin ... Und ich hatte eine Todesangst, dass meine Mutter um der Ecke kommt.
00:25:41: Ja?
00:25:42: Und diese Rückführung auch für das, was ich gesehen habe im Kinderheim, ähm ... Ich glaube, dass ...
00:25:53: Weil die Kinder natürlich wiedergekommen sind im Kinderheim.
00:25:57: Ja, natürlich.
00:25:58: Oder aber weil du dann gesehen hast außerhalb der Hallen des Heims wie die Rückführung gelaufen ist, wie die Kinder sich entwickelt haben... Es gibt sehr wenige von uns, die einer sozialpflichtigen Beschäftigung nachkommen und vielleicht gutes Leben führen, also jetzt von außen gesehen.
00:26:28: Ich kann es natürlich nicht im Inneren ... Ja!
00:26:31: Und das ist halt schade, dass sind Menschen und Seelen die man hätte, theatralisch genannt retten können ja?
00:26:41: Die man hätte auffangen müssen.
00:26:44: Das wäre wichtig gewesen.
00:26:46: Es gibt da so ein Bruderpaar Der eine tot der andere auf der Straße Reden können.
00:26:54: Genau, ja.
00:26:55: Ich bin da auch sehr zwiegespalten, weil ... Emotional hatten mir die Rückführung nicht gut getan.
00:27:03: Aber inhaltlich schon!
00:27:06: Weil meine Pflegeeltern waren halt sehr klein im Denken.
00:27:14: Also der Submarant ... Nee, wie sagt man Tellerrand war so hoch?
00:27:18: Der ist unerreichbar.
00:27:20: Da wurde nie drüber geschaut.
00:27:23: Und ich wäre ... ja, ich glaube, ich wäre nicht so gut gewachsen.
00:27:31: Wäre ich dort geblieben?
00:27:33: Aber emotional vielleicht weniger verletzt logischerweise, ne?
00:27:39: Ich find die Betrachtung voll interessant, ja!
00:27:42: Also auf der einen Seite beschreibst du ein Wachstum und auf der anderen Seite beschreibst du die Zerbrechlichkeit des Ganzen, der Schmerz das Ganzen Ja... Es wäre ja schön gewesen, wenn der Wachstum ohne den Schmerz passiert wäre.
00:28:01: Das wär wirklich ein Gewinn gewesen ...
00:28:05: Ist aber nicht.
00:28:06: Würdest du, wenn du das zurückdrehen würdest, dürftest und könntest, würdest du diesen Punkt auslassen?
00:28:14: Oder würdest Du sagen grade, der Wächtsum ist mir so wichtig, dass ich den Scherz dafür in Kauf nehme?
00:28:21: Ja!
00:28:23: Also, meine Pflegeschwester und mein Pflegebutter sind super liebe Menschen.
00:28:29: Aber ... mein Intellekt, die Weltsicht,
00:28:35: die
00:28:35: Weltweite, die hab ich von meiner Mutter.
00:28:38: Also, ne?
00:28:39: Darum ist da der Benefit größer.
00:28:41: aber natürlich ärgere ich mich oder ja das ist das was ich am meisten vorwerfe dadurch dass sie sich eben nicht um ihr inneres Wachstum, um ihre Heilung gekümmert hat.
00:28:54: Dass ich an den Wunden auch heute noch zu tragen hab, ne?
00:28:57: Total!
00:28:59: Und das finde ich das Unfaire daran.
00:29:03: Aber ich würde nicht tauschen.
00:29:04: Nee ... Ich glaube, ich wäre eine kleinere Seele sonst weniger verletzt aber kleiner.
00:29:13: Schön formuliert.
00:29:14: Ja, versteh ich total.
00:29:16: Fühl' ich auch total tatsächlich Ja.
00:29:20: Wie ist bei dir?
00:29:25: Ich empfinde es genauso wie du, dass ich jetzt mit fast vierzig ... Also meine Mutter ist ja so unfassbar voller Schmerz.
00:29:36: Es gibt ja nichts Positives.
00:29:38: Sie ist zum einen, dass sie komplett alleine ist.
00:29:41: Sie hat keine Freunde und kein soziales Umfeld, wie es leider auch oft bei dieser Erkrankung ist.
00:29:50: Sie hat nichts Positives zu berichten, weißt du?
00:29:54: Und ... Ich möchte, wenn ich sie immer so gesehen habe.
00:29:59: Ich möchte ihren Schmerz nicht.
00:30:01: Mhm!
00:30:01: Und ähm ... Ich glaube auch nicht, dass das ihr alleiniger Schmerzt ist.
00:30:05: Ich glaube, dass es auch von ihrer Mutter ist und ich möchte das nicht.
00:30:09: Ich will diesen Schmerzen nicht, null gar nicht wirklich überhaupt nicht.
00:30:14: Aber er ist leider ein bisschen da.
00:30:16: Leider-leider ist er da.
00:30:18: Es gibt sehr schlechte Tage Und es gibt natürlich auch sehr gute Tage.
00:30:23: Es gibt Tage, an denen ich mich ganz doll darauf besinnen muss, wie weit ich gekommen bin, wie ich lebe, wie selbstbestimm dich lebe und was das für ein Privileg ist bei meiner Geschichte so leben zu können.
00:30:39: Das ist manchmal sehr anstrengend, sich das immer wieder reinzuholen und wiederzugeben.
00:30:48: Ich sollte sanft damit sein!
00:30:51: Genau, das wäre glaube ich wichtig.
00:30:53: Ich hätte gerne vieles ausgelassen allerdings bin ich mir nicht ganz sicher ob ich dann diese widerständige Person wäre die ich heute bin und ich glaub da wär auch was verloren gegangen was vielleicht wichtig wäre.
00:31:09: Ja es ist ja sowieso müßig zu lange darüber nachzudenken weil es süß ist
00:31:16: genau und deshalb
00:31:17: wird niemals anders sein
00:31:18: Genau.
00:31:19: Deshalb müssen wir uns mit diesem Schmerz in irgendeiner Form beschäftigen oder versuchen, das aufzuspalten.
00:31:26: Aber ich glaube tatsächlich ... dass der immer bleibt und mal lauter und mal leiser ist.
00:31:34: Leider!
00:31:35: Und einfach ein Teil meines Lebens ist...
00:31:40: Ja.
00:31:41: Ich fürchte auch.
00:31:42: Ja?
00:31:43: Das ist okay.
00:31:44: Also die Akzeptanz.
00:31:47: Da hingehend.
00:31:48: Was ja total schwer ist, ne?
00:31:50: Bist du die einzige Bezugsperson deiner Mutter?
00:31:53: Ja... Ähm
00:31:57: ... Hast du Angst dass die Schizophrenie auch bei dir ausbricht?
00:32:01: Nein ich bin safe!
00:32:02: Ich werd jetzt vierzig.
00:32:04: Berichtest immer davor aus?
00:32:06: Naja also Statistik, es gibt die Statistika und die Statis sagt umso älter ich werde, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit.
00:32:13: natürlich gibt es auch außerhalb dessen.
00:32:18: Man sagt so Mitte dreißig, da hatte ich unfassbare Angst.
00:32:22: Ich hatte so eine Angst Mitte Dreißig.
00:32:26: Jetzt werde ich vierzig und die vierzig ist für mich diese goldene Marke.
00:32:30: Ja das ist wirklich... Okay ich habe es geschafft!
00:32:33: Ich habe diese Erkrankung nicht und die Wahrscheinlichkeit wird statistisch von Jahr zu Jahr ab jetzt noch kleiner.
00:32:39: Ich bin darüber hinaus und dass ist so unfassbar gut.
00:32:44: also Ich glaube, mich so weit zu beobachten, dass ich es mitbekommen würde.
00:32:49: Und ... ich hab eine kleine Angststörung und ich habe depressive Phasen.
00:32:54: Und ich mache auch Therapie.
00:32:57: Ich hoffe und glaube, dass sich mich soweit selber beobachte, dass wenn die Podromalfase eintritt tatsächlich ich das sehen kann.
00:33:06: Ja?
00:33:07: Aber ich glaube tatsächlich, dass nicht an dieser Erkrankung erkranken werde.
00:33:13: Gut!
00:33:14: Ich glaube das jetzt
00:33:15: auch.
00:33:16: Cool.
00:33:18: Erzähl mal, wie sich dein Beziehungsleben gestaltet hat?
00:33:26: Also ich hab in meinen Zwanzigen natürlich Bestätigung darüber geholt, wie viele Männer dich attraktiv finden heutzutagewicht... Wir ganz doll haben gerne Wasser im Kopf werfen und wir denken, mein Gott Mädchen.
00:33:42: Aber
00:33:42: was haben wir alle gemacht fürchte ich?
00:33:44: Oder?
00:33:45: Das ist jetzt die nächste Frage.
00:33:47: Haben wir das alle wirklich so getan oder ist es nur ein Zeitding gewesen aus den Zwei Tausenden?
00:33:53: Ich weiß es nicht.
00:33:53: Aber das beruhigt mich.
00:33:54: wenn du sagst dass wir das alles... Also
00:33:56: ich weiß nicht ob's alle waren aber ich auf jeden Fall.
00:33:59: Und dann bin ich beruhigt.
00:34:00: Ja.
00:34:01: Und das finde ich ein bisschen schade weil ich hab heute Morgen noch darüber nachgedacht.
00:34:08: Ähm ... Ich habe mir Männer ausgesucht, nachdem wie sehr sie mich beschützen können.
00:34:14: Körperlich?
00:34:14: Welche Stärke sie ausdrücken können.
00:34:17: Findest
00:34:17: du das nicht nachvollziehbar?
00:34:19: Voll!
00:34:19: Natürlich find ich es total nachvollziebar.
00:34:21: Damals war mir das nicht klar.
00:34:23: Heute ist mir das klar.
00:34:25: Aber ähm ... Ja, konnte ja nur nach hinten losgehen, da ist ja klar.
00:34:31: Na ja, es gäbe sicher jemanden der beides hätte gekonnt hätte aber Ja.
00:34:38: Aber wir wollen noch Leute, die unser Nervensystem beruhigen und nicht
00:34:42: es
00:34:44: Feuerflamme regnen lassen ...
00:34:47: Ich meine nur nicht jeder, der körperlich stark ist auch gleichzeitig emotional unzulegenlich.
00:34:53: Das
00:34:53: waren die größten Teils auch nicht... ja also das muss man einfach so benennen weil Männlichkeit dieses Bild eines Mannes Das ist auch weit von dem entfernt, wie ich das heute fühle.
00:35:10: Aber weil du gesagt hast, du hast dir die Männer ausgesucht nach dem Maße des Beschützertums?
00:35:14: Da dachte ich es geht um körperliche Attribute.
00:35:18: Auch
00:35:18: da sind natürlich die körperlichen Attribüte.
00:35:20: aber auch wie laut ist er, wie präsent ist er in einem Raum?
00:35:23: Ist der da?
00:35:24: Ist er stark?
00:35:25: Guckt man hin und so?
00:35:27: Natürlich klar!
00:35:28: Und ja, das war ... witzig Erfahrungsreich, ich möchte es nicht missen.
00:35:36: Es war viel Spaß, viel Traurigkeit ... aber keine Konstante darin.
00:35:45: Also hattest du keine langfristige Beziehung?
00:35:48: Immer zwei Jahre!
00:35:51: So mit drei verschiedenen Männern zwei Jahre.
00:35:55: Genau, das ist alles in meinen Zwanzigern gelaufen und dann hab' ich ja mit Ende zwanzig.
00:36:00: Ich hab noch mal eine Ausbildung gemacht und bin dann weggezogen.
00:36:04: Und da war auch mal so, ja?
00:36:08: Oder ich habe mich ja größtenteils immer verliebt, er war ja klar!
00:36:12: Und habe danach geschmachtet, dass er mich sieht und entdeckt.
00:36:19: Ja, blieb dann leider aus.
00:36:20: Dann bin ich vor fast zehn Jahren nach Berlin gekommen.
00:36:26: Hier hatte ich sehr viel mit mir zu tun ... Und ich hatte dann, zw.
00:36:36: zwanzig kurz bevor Corona kam und Lockdown und alles, hatte ich eine meine letzte große Operation wahrscheinlich für den Rest meines Lebens.
00:36:47: Das war sehr gut, sehr erfolgreich, sehr toll.
00:36:53: Natürlich hat man so Dating-Apps ausprobiert und so.
00:36:56: aber also davon kommen wir mal weg Weil das ist nicht, es soll nicht meine Story sein.
00:37:04: Ich möchte nichts ... Also ich glaube, dass das ein gutes Instrument ist?
00:37:08: Aber nicht
00:37:09: für mich!
00:37:12: Und dann hab' ich eine neue Arbeit gefunden und da ging die Tür auf und sie kam rein und ... Dann war's um mich geschehen!
00:37:21: Guck an!
00:37:22: Ja ja, guck an!
00:37:25: Wir waren auch zwei Jahre zusammen aber es war wenig schön sehr viel Schmerz, weil ... Bindungstyp ängstlich.
00:37:35: Bindungestyp vermeidend.
00:37:37: Sollte man vielleicht lassen?
00:37:38: Ja!
00:37:40: Und ich war total bereit.
00:37:41: Weißt du, ich war so sechs Jahre alleine.
00:37:44: War nicht mehr für großartig verliebt oder so.
00:37:46: Hab mich um mich gekümmert und ... Ich war so bereit, wenn jetzt jemand kommt, ich bin total bereit mit dir all inzugehen, so dermaßen.
00:37:54: Und sie wars aber nicht.
00:37:56: Dann
00:37:58: hat sie sich getrennt.
00:37:59: Nee,
00:38:00: also Sie würde sagen wir haben uns getrennet.
00:38:04: aber ich bin der Meinung dass ich schlussendlich gesagt habe Ich gehe ja weil das war nicht mehr aushaltbar ne?
00:38:11: Das waren zwei Jahre von.
00:38:13: Ich hab irgendwann gesagt, wir machen bitte ne Paar Therapie.
00:38:17: Ansonsten bin ich weg.
00:38:18: Das haben wir dann auch gemacht und es war immer danach zwei Wochen ein High.
00:38:23: Es war total schön und so ja?
00:38:24: Und ich hab gedacht, da wollte ich sie an Therapie ranführen.
00:38:27: Schau mal!
00:38:28: Das ist gar nicht so bedrohlich.
00:38:30: Therapie ist toll.
00:38:31: Nimm die Therapie los!
00:38:33: Ja weil auch ihre Geschichte natürlich furchtbar ist.
00:38:38: Also was heißt natürlich leider furchтbar isst ... dass sie ja viele Spuren hinterlassen hat.
00:38:43: Aber ... Sie geht lieber reisen, als dass die zu Therapie geht, was ja schade ist.
00:38:49: Aber das ist ihre Entscheidung?
00:38:51: Total!
00:38:52: Genau.
00:38:53: Und
00:38:53: seitdem bist du wieder Single?
00:38:55: Ja, seit einem Jahr jetzt.
00:38:56: Mhm.
00:38:57: Und wie geht es dir damit?
00:39:01: Die zwei Jahre waren so schmerzhaft, weil das immer ein heiß Kaltspiel war.
00:39:08: furchtbar und es war ja ... Es gab so viele Situationen, da hätte ich sie gebraucht.
00:39:14: Eine Bekannte ist gestorben an Brustkrebs sehr früh mit Mittevierzig.
00:39:21: Es gibt so viele Momente, da hätt ich sie als Partnerin an meiner Seite richtig gebraucht aber war sie nicht da und das war alles sehr schmerzhaft.
00:39:29: und das muss sich erst mal verdauen.
00:39:32: und ich glaube ich bin noch beim Verdauen Und ich würde heute sagen, mir geht es gut.
00:39:37: Heute ist ein schöner Tag!
00:39:38: Ich bin hier und freue mich.
00:39:42: So generell werde ich jetzt beispielsweise gekündigt und was positiv sein kann oder sagen wir es anders?
00:39:52: Ich achte es als positiv tatsächlich weil ich den Job nicht so gerne mag.
00:39:59: Ich bin total der Fan davon, wenn sich eine Tür schließt.
00:40:02: Da öffnet sich irgendwas und manchmal kann das richtig toll werden.
00:40:07: Das hat mir mein Leben gezeigt.
00:40:09: Hast du ne Ahnung in welche Richtung sich die Tür öffnen sollte?
00:40:15: Hm... ich hab Wünsche!
00:40:19: Also ich bin der Meinung dass es eine Beziehung immer die Kirche auf der Torte sein sollte.
00:40:26: Das heißt, das Fundament sollte schon da sein?
00:40:28: Das Fundament soll bereinigt sein!
00:40:30: Ich fühle mich noch nicht so als dass dieses Fundament die Torte bereinig ist und daher würde ich jetzt auch nicht daten... Ich habe es mal versucht, habe mir eine App runtergeladen, hab' mich mit einer sehr netten Dame getroffen aber ich habe so gespürt so, nee, ich muss alleine bleiben und ausbluten und dann wieder neue Kraft tanken.
00:40:52: Genau, ich habe Wünsche.
00:40:53: Ich möchte natürlich beruflich würde ich gerne einen Beruf machen der mir sehr viel Sinn gibt, der mich sehr erfüllt.
00:41:03: das ist mir wichtig.
00:41:05: tatsächlich
00:41:06: wenn du sagst was es ist vielleicht findet sich ja jemand der einen hat?
00:41:10: Ich würde total gern in die Erzieher Richtung gehen weil ich glaube Menschen mit meiner Lebensgeschichte sind da sehr gut platziert in der Richtung Genau, aber natürlich ist auch immer alles eine finanzielle Sache.
00:41:24: Berlin ist teuer.
00:41:26: Ich sitze leider immer noch in einer sehr großen Wohnung, die ich total liebe, aber sie ist auch sehr teuer ...
00:41:31: Wo ihr zu zweit drin wohnt.
00:41:33: Ja und ... Aber ich würde auch gerne ungern ausziehen.
00:41:38: Ich möchte mich weiterbilden und möchte schauen, wohin das geht.
00:41:42: Es würde mich freuen, wenn es in die pädagogische Richtung geht, weil da bin ich ganz gut platziert.
00:41:47: Und dann würde ich gerne Soll wieder irgendwie die Tür aufgehen und irgendjemand kommt rein.
00:41:56: Und dann soll's diesmal gut werden, weil ich dann bereit sein werde so wie beim letzten Mal.
00:42:03: Und so richtig mit allem und all in.
00:42:06: Genau!
00:42:11: Was sind deine größten Ängste?
00:42:13: Also bei mir ist es zum Beispiel Verlustangst.
00:42:16: Das ist meine größte Angst.
00:42:18: Ich glaube das ist wirklich Konsequenz dieser ... emotionalen Unruhe und Instabilität, die ich erlebt habe.
00:42:27: Mhm.
00:42:28: Zurückweisung ist für mich ein Schmerz ... Das ist krass!
00:42:34: Also mit Zurückweisung auch jetzt im Setting mit meiner Ex-Freundin weil sie mich ja zurückgewiesen hat oder die Tür geschlossen hat wenn ich geweint hab.
00:42:46: Ich muss dazu sagen, ich bin sehr emotional Und weine sehr schnell und sehr viel.
00:42:53: Aber diese Zurückweise Das ist ... doll.
00:42:59: Und natürlich hab ich auch Verlustängste, aber ich glaube zurückgewiesen zu werden, ist für mich mittlerweile schlimmer als Verlustengste.
00:43:07: Ich glaube die haben sich ein bisschen minimiert weil ich ja so gute Menschen um mich habe.
00:43:14: Ich habe ja das Privileg sagen zu können dass ich nicht viele, aber sehr, sehr gute Menschen.
00:43:21: Da habe ich die mit Pompons hinter mir stehen, mich bejubeln und beglatschen.
00:43:27: Und das hält sehr viel auf.
00:43:32: Tatsächlich würde ich nicht von Verlustangst reden, sondern ... Ich hab Angst vor Zurückweisung, weil mir das am meisten weh tut.
00:43:41: Ja.
00:43:43: Fühlst du dich von deiner Mutter geliebt?
00:43:48: Ja.
00:43:50: Total!
00:43:52: Ich hab mal ... Im Rahmen meiner Selbstfindung hab ich mal mir so ein Buch gekauft und habe mal versucht, das so durchzuackern.
00:44:02: Welches Buch?
00:44:04: Stefanie Stahl, Das innere Kind ... Danke!
00:44:07: Genau.
00:44:09: Ich hab's versucht... Und hab es dann nach einem Viertel weggeworfen.
00:44:15: Ging raus.
00:44:16: Super, danke!
00:44:18: Weil ich gedacht hab so ... äh ... Nee, also meine Mutter hat mich ja auch schon geliebt.
00:44:24: Die wollte mich schon!
00:44:25: Also sie wollte mich.
00:44:27: Ich war ein absolutes Wunschkind, das erzählte sie mir jedenfalls.
00:44:30: Kann ich natürlich nicht eruieren.
00:44:33: Aber die hat mich gelebt und liebt mich eventuell noch, auch wenn wir aktuell keinen Kontakt haben auf ihrem Wunschen.
00:44:42: Weil ...
00:44:45: Sie wieder mal eine Phase hat... wo sie es nicht kennen, ich möchte nicht will.
00:44:53: Ich hoffe nur für mich tatsächlich, dass das letzte Mal ist für mich und dass sich dann nicht wieder anknöpfe wenn sie kommt.
00:45:02: weißt du wie ich meine?
00:45:04: Sondern stark und standhaft bleiben kann also natürlich da sein werde wenn die Hütte brennt bis zum Abwinken ja aber ansonsten
00:45:15: sind das große Verletzungen für dich wenn sie sagt Du jetzt nicht.
00:45:20: Sagt sie dir das oder macht sie es einfach?
00:45:22: Nee,
00:45:22: Nisi sagt das mir.
00:45:24: Erst wird sie immer leiser und meldet sich immer weniger.
00:45:27: Dann spreche ich an und dann sagt sie's nicht sofort aber der meldet dich ein paar Tage später und sagt du ich möchte keinen Kontakt mit dir.
00:45:35: Entschuldige deine Frage noch mal!
00:45:37: Ja nee, ich hab schon direkt die nächste nämlich ist das um dich zu schützen weil sie merkt sie driftet ab in Ein Schub?
00:45:46: oder ist es, weil sie überfordert ist?
00:45:51: Also wie interpretierst du das.
00:45:52: Es ist,
00:45:52: weil ich nicht gut und böse bin.
00:45:55: Ja eventuell ein Schub.
00:45:57: Genau.
00:46:00: Aber es kann ja auch sein dass instinktiv Sie weiß damit es nicht wieder passiert so wie damals wenn auch auf emotionaler Ebene vielleicht Dass die dann sagt wir machen schnell die Tür zu damit ich alleine bin in meiner Zelle quasi Das gab's
00:46:16: nicht.
00:46:16: Es hat nichts mit meinem Schutz zu tun, das glaub ich nicht.
00:46:20: Also sie sagt ja mal auch, wenn ich sie so konfrontiere oder konfrontiert habe ... also mit Krankenhaussituationen, weil er völlig ausgeliefert war.
00:46:30: Ärzte innen gegenüber ein Kind mit einer seltenen Erkrankung und der Suchung... So viele Untersuchungen, wo ich mich jetzt heutzutage frage, war das wirklich richtig?
00:46:43: Und ich sie damit konfrontier, sagt sie mir, ich hab nichts falsch gemacht!
00:46:46: Ich sag doch, Mutter du hast was falsch gemacht.
00:46:50: Und bitte hör mir zu weil das sind meine Wunden und das ist mein Problem jetzt.
00:46:56: ja ich war schutzlos ausgeliefert.
00:46:59: man hat jede Operation mit mir gemacht die man machen wollte machen konnte.
00:47:05: ich möchte niemand unterstellen dass es bösartig waren keins der weise.
00:47:09: Ich glaube, dass da vieles gelaufen ist.
00:47:11: Was nicht hätte laufen müssen wenn jemand da gewesen wäre der präsent gewesen ist und der mitgedacht hatte.
00:47:17: Meinst du die haben sich medizinisch auch ein bisschen ausgetobt da zu gucken was geht?
00:47:22: Ach da ich selber im Krankenhaus habe auf der einen Seite ja, auf der anderen Seite nein Es ist so schwierig!
00:47:29: Ich glaube tatsächlich das der Professor damals wirklich gute Absichten hatte.
00:47:33: beispielsweise war Ich wurde mitgenommen zur Vorlesung bei Studierenden.
00:47:40: Ja, da hat mein Professor mich ... Nein, das ist gut!
00:47:43: Da hat mein Professor mich gefragt, Claudie möchtest du mitkommen?
00:47:46: Hast du Bock drauf?
00:47:47: Ich fahre da heute hin und ich möchte dich gerne vorstellen und die würden gerne vielleicht mit dir reden.
00:47:54: Und dann hab' ich diesen Hörsaal gesehen.
00:47:56: Es war halt so eine ganz alte Hörse, all der ging halt so hoch.
00:47:59: Das war so schön.
00:48:01: Und junge Menschen, die mir Fragen gestellt haben, und es war voll schön.
00:48:07: Und dieses kleine Szenäriemädchen hat da beschlossen, dass sie studieren muss irgendwann in ihrem Leben.
00:48:14: Ja und ich glaube das die es tatsächlich nicht so schlecht meinten.
00:48:21: aber auch jetzt in den Gesprächen mit dem Verein SomaEV habe ich herausgefunden, dass bei vielen betroffenen Menschen... Ich weiß nicht wie ich das ausdrücken soll Dinge gelaufen sind oder schief gelaufen, oder zu viel gelaufen.
00:48:44: Weil man eben eine seltene Erkrankung hat.
00:48:54: Was ist für ne Geschichte?
00:48:59: Was is dein Wunsch für die Zukunft deiner Mutter betreffen?
00:49:01: Das konnt ich jetzt nicht so ganz interpretieren.
00:49:04: Wünscht du dir tatsächlich dass der Kontaktabbruch final ist... Also weil's krank?
00:49:12: für mich so!
00:49:13: Ja, das wünsche ich mir.
00:49:15: Also es sind ja zwei Paar Schuhe.
00:49:17: also der Frage entnehm ist wie was wünschte ich für mich und was wünsche meine Mutter?
00:49:23: Für mich wünsche Ich mir dass ich standhaft bleibe wenn sie kommt circa halbes Jahr so ungefähr sowas jedenfalls beim letzten Mal weil mit dieses jahr dieses mal sehr wehtat.
00:49:33: ja Sie hat mich in einer schweren zeit sehr doll alleine gelassen obwohl ich gesagt habe ich brauche dich bitte kommen Und das ist natürlich ... für jemanden mit so einer Geschichte, da bin ich nicht die fast vierzigjährige.
00:49:50: Da bin ich die Kleine.
00:49:53: Das kleine Kind, was alleine gelassen wurde so oft.
00:49:56: Ja?
00:49:56: Das macht ganz viel mit einem und es ist sehr schmerzhaft.
00:50:02: Genau!
00:50:03: Dieser springende Punkt hoffe ich, dass mich das dazu weiterhin meine Haltung habe nicht auf weiteren Kontakt eingehen.
00:50:16: Aber sie ist ja auch gar nicht die Person, die in der Lage wäre dir zu helfen oder dich zu unterstützen?
00:50:22: Es geht um ihre Anwesenheit!
00:50:24: Es geht nicht um Geld, es geht nicht nur um helfende Hände.
00:50:28: Es geht nur um Ihre Anwesenheit.
00:50:30: wenn deine Mutter dich umarmt und das war eine Zeit lang aufgrund ihrer Krankheit keine Nähe möglich.
00:50:37: ich konnte Sie als Kind teilweise nicht umarmen.
00:50:39: Ich weiß noch da... Hat eine Freundin von mir einfach so, weil sie sich so gefreut hat.
00:50:44: Meine Mutter umarmt und meine Mutter hat nur geschrien.
00:50:47: Weil sie das nicht ertragen konnte, dass die angefasst wurde.
00:50:50: Und wenn meine Mutter mich im Arm nimmt, dann macht das was ja?
00:50:56: Dann bietet es auch ein ganz kleines bisschen einen Schutzgefühl.
00:51:03: genau richtig Das wäre einfach nur ne Umarmung.
00:51:10: mehr hätte ich nicht gebraucht.
00:51:11: Dass die da ist eine Umarmungen Genau.
00:51:15: Und ich glaube, das ist ... Das kleinste Übel, was man machen kann.
00:51:20: Ja?
00:51:22: Wenn man es kann!
00:51:23: Wenn man's kann natürlich auch.
00:51:24: Das darf man nicht vergessen.
00:51:26: und für sie wünsche ich mir... Ich glaub da gibt es nicht mehr viel zu wünschen tatsächlich.
00:51:33: Sie ist jetzt fast siebzig, sie ist glücklicherweise topfit aber ich weiß ja nicht ob ich das sagen kann.
00:51:42: Ich wünsche mir für sie dass es irgendwann vorbei ist weil Du siehst diese Person ein Leben lang in diesem ... Schmerz und dieser Krankheit.
00:51:51: Und es ist so, so schlimm.
00:51:54: Dann unterhältst du sich mal über die Krankheit ihrer Mutter.
00:51:57: Das war noch schlimmer gewesen!
00:52:00: Wie sehr diese beiden Frauen Leid ertragen mussten?
00:52:05: Auch wie vielen Ebenen.
00:52:07: Ich wünsche ihr, dass ihr Leid aufhört.
00:52:09: Dass ihr unsäglicher Schmerzen aufhört.
00:52:11: Das wünsch ich ihr tatsächlich.
00:52:13: Ja.
00:52:14: Ich glaube das kann jeder nachvollziehen.
00:52:16: Ist das so?
00:52:17: Ja.
00:52:20: Es öffnet ja eine Debatte, ne?
00:52:22: Aber ist es so ... Ich sehe das genauso, aber ich denke mir halt so, darf ich das?
00:52:30: Weißt du wie ich meine?
00:52:30: Du
00:52:30: darfst dir wünschen was du willst abgesehen davon.
00:52:33: Aber ich finde das völlig nachvollziehbar und ich glaube jeder der jemanden erlebt hat oder selber erlebt mit einer schweren psychischen Erkrankung weiß, was du meinst.
00:52:48: Wieso?
00:52:49: Super!
00:52:50: Das beruhigt mich etwas, auf jeden Fall.
00:52:53: Ja...
00:52:55: Wann ist dein Geburtstag?
00:52:57: Im Juni, Anfang Juni
00:52:58: Wie viel Tag?
00:52:59: Vierter
00:53:00: Viertel.
00:53:01: Wir halten dieses Datum im Kopf.
00:53:04: Ich wünsch dir einen wunderschönen vierzigsten Geburtstag dann Und ganz ganz viele Umarmungen in deinem Leben.
00:53:11: Dankeschön Vielen dank dass du da warst.
00:53:14: Danke das ich hier sein durfte.
00:53:17: Das war Paula, lieben Lernen.
00:53:18: Und wenn ihr auch mal dabei sein wollt dann schreibt mir am besten auf Instagram TheRealPaulaLambert bin ich da oder eigentlich noch besser.
00:53:25: auf meiner Homepage paulalambert.de gibt es einen Formular.
00:53:29: das füllt ihr bitte aus und dann melden wir uns bei euch.
00:53:32: vielen Dank.
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