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376 - Single as fuck

Shownotes

Santi ist seit sechs Jahren Single, aber warum eigentlich? Vielleicht liegt es daran, dass sie beigebracht bekommen hat, nur in einer Version wirklich Zuneigung zu verdienen: Wenn sie perfekt gestylt, geschminkt und artig ist. Wie sehr sich das auch auf potentielle Partner überträgt, erfahrt ihr in dieser Folge. Viel Freude beim Hören!

Wenn du Lust hast, in einer Gruppe toller Frauen über dich hinauszuwachsen, dann komm auf mein Retreat: https://paulalambert.de/retreat/#teilnehmen Ich freue mich auf dich!

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen bei Paula lieben Lernmann.

00:00:02: Heute ist es Santi.

00:00:03: Und sie ist Single as fuck.

00:00:06: Und wir versuchen herauszufinden, warum das so ist.

00:00:08: Viel Spaß beim hören.

00:00:19: Herzlich willkommen, liebe Santi.

00:00:21: So sage ich, während du gerade einen Schluck trinkst, das ist total geschickt von mir getimt.

00:00:25: Ja.

00:00:28: Also, ich freu mich sehr, dass du da bist.

00:00:30: Danke, Paula.

00:00:31: Man muss mal sagen, dieses Treffen ist jetzt wirklich von langer Hand geplant.

00:00:35: Wir haben öfter mal nach Terminen gesucht.

00:00:38: Und irgendwie hat es nie geklappt.

00:00:39: Darum freu ich mich, dass es jetzt im Januar zwanzig, sechsundzwanzig endlich dazu kommt.

00:00:45: Endlich losgeht, ja.

00:00:47: Das darf ich mal mit dir sprechen.

00:00:50: Ja, wirklich.

00:00:51: Ich freu mich total, dass ich mit dir so eine richtig schöne Qualitiestunde jetzt habe.

00:00:57: Ja, deine Ansicht auch mal bekomme.

00:01:00: Ich mache ja schon so lange Therapie und beschäftige mich so viel mit mir selber.

00:01:04: Und ja, ich find das dann irgendwie ganz gut, wenn man mal so einen anderen Einblick bekommt auch.

00:01:10: Das letzte Mal haben wir uns, oder als wir uns kennenlernen oder als wir zum ersten Mal überlegt haben, dass du in den Podcast kommst, das ist sechs Jahre her.

00:01:18: Wir haben ja gerade festgestellt, damals warst du frisch getrennt von einem Mann, der ... nicht der richtige war, sagen wir es, wir haben neutral.

00:01:29: Ja, es hat sich aber total richtig angefühlt, als wir uns kennengelernt haben.

00:01:35: Und das ist auch so ein bisschen das Thema, weil ... Also, ich bin ja seit sechs Jahren Single und ...

00:01:41: Ach, tatsächlich, seitdem.

00:01:43: Ja, seitdem bin ich Single, genau.

00:01:46: Und ... ich kannte es eigentlich nur so, wie ich ihn auch kennengelernt habe.

00:01:52: Es war so dieses, man lernt sich kennen.

00:01:55: Man trifft sich, und dann ist es irgendwie klar, dass man jetzt zusammen ist.

00:01:59: Der hat dann so einmal gesagt, du gehörst jetzt mir, und dann war ich so, okay, dann gehör ich jetzt dir, und wir sind jetzt ein liebes Paar.

00:02:06: Und wir heiraten und kriegen irgendwann Kinder und und und.

00:02:10: Und es war so richtig head over heels und total schon was übertrieben halt.

00:02:16: Dieses Love-Bombing von beiden Seiten.

00:02:19: Und das war für mich aber normal.

00:02:21: Und es gab eigentlich nur das.

00:02:23: Und halt Drama und Streit und ... ähm ... so diese Liebe, die eigentlich so ruhig sein muss, wie ich's in den letzten sechs Jahren irgendwie immer wieder versucht hab zu lernen und mich damit halt so viel beschäftige, wie ich es eigentlich möchte, weil ich halt so einen hohen Anspruch habe an mein Leben und an eine Beziehung und Familie und so weiter.

00:02:47: Das kannte ich halt vorher gar nicht, ne.

00:02:49: Und ich hab das natürlich von zu Hause irgendwie gar nicht so mitbekommen.

00:02:53: wie es normal ein Anführungszeichen sein muss, sondern es war halt immer verbunden mit Leid und Schmerz und, ja, Drama.

00:03:04: Haben deine Eltern auch so eine Beziehung geführt?

00:03:07: Ja, das ist irgendwie so interessant, weil meine Eltern, ich hab, muss dazu sagen, ich komm manchmal so aus der Puste beim Reden und dann muss ich so ein bisschen Luft holen.

00:03:18: Moment.

00:03:20: Ist das, hast du Panik?

00:03:23: Was kommt hoch in dem Moment?

00:03:25: Ich hab das voll oft, auch wenn ich z.B.

00:03:28: von einer Gruppe spreche oder einen Vortrag früher halten muss in der Schule, dann hab ich irgendwann keine Luft mehr gehabt, weil ich die ganze Zeit nur Luft ausspreche.

00:03:36: Aber keine Hohle, ja.

00:03:38: Keine Hohle.

00:03:38: Und dann bin ich so nervös, mit den Lippenfang anzuzertan.

00:03:43: Und dann muss ich mich kurz sammeln.

00:03:45: Ja, so atmet man sich in eine Panikattacke rein.

00:03:47: Also ...

00:03:49: Habe ich aber in den normalsten Momenten.

00:03:51: Selbst wenn ich jetzt so auf der Straße jemand treffe und Smalltalk führen muss, dann kriege ich das.

00:03:54: Das ist voll komisch.

00:03:56: Aber es hängt, glaub ich, auch ein bisschen mit meinem ganzen Kiefer und so zusammen.

00:04:00: Es ist, glaub ich, auch so ein bisschen psychosomatisch und körperlich.

00:04:04: Und hat auch was in meiner Kindheit zu tun, weil ich als Kind ganz lange sehr schüchtern war und gar nicht gesprochen hab.

00:04:12: Und deswegen ist bei mir sehr viel Energie im Hals und Mundschakrar.

00:04:17: Also, nicht Mundschakrar, sondern Halsschakrar, aber halt so in dieser ganzen Mundgegend, dass ich halt immer mit dem Sprechen und mit meinem Ausdruck immer irgendwie schon immer Probleme hab.

00:04:29: Ja.

00:04:31: Aber

00:04:32: jetzt wieder zurück zur eigentlichen ...

00:04:34: Deine Eltern.

00:04:35: Genau,

00:04:35: meine Eltern, ja.

00:04:36: Also, ich hab ... immer gedacht, dass es normal ist, wie es bei denen ist, wie es halt so ist.

00:04:43: Und irgendwann wird man dann groß und erwachsen und stellt halt fest, dass es irgendwie gar nicht normal ist.

00:04:49: Wie

00:04:49: war es denn bei denen?

00:04:51: Also meine Eltern, ich kenne meine Eltern gar nicht, wie sie sich lieb gehabt haben.

00:04:58: Also meine Eltern haben eigentlich in meinen Augen gar keine ... Liebesbeziehung geführt, ich hab's ja auch noch nie Küsten sehen oder sich um Armen sehen.

00:05:10: Und die haben aber so eine Art Zusammenhalt, also so eine Beziehung, wo sie halt immer zusammenhalten.

00:05:20: Aber trotzdem total gemeinsam zueinander und verurteilend und abwertend.

00:05:27: Also meine Mutter spricht sehr, sehr, sehr, sehr, sehr viel schlecht über meinen Vater in seiner Gegenwart.

00:05:34: nicht, wenn er nicht da ist, sondern nur während er da ist, macht sie noch fertig.

00:05:38: Und andersrum auch.

00:05:40: Und meine Eltern sind geschieden, seitdem ich zwölf bin.

00:05:42: Und trotzdem leben die in einem Haus.

00:05:46: Und ja, sind irgendwie füreinander da und kümmern sich umeinander.

00:05:50: Aber ja, sind halt trotzdem geschieden.

00:05:54: Jeder macht auch so sein Ding.

00:05:56: Genau.

00:05:57: Und als ich zwölf, dreizehn war und die sich getrennt haben, Oder kam ich halt in diese Pubertät.

00:06:08: Und meine Teenager-Zeit war richtig, richtig wild.

00:06:13: Ich hab voll viel Scheiße gebaut.

00:06:15: Und die mussten gefühlt zueinander halten.

00:06:19: Und sich halt auch aussprechen oder halt besprechen.

00:06:24: Damit die mich irgendwie kontrollieren können noch, ne?

00:06:26: Weil ich halt total ausgebrochen bin.

00:06:29: Und was hast du gemacht?

00:06:32: Ich habe ... Also ich habe sehr früh angefangen mit älteren abzuhängen.

00:06:38: oder meine Freundesklicker, meine Mädelsklicker.

00:06:41: Wir haben halt viele ältere Freunde gehabt.

00:06:43: Die haben schon, also die haben halt total viel Alkohol getrunken.

00:06:48: Wir waren schon mit dreizehn im Club, haben unsere Ausweise gefälscht, so dass wir reinkommen.

00:06:54: Ich hatte mit dreizehn meine erste Alkoholvergiftung im Krankenhaus.

00:06:58: Dann habe ich ... geklaut ohne Ende.

00:07:01: Also meine Freundin und ich, wir haben alle geklaut, aber ich wurde irgendwie immer erwischt.

00:07:06: Also ich war dann halt auch ... Ich wurde viermal erwischt beim Klauen.

00:07:14: Und die Strafen wurden halt dementsprechend auch immer schlimmer.

00:07:17: Weil ich immer älter wurde.

00:07:19: Und die letzte Strafe, die war halt so schlimm, dass ich danach nie wieder geklaut hab.

00:07:24: Was war die Strafe?

00:07:26: Die Strafe waren ... Arbeitsstunden, Sozialstunden und eine Nacht im Jugendarrest.

00:07:35: Ja.

00:07:35: Und das hat's dann gelöst.

00:07:38: Ja, das hat mich echt so

00:07:40: voll

00:07:40: ... Das hat mir richtig Angst gemacht und halt voll so wach gerüttelt, ne?

00:07:45: Ja.

00:07:47: Also ... immerhin ist ja bei vielen nicht so.

00:07:51: Ja, ich bin halt echt irgendwie ein Baddie gewesen.

00:07:53: Und ich dachte immer, dass das eine Zeit ist, für die ich auch irgendwie so dankbar sein kann.

00:08:02: Ähm, ja, kann ich auch irgendwie, aber trotzdem, wenn ich so zurückgucke, dann tut's mir einfach nur leid.

00:08:09: Für mich selber, dass ich halt so eine verkorkste Pubertät hatte irgendwie.

00:08:15: Und ich guck mir dann so andere, oder Hörer, wie andere das so hatten und denk mir so, okay, ihr habt irgendwie so eine normale Entwicklung gehabt.

00:08:22: Und auch alles, was so danach passiert ist, war so normal.

00:08:27: Und ich hatte immer so eine ... Bei mir war das immer so anders.

00:08:31: So schwierig.

00:08:33: Aber weil du halt gesehen werden wolltest?

00:08:36: Ja.

00:08:38: Meine Therapeutin hat auch gesagt, dass dieses Clown, dass es auch so ein Machtding war, dass ich halt so entscheiden wollte für mich.

00:08:45: Ja, was du ... Was ich so

00:08:47: haben will

00:08:48: halt.

00:08:48: Ja, und was du tun kannst, ne?

00:08:50: Schaut her.

00:08:51: Bist du entmachtet worden zu Hause?

00:08:58: Gute Frage.

00:09:01: Das hab ich mich auch noch nie so gefragt, aber ... Also, ich hatte halt in der Zeit nicht so richtig wahrgenommen, wie meine Eltern zu mir sind.

00:09:10: Ich nehm das eher heute wahr, wie sie zu mir jetzt sind und vergleiche das und frage mich immer, wann die halt damals auch schon so zu mir.

00:09:17: Und ich hab auch schon sehr, sehr, sehr, sehr viele Folgen von dir gehört und hab da auch so entnommen, dass man das eigentlich schon so erkennen kann, wie die Eltern heute zu einem sind.

00:09:29: So waren sie früher auch, nur früher hat man das nicht so.

00:09:33: weil man immer dachte, die Eltern sind halt so die Allerbeste.

00:09:37: Deshalb, die haben mich schon sehr, also unterstützt immer und gepusht, haben mir sehr, sehr viel ermöglicht.

00:09:51: Aber halt trotzdem ... Es ist so kompliziert, weil ich auch eine Schwester habe und bei ihr war es ganz anders.

00:09:59: Also sie hat sich ganz anders entwickelt als ich.

00:10:02: Und sie ist fünf Jahre älter.

00:10:05: Und meine Schwester ist so ein Mensch, wie meine Mutter es eigentlich gar nicht möchte.

00:10:11: Und ich bin sehr, sehr, sehr stark so ein Mensch geworden, wie meine Mutter es wollte.

00:10:17: Und deshalb war es für mich einfach zu gelten.

00:10:21: Also ich habe immer ... Probs bekommen für das, was ich alles mache.

00:10:28: Weil ich mir dachte, okay, vielleicht gefallen ich ihr lieber, als dass ich dann so abgelehnt werde.

00:10:37: Wie hast du ihr denn, also was wollte sie, was du für ein Mensch bist?

00:10:42: Sie wollte, dass ich gut aussehe, dass ich mich schön kleide, dass ich offen bin, dass ich viele Freunde hab.

00:10:53: dass ich am besten auch künstlerisch begabt bin, weil sie das auch ist.

00:11:02: Ja, das wollte sie und das bin ich geworden.

00:11:08: Und wenn du frei entscheiden hättest, können damals.

00:11:14: Kann ich dir gar nicht sagen.

00:11:16: Weil es ist ja eine elementare Frage, die man sich irgendwann stellen muss, wer bin ich eigentlich?

00:11:20: Genau.

00:11:21: Und diese Frage, die begleitet mich irgendwie schon immer.

00:11:25: bis mir irgendwann aufgefallen ist.

00:11:27: Moment mal, so wie meine Schwester geworden ist.

00:11:31: Also, es ist richtig, richtig schief gegangen.

00:11:35: So stark wollte ich mich vielleicht anpassen und bin deswegen vielleicht so wie ich bin.

00:11:39: Also, ich kann dir gar nicht sagen, wie ich gewesen wäre, wenn man mich vielleicht einfach gelassen hätte.

00:11:45: Was ist bei deiner Schwester schief gegangen?

00:11:48: Also, heute ist sie sehr, sehr, sehr, sehr depressiv.

00:11:55: Geht ganz schlimme Depression.

00:11:56: Sie ist jetzt Ende dreißig und das behaupten nicht selbstständig, lebensfähig so.

00:12:02: Sie ist wieder zu meinem Vater gezogen.

00:12:05: Mein Papa ist schon siebzig.

00:12:08: Er arbeitet aber noch.

00:12:12: Und sie hat ... Ich hab's halt nur so analysiert, wie ich konnte.

00:12:20: Sie hat einen Geburtstraum erlitten, hab ich erfahren von meiner Mutter.

00:12:24: wie es halt war, als sie geboren ist.

00:12:26: Da war sie anderthalb Monate oder so nicht bei meiner Mutter.

00:12:32: Sie ist sofort in eine andere Klinik gekommen, weil sie ein neurologisches Problem hatte.

00:12:37: Sie hat dem gesagt, die muss in eine andere Klinik.

00:12:41: Und wurde halt direkt von der Mutter getrennt.

00:12:44: Und dann kam sie auch noch woanders in ein anderes Krankenhaus in die Schweiz.

00:12:48: Also es war irgendwie alles sehr kompliziert.

00:12:50: Ich kann ja aber nicht genau sagen, was genau war.

00:12:53: Meine Eltern können es, glaub ich, nicht mal richtig sagen.

00:12:57: Und dann hat sie sich eigentlich ganz gut entwickelt.

00:13:00: Wenn ich jetzt auch Fotos sehe aus der Kindheit, dann sieht sie immer total happy aus wie ein normales Kind und auch ihre Jugendzeit und so.

00:13:08: Aber ich weiß, dass sie sehr viel gehänzelt wurde in der Schule, weil sie ein sehr langsamer Mensch ist.

00:13:16: Also in meiner ... In meinem Kopf, ich denke mir, sie ist, sie hat eine leichte Behinderung oder so.

00:13:23: Deswegen hätte sie anders behandelt werden müssen.

00:13:25: Aber wenn man denkt, dass jemand normal ist und gesund ist und dann so Defizite aufzeigt, weil ihr Verhalten ist schon so ein bisschen, dass man so denkt, okay, irgendwas ist vielleicht mit ihr, also so von ihrer Art, wie sie spricht.

00:13:42: Dann wurde sie halt viel auch gehänselt in der Schule.

00:13:46: Und dann auch zu Hause gar nicht akzeptiert, wie sie eigentlich ist.

00:13:49: Ich kann mich erinnern, dass sie immer ... Es wurde immer an ihr rumgenörgelt.

00:13:53: Es wurde einfach als der Mensch nicht akzeptiert, der sie ist.

00:13:57: Meine Mutter wollte sie immer verändern.

00:14:00: Immer, immer, immer.

00:14:02: Es war die erste Begegnung, wenn sie irgendwie in den Raum reinkam.

00:14:05: Ja, mach das mal richtig.

00:14:07: Zieh das mal so an.

00:14:08: Wie siehst du aus?

00:14:10: Kennt ihr mal die Haare?

00:14:12: Rassiert ihr mal die Beine?

00:14:14: Ja, sei doch mal ein bisschen lauter.

00:14:17: Warum bist du den ganzen Tag in deinem Zimmer?

00:14:20: Ja, also einfach gar nicht akzeptiert.

00:14:22: Und ich als Kind, ich war auch gemeint zu ihr.

00:14:26: Und ich hab sie auch nicht respektiert.

00:14:28: Also die fünf Jahre jüngere Schwester hab ich auch auf hier rumgehakt und hab sie, hab ihre Grenzen überhaupt nicht akzeptiert.

00:14:35: Also ich bin auch immer in ihr Zimmer reingegangen und hab sie so gefühlt theoretisiert, so als kleine Schwester hab ihre Sachen weggenommen.

00:14:43: hab ihr Sachen geklaut und so.

00:14:46: Und ich hab dafür aber nie Ärger bekommen.

00:14:49: Weil meine Punter immer gesagt hat, komm lass dir doch, sie ist die kleinere.

00:14:53: Und das ist auch so heute in meinem Kopf irgendwie so unvorstellbar, weil ich mir denke, man kann noch nicht einfach ... Es wurde irgendwie ... Es war okay, dass wir uns nicht verstanden haben.

00:15:06: Und ich find das so komisch, weil, wenn ich jetzt zwei Kinder hätte, dann würde ich doch sagen, ihr müsst zusammenhalten, ihr müsst euch gut verstehen, ihr müsst euch gegenseitig respektieren und so.

00:15:17: Na ja, so seid ihr halt gegeneinander ausgespielt worden, im Grunde.

00:15:21: Ja.

00:15:22: Ja.

00:15:23: Hast du mal mit ihr darüber gesprochen?

00:15:25: Ja, ich war dann so Anfang zwanzig, und dann hab ich das so ... doll reflektiert und mich bei ihr auch entschuldigt ganz viel und habe irgendwie komplett das so umgedreht und angefangen für sie Verantwortung übernehmen zu wollen und ihr ganz viel zu helfen, weil ich bin ja auch ein sehr empathischer Mensch und verstehe so psychologische emotionale Themen halt sehr gut und kann es, würde ich behaupten, gut analysieren und so.

00:15:59: und verstehen, was man dann so braucht.

00:16:00: Und deswegen bin ich halt immer wieder auf sie zugegangen, immer, immer wieder.

00:16:04: Aber sie lässt sich einfach nicht helfen.

00:16:06: Also, sie kann einfach gar nicht vertrauen.

00:16:09: Sie hat so einen richtigen Hass auf mich und auf meiner Mutter auch.

00:16:15: Und irgendwie verstehe ich es sogar.

00:16:17: Und ich fühle mich voll dafür verantwortlich und schuldig.

00:16:21: Ähm ... Andererseits bin ich halt einfach so sauer, dass ich mich so fühlen muss, weil ich bin ja selber ein Kind gewesen und ich weiß halt heute so, als Kind kann man da nicht schuld dran sein.

00:16:33: Es ist einfach so eine Aufgabe, so eine Verantwortung, sich so fühlen zu müssen.

00:16:41: Naja, vor allem, wenn du ihr jetzt die ganze Zeit hilfst und Verantwortung für sie übernimmst, nimmst du sie wieder aus ihrer Kraft raus.

00:16:50: Weil dann ist sie wieder in der Position, wo sie diejenige ist, die ausgeliefert ist.

00:16:56: Ja,

00:16:57: stimmt.

00:16:57: Und diejenige, die sich verantwortlich zeigen kann, oder beide, sind deine Eltern oder eure Eltern.

00:17:05: Und die machen es wahrscheinlich nicht.

00:17:07: Die ändern gar nichts eigentlich.

00:17:09: Mein Vater sagt immer, ja, was will sie denn, ist ja doch alles.

00:17:13: Geht's doch gut und ich guck sie an und ich denk mir so, Papa, sie sieht aus wie der ... Tut mir leid, aber sie sieht ... Einfach aus wie der Tod gerade.

00:17:20: Sie hat so schattige Augenränder.

00:17:23: Sie ist so grau, sie ist faal, sie ist ... Total dürr.

00:17:27: Und dann ist sie wieder total ... Dann nimmt sie wieder viel zu.

00:17:31: Ähm ... Und in ihrem Gesicht ist einfach nur Traurigkeit.

00:17:36: Also wirklich, meine Freunde so ... Die sehen sie manchmal in der Innenstadt.

00:17:41: Ich wohne ja nicht mehr in der Heimat.

00:17:43: Aber meine Freunde schon.

00:17:45: Und dann ... Ja, sagen die mir das halt auch, dass sie an einem vorbeiläuft und eigentlich gar ... Sie sieht gar nichts mehr.

00:17:52: Sie guckt gar nicht mehr hoch.

00:17:53: Sie ist so in ihrer eigenen Welt, sie ist so parallelisiert, mäßig.

00:18:00: Sie kann gar nichts mehr wahrnehmen.

00:18:02: Sie ist auch so langsam wie ein Zeitlupenmensch.

00:18:06: Ja, gelähmt halt.

00:18:07: Gelähmt, ja.

00:18:09: Und das zerreißt mir einfach das Herz.

00:18:11: immer an Weihnachten oder so, wenn ... Wir alle zusammen sind und meine Cousinen auch da sind.

00:18:16: Und die sehen sie auch immer nur einmal im Jahr.

00:18:18: Dann sagen die halt auch immer, dass ... einfach so schlimm zu sehen, wie sie halt ... immer so mehr abbaut.

00:18:27: Ja.

00:18:29: Ja,

00:18:29: aber

00:18:29: ... wir müssen uns erst mal um dein Leben kümmern.

00:18:36: Ja.

00:18:36: Ich glaube, das ist ja sehr spürbar, wie nah dir das geht.

00:18:39: Und wie schwer das wiegt.

00:18:41: Ja, es ist ... Also, wenn ich in der Heimat bin, dann ... fahre ich in meiner Hause und heule einfach nur.

00:18:49: Und dann bin ich halt wieder hier in meiner neuen Wachholtstadt in Düsseldorf.

00:18:55: Und dann gucke ich einfach, dass ich mein eigenes Leben so kreiere, wie ich es möchte und will einfach nur glücklich sein.

00:19:05: Und immer wieder, wenn ich meine Family mit reinhole, merke ich, wie verkorkst alles eigentlich ist.

00:19:13: Und dann macht mich das wieder so traurig, weil ich so diese Illusion hab von Familie.

00:19:18: Und ich muss irgendwann mal verstehen, dass ich diese Familie gar nicht hab, die ich gerne hätte.

00:19:24: Ja.

00:19:25: Du bist so nicht alleine.

00:19:26: Ja.

00:19:27: Das tut voll weh, aber ...

00:19:32: Na klar, vor allen Dingen, weil ... also gut funktionierende Familie, wo man sich mit Respekt und liebevoll begegnet, wäre ja ein Traum.

00:19:44: Also ein sicherer Hafen, auf dem man immer zurückfallen kann.

00:19:47: Aber sich davon zu verabschieden, also realistisch zu werden und zu sehen, ich habe das nicht, hilft auch schon mal.

00:19:55: Weil dann diese Hoffnung, diese merkwürdige, verschwindet.

00:20:05: Was wünschst du dir denn?

00:20:09: Es ist eine schwierige Frage, weil ... So wie du es erzählt hast, ist davon auszugehen, dass du sehr viel eine Rolle gespielt hast, um zu gefallen.

00:20:20: Die süße, gut angezogene, topgestalte, kreative Santi, die vielleicht auch sich Partner aussucht, die zu diesem Image passen.

00:20:35: Also jemand, der vielleicht ein Fokus darauf legt, dass du gut gestalt und tübsch aussiehst und weniger darauf auf die echte Seite in dir, die du ja möglicherweise auch noch finden musst.

00:20:49: Das kann natürlich dazu führen, dass du ... Oder das führt meistens dazu, dass man Leute anzieht oder auch anziehend findet, die nur zu dieser Version passen, aber dann überhaupt keinen Anschluss finden an dein echtes Ich.

00:21:04: Und das ist ein Problem, weil dann ist alles Konstruktion.

00:21:08: Komplett, ja.

00:21:08: Das ist auch so, wie ich das halt kenne.

00:21:12: Also, ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, dass jemand so mich denkt und sich so denkt.

00:21:20: Ach so, ja, ich will eigentlich nur Zeiten dir verbringen, weil ich sie so gerne mag.

00:21:26: Ja, sondern es geht halt immer auf diese Oberflächlichkeit.

00:21:36: Kannst du zum Beispiel sagen?

00:21:45: Ja, also, es ist so schwer, weil ich ... ich bin manchmal so traurig, alleine zu sein.

00:21:52: Und dann ... Denke ich mir als es aber ist normalste.

00:21:57: Wie soll ich denn mit jemandem sein, der mich wirklich aufrichtig liebt und ein Leben mit mir teilen will?

00:22:03: Und dann suche ich so danach, was mich ausmacht.

00:22:09: Aber ich finde es irgendwie nicht.

00:22:12: Aber ich hab gleichzeitig langjährige, so tolle Freunde.

00:22:17: Und sobald es nicht um eine Liebesbeziehung geht, finde ich das.

00:22:22: Dann ... kann ich so sein, wie ich bin und dann finde ich mich auch selber gut.

00:22:29: Aber sobald es jemand ist, der mich potenziell lieben könnte, sehe ich es nicht.

00:22:36: Also ich sehe es einfach nicht.

00:22:38: Und ich schaue mir dann andere Pärchen an und sehe, wie sie sich weit zum Beispiel vor Kurzem auf Reisen.

00:22:46: Und ich war alleine Reisen in Thailand.

00:22:51: Und dann sieht man Pärchen, wie sie zusammen am Flughafen sind oder im Pool rumtorteln oder lachen.

00:22:57: Und für mich ist es so weit weg.

00:22:59: Und ich denke mir so, das gehört nicht zu mir.

00:23:02: Ich kann das nicht.

00:23:04: Ich kann nicht sagen, das möchte ich z.B.

00:23:07: auch mal nicht festzuhieren oder irgendwie erreichen.

00:23:12: Es ist so weit weg.

00:23:14: Was meinst du mit, dass es so weit weg ist?

00:23:16: Kannst du es nicht fühlen?

00:23:17: Hast du keine Sehnsucht danach?

00:23:18: Weil die hast du ja eigentlich.

00:23:22: Was meinst du damit?

00:23:23: Ich sehe mich nicht in so einer Beziehung.

00:23:28: Weil?

00:23:29: Oder was für Gedanken kommen dann?

00:23:32: Weil ich vielleicht auch schon so lange jetzt alleine bin und ... Naja, das ist so ... Also, wenn ich jetzt zum Beispiel etwas schon kenne und ich sehe es woanders, dann kann ich mich ja besser darin hineinversetzen, das auch zu bekommen.

00:23:54: Ich kann es mir vorstellen, bildlich, gefühlsmäßig.

00:23:58: Und das gucke ich mir dann an und ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass so ein

00:24:03: Mann ... Weil du keine Referenz hast, quasi.

00:24:05: Genau, dass so ein Mann neben mir ist, an meiner Seite und mich auch so anlacht und so Witze mit mir macht und mir so viel Zeit schenkt, so viel Freizeit und so viel unbeschwerter Zeit.

00:24:19: Also immer die Zeit, die ich mit jemandem verbringe.

00:24:23: Weil jemand kennenzulernen ist überhaupt kein Problem für mich.

00:24:27: Ich lerne sehr, sehr, sehr viele Männer kennen.

00:24:31: Obwohl ich nicht mal Date, obwohl ich nicht mal eine Dating App hab, die kommen wöchentlich in mein Leben und jedes Mal hab ich wieder einen neuen Chat und jemand fragt mich wieder, hey, möcht ich nur uns treffen.

00:24:42: Es ist so, dadurch, dass ich auch so viel unterwegs bin und echt viele Leute kennenlerne und ja auch ein offener Mensch bin.

00:24:48: Aber es ist nur das, es geht einfach nicht weiter.

00:24:50: Weil ich schon jetzt denke, Ja, das wird ja eh nichts.

00:24:54: Mhm.

00:24:55: Ich kann, und ich hab daran gearbeitet, mich zu öffnen.

00:24:59: Ist ja nicht so, als hätte ich das nicht versucht zu lernen.

00:25:02: Ich hab auch deine Ratschläge so viel angenommen.

00:25:06: Und gesagt, data mal die Typen, die dir nicht so gut gefallen.

00:25:09: Und das einfach mal zu trainieren.

00:25:12: Ja,

00:25:12: also die, die dir nicht so gut gefallen, die nicht da Muster entsprechen.

00:25:16: Ja,

00:25:16: genau.

00:25:16: Also gefallen grundsätzlich zumindest, ja.

00:25:21: Aber

00:25:21: sich halt gut behandeln, vielleicht auch erst mal.

00:25:24: Und das Aushalten, dass man gut behandelt wird.

00:25:26: Das ist ja auch eine schwierige Übung für viele.

00:25:30: Was war deine längste Beziehung mit dem Kanaden?

00:25:33: Mit dem letzten, genau, dreieinhalb Jahre war das.

00:25:37: Was war da noch mal die Schwierigkeit?

00:25:39: Er kam aus einer Beziehung?

00:25:40: Was?

00:25:42: Es war eigentlich sehr frei und fing sehr schön an.

00:25:46: Ich war auch in einer sehr glücklichen Zeit in meinem Leben.

00:25:49: Er war elf Jahre älter und hat mich, so wie ja mein Vater auch, meine Mutter, also mein Vater ist auch elf Jahre älter als meine Mutter und hat zwei Kinder aus der ersten Beziehung.

00:26:01: Und er hatte auch zwei Kinder und war auch elf Jahre.

00:26:05: Also ich hab echt meinen Vater so gedatet oder kennengelernt.

00:26:09: Und er hat mich ultra unterstützt in allem.

00:26:12: Also er hat mich, er hat alles bezahlt.

00:26:15: Er hat für meine Selbstständigkeit ... mein komplettes Equipment gekauft.

00:26:20: Er hat mich so gepusht.

00:26:21: Er hat mir einfach ein Auto gegeben.

00:26:23: Er hat gesagt, hier, das gehört jetzt dir.

00:26:26: Er hat mir ein Handy gekauft.

00:26:28: Ich war sechsundzwanzig oder fünfundzwanzig und hab in der WG gewohnt und hab beim Friseur gearbeitet und hab halt so ein normales Gehalt verdient.

00:26:37: Und er war älter, auch selber schon selbstständig, schon länger und hat einfach gesagt so, ich mach jetzt was aus dir.

00:26:48: push dich jetzt so, dass du ...

00:26:49: Also warst du sein Projekt?

00:26:51: Ja, irgendwie schon.

00:26:53: Und ich hab das total gut ausführen können und hab das für mich voll gut nutzen können.

00:26:58: Und bin so in meine eigene Karriere rein.

00:27:01: Und ich bin heute noch sehr dankbar dafür.

00:27:04: Das Ding ist, was das Problem war in unserer Beziehung, dass diese Emotionaler, dieser Horizont, dass ich sagen würde, dass er den halt einfach nicht hatte und ... Diese Selbstreflexion, das war für ihn irgendwie unmöglich, mal zu verstehen, warum wir gerade streiten und wie man es beim nächsten Mal anders machen könnte.

00:27:25: Und er hat mich immer mit Liebesentzug bestraft und ist dann einfach gegangen.

00:27:31: Oder wenn wir mal zwei Wochen keinen Sex hatten, dann habe ich das richtig gespürt.

00:27:38: Dann hat er mich einfach weniger geliebt.

00:27:41: Und ich musste halt dann immer irgendwie performen und gucken, dass wir uns wieder lieben.

00:27:46: Was ja schon die Abwesenheit von Liebe eigentlich begünstigt.

00:27:52: Genau, und das war für mich aber irgendwie so normal, dass ich das einfach so drei Jahre mitgemacht hab.

00:27:58: Aber irgendwann bin ich im Streit, bin ich zusammengebrochen, also ich hatte so einen Nervenzusammenbruch.

00:28:05: Ich hab überventiliert, ich konnte nicht mehr atmen.

00:28:07: Irgendwann hab ich sogar verstanden, dass das nicht mehr weitergeht und dann haben wir uns getrennt.

00:28:14: Genau.

00:28:14: Das

00:28:14: Körper lieg ich nicht mehr gegen.

00:28:16: Sonst hätte ich es vielleicht sogar noch weitergemacht.

00:28:20: Aber man behandelt ja erwachsene Menschen eigentlich auch nicht so.

00:28:25: Dass man sie wie ein Projekt ausbaut, das kann man mit einer Anziehpuppe machen oder irgendwas.

00:28:33: Aber ich fand's super.

00:28:34: Mhm.

00:28:35: Ich hab ja gesehen, dass ich davon total viel hab.

00:28:38: Ja, aber unter anderem keine Verantwortung für dein eigenes Leben.

00:28:41: Ja, genau.

00:28:42: Und so ist es eigentlich schon mein ganzes Leben gewesen, dass ich immer ... mir ist alles in den Schoß gefallen.

00:28:47: Ich hab alles irgendwie bekommen, wenn ich es wollte.

00:28:51: Du könntest es auch anders formulieren.

00:28:53: Es wurde dir ... angezogen, quasi.

00:28:58: Hm?

00:28:59: Es ist dir nicht in den Schoß gefallen, weil dafür könnte man ja vielleicht noch so eine Art kosmische Dankbarkeit empfinden, sondern es wurde dir auferlegt, im Wunsch, deren Bedürfnisse zu befriedigen.

00:29:13: Das darf man nicht vergessen.

00:29:15: In dem dir jemand sagt, mach diese Karriere, zieh das an, hier fahr dieses Auto, benutzt dieses Telefon, da geht es ja zu keiner Sekunde um deine Bedürfnisse.

00:29:26: Und wenn deine Mutter sagt, ich will eine Tochter, die kreativ ist und gut aussieht und sich steilen kann, geht's auch nicht um deine Bedürfnisse.

00:29:34: Sondern immer nur um die Bedürfnisse der anderen.

00:29:39: Es fällt irgendwie gar nicht so auf, weil man selber oder ich selber in der Not quasi war.

00:29:44: Und das ist dann für mich der einzige Ausweg war, dass es trotzdem irgendwie gut wird.

00:29:50: Ja.

00:29:51: Aber die Parallele dazu auch zu deiner Schwester ist natürlich, dass ihr gar nicht stattfindet.

00:29:58: Ihr könntet irgendwer sein, ne?

00:30:00: In diesem Szenario.

00:30:02: Total.

00:30:04: Und darum fühlt sich das dann so wohl an.

00:30:07: Wie sieht das aus, wenn du datest?

00:30:09: Hast du mal seit dieser Geschichte irgendwas gehabt, wo ihr euch kennengelernt habt?

00:30:15: Also, zwei, drei, vier, sechs Monate, irgendwie sowas?

00:30:19: Ja, ich hatte in der Zeit ... über vier Jahre hat sich das gestreckt.

00:30:25: Eine ... Und oft kann ich es nicht mal nennen, weil wir waren nie fest zusammen.

00:30:31: Aber ich hab das als mein Projekt gesehen und hab da irgendwie so viel Zeit investiert.

00:30:37: Bezüge immer.

00:30:40: Ja, wir haben uns das kennengelernt auf dem Job.

00:30:44: Er ist in der Öffentlichkeit und ich hab ihn geschminkt.

00:30:49: Und dann war eigentlich relativ klar, dass wir aufeinander stehen und wir haben uns dann getroffen.

00:30:57: Und es war ... Schon von Anfang an immer alles in seiner Welt.

00:31:02: Also ich bin nur in seine Welt reingekommen und er nie in meiner.

00:31:05: Und er war Single damals?

00:31:06: Er war Single, ja.

00:31:08: Aber er war auch gut unterwegs.

00:31:10: Also er mochte, ich würde dich jetzt so als Rummenneiser bezeichnen.

00:31:14: Typisch Rummenneiser oder

00:31:16: Fuckboy.

00:31:19: Damals hat man das ja noch so genannt.

00:31:22: Sag man heute nicht mehr Fuckboy?

00:31:25: Ähm ... Ich würd's, glaub ich, nicht mehr so nennen, aber

00:31:28: ... Was sagt man denn heute?

00:31:30: Was sagt man heute?

00:31:33: Ja, okay.

00:31:36: Ich lerne, glaub ich, nicht mehr so viele Fuckboys kennen, deshalb ... Ja, nee, aber er war auf jeden Fall so ein typischer Fuckboy und hat sich sehr gut ausgelebt.

00:31:47: Und dann haben wir uns kennengelernt und wir haben echt eine schöne Zeit gehabt.

00:31:53: Also, ich war sehr viel bei ihm, wir waren aber nur zu Hause.

00:31:57: Damit dich niemand sieht mit ihm?

00:31:58: Ja, genau.

00:31:59: Aber seine Freunde kannten mich.

00:32:03: Auch seine Freunde waren aber auch viel bei ihm.

00:32:06: Es war alles

00:32:08: so ...

00:32:08: eher in seiner Welt.

00:32:10: Es fand alles in seiner Welt statt.

00:32:13: Also, wieder nicht deine Bedürfnisse abdeckend.

00:32:15: Gar nicht, genau.

00:32:16: Nee.

00:32:18: Ja, und es war dann aber so, dass ich ja auch grade noch nicht so lange Single war und auch gesagt hab, ich möchte nichts Festes.

00:32:25: Aber das habe ich eigentlich ehrlich gesagt, nur so gesagt, damit ich cool bin.

00:32:32: Nach Liebe sehne ich mich schon immer.

00:32:35: Und nach Bindung.

00:32:39: Ja, und dann ist das immer, über diese drei Jahre war das so, dass ich dann gemerkt habe, wie sehr ich mich da gefühlsmäßig, wie sehr ich da drinnen stecke, gefühlsmäßig.

00:32:53: Und habe das dann immer rechtzeitig beendet.

00:32:55: Und bin gegangen.

00:32:56: Und dann?

00:32:58: Hast du eben klar gesagt, ich möchte gerne eine Beziehung oder so was?

00:33:02: Nein,

00:33:02: in der Zeit noch nicht.

00:33:04: Ich hab einfach gesagt, ich ... Ja, es funktioniert jetzt nicht mehr.

00:33:09: Ich muss jetzt gehen.

00:33:10: War dir klar, dass du auch nur ... Also, dass es nicht um dich ging?

00:33:19: Ja, natürlich.

00:33:21: War mir das klar.

00:33:23: Ja, aber ich hab mich in einem Potenzial auch irgendwo verliebt und dachte immer, es wird bestimmt kommen, weil er ist ja ein Familienmensch und es muss ja eigentlich irgendwann so sein, dass wir zusammenkommen.

00:33:38: Und das war aber in der Zeit alles noch so ein bisschen wenig kommuniziert.

00:33:44: Es ging eigentlich viel mehr um unsere Anziehung und um dieses Feuer zwischen uns, weil wir hatten auch ... Glaubliche Connection körperlich auch eine Anziehung.

00:33:55: Ich weiß auch, dass das eine Kompensation ist und dass man das dann da so alles reingibt, weil es andere nicht so stattfindet.

00:34:04: Jedenfalls, nachdem ich dann wieder eine Offphase für mich entschieden habe und ich ihn nicht vergessen konnte, habe ich mir gesagt, okay, ich probiere das jetzt nochmal und gehe da nochmal komplett rein und gehe auch mit meinen ganzen Gefühlen rein und hab dem dann einen Brief geschrieben und das erste Mal kommuniziert, dass ich den liebe.

00:34:27: Stimmte

00:34:27: das denn im Nachhinein?

00:34:29: Dass ich ihn geliebt hab?

00:34:30: Ja.

00:34:31: Ja, es fühlt sich an wie Liebe.

00:34:33: Ja, das ist ja trotzdem ein Unterschied, ne?

00:34:36: Ich, ja, also ich, wenn ich das jetzt so überlege, dann liebe ich den sogar immer noch.

00:34:42: Aber

00:34:44: ich weiß, dass er einfach so krass das erfüllt, was ich irgendwie, was mich so high gemacht hat.

00:34:48: Und deswegen, ich weiß nicht, ob es Liebe ist.

00:34:51: Ich kann dir nicht mal sagen, ob ich jemals jemanden so geliebt habe, richtig.

00:34:56: Und ... das hat ihn dann total weich gemacht, dieser Brief.

00:35:01: Und dann ... er weiß auch selber, dass er diese Bindungsprobleme hat.

00:35:05: Und dann war das für ihn, glaub ich, auch so interessant zu wissen, okay, wie wäre es, wenn man jetzt das noch mal angeht und vielleicht mehr Verantwortung reingibt.

00:35:15: Aber dadurch, dass er so in seinem eigenen Film ist ... mit seinen Abläufen, mit seinen Routinen.

00:35:22: Und eine Frau eigentlich erst auf Prio Nummer vier oder fünf ist.

00:35:28: Vorher kommt seine Karriere, sein Sport, seine Familie, seine Freunde.

00:35:32: Und dann kommt erst eine Frau.

00:35:36: Ähm, hab ich mich halt echt immer so gefühlt, als wär ich einfach nicht wichtig genug.

00:35:41: Und ich musste darum einfach immer kämpfen.

00:35:43: Und ich hab alles akzeptiert.

00:35:45: Ich hab's akzeptiert, dass ich nach zum Halb eins noch zu dem fahre.

00:35:49: nur damit wir miteinander schlafen können, also einschlafen können.

00:35:55: Ich habe es akzeptiert, zu warten einfach, immer darauf zu warten, dass er sich meldet und dass er jetzt sagt, okay, jetzt habe ich Zeit für dich.

00:36:05: Ja.

00:36:06: Und das habe ich dann auch wieder längere Zeit mitgemacht, über den halben Jahr oder fast der dreiviertel Jahr.

00:36:13: Und irgendwann habe ich auch festgestellt, dass es sich einfach nicht ändern wird.

00:36:17: Und dann hab ich's beendet, endgültig.

00:36:19: Mhm.

00:36:20: Und seitdem hab ich den auch blockiert und gelöscht und ganzen Chatverläufe und alles, weil ich ...

00:36:27: Ja,

00:36:27: ich war mir sicher, dass es einfach nicht das Richtige ist, obwohl ich das mir so gewünscht hab.

00:36:34: Möglicherweise ging's da aber auch nicht um ihn, sondern um das Gefühl, dass er ihn dir vorgerufen hat.

00:36:41: Ja.

00:36:42: Es ist schwer zu verstehen oder zu sehen, weil ... Ich ihn einfach ultra toll finde.

00:36:49: Und einfach aber auch wirklich sein Leben toll finde.

00:36:52: Und ja, das ist, wie du vorhin gesagt hast, ich such mir dann Menschen, die zu meinem äußeren Bild auch sehr gut passen und zu diesem Muster so.

00:37:04: Und das war bei dem einfach genauso, wie ich es irgendwie gewünscht hab.

00:37:08: Ja, das Problem ist halt, wenn man sich so sehr an Äußerlichkeiten abarbeitet.

00:37:15: verpasst man echte Connection.

00:37:19: Und die findet leider Gottes im Inneren statt.

00:37:22: Also jemand, der dich als Mensch wertschätzt und nicht wie du aussiehst, ist ja hunderttausendmal wichtiger.

00:37:33: So wie du es jetzt erzählst, würde ich fast annehmen, dass du so jemanden noch nie getroffen hast.

00:37:39: Weil du es möglicherweise auch gar nicht zulässt.

00:37:43: Ich weiß gar nicht, wie sich das anfühlt.

00:37:46: Wirklich nicht.

00:37:47: Ich denke auch viel zu viel über nach, wie ich aussehe, wie sieht er aus?

00:37:52: Wie sehen wir zusammen aus?

00:37:55: So, das gibt mir einen richtigen Kick, wenn ich jemanden date und ich mit dem draußen bin.

00:38:01: Was die anderen denken.

00:38:02: Was die anderen denken, wie gut wir gerade als Paar aussehen.

00:38:06: Das ist so einfach so krass in meinem Kopf.

00:38:10: Ja, aber gutes Aussehen, das weiß du selber.

00:38:17: hilft beim Leben natürlich schon.

00:38:19: Man kommt schneller voran, wenn man nicht aussieht wie ein Wurzeltroll, aber es hat keinen Wert.

00:38:27: Ich kenne die schönsten Menschen, die totale Vollidioten sind.

00:38:30: Und ich finde sie hässlich deshalb.

00:38:37: Wenn man sich nicht lieben lassen kann, weil man noch nie ... eine Bedingungslosigkeit erfahren hat.

00:38:43: Und das ist super schwierig unter Erwachsenen Menschen, weil es im Grunde die Bedingungslose Liebe so selten gibt.

00:38:52: Es ist immer ein Deal.

00:38:53: Aber bei Leuten, die so aufgewachsen sind wie du, also mit dieser starken Kontrolle, ist das noch mal ein Zackenschärfer.

00:39:05: Also, im Grunde wäre für dich gut, was unmöglich ist leider.

00:39:13: wie diese Dunkelrestaurant, weißt du, ein ganz dunkles Leben, sodass du wirklich

00:39:18: nur

00:39:19: fühlst und nicht denkst, nicht vergleichst, nicht guckst, sondern buchstäblich, wie im kleinen Prinzen mit dem Herzen siehst.

00:39:31: Ja, das wär ein gutes Training.

00:39:33: Das wär ein ganz tolles Training.

00:39:36: Hat Jochen Schropp nicht neulich in so einer Sendung mitgebracht, wo ... die die ganze Zeit im Dunkeln waren.

00:39:41: Ich glaube, ich weiß nicht mehr, wie das hieß.

00:39:43: So was bloß als Kennenlernphase.

00:39:46: Man muss sich damit bewerben.

00:39:48: Einfach im Dunkeln bleiben.

00:39:50: Das Übertragen ins reale Leben, das ist das, was nötig ist.

00:39:53: Wirklich in jeder Sekunde auch darauf achten, bist du jetzt in einer Performance drin?

00:40:01: Performt der andere vielleicht?

00:40:03: Was sagen die Leute überhaupt?

00:40:06: kommentieren die nur dann Äußeres.

00:40:08: Ich würde dir zum Beispiel unbedingt empfehlen, einfach als Selbserfahrung niemals dich aufzumotzen für Date.

00:40:16: Ich meine, es ist schwierig.

00:40:18: Du siehst halt auch ungeschminkt top, top, top aus.

00:40:22: Aber ... dich hässlich anzuziehen sinngemäß, so dass nichts ablenkt.

00:40:30: Weißt du?

00:40:31: Keine Show mehr.

00:40:32: Das

00:40:32: könnte ich gar nicht.

00:40:34: Ich gehe sogar manchmal extra ... Am gleichen Tag, eine Stunde vor dem Date, mir neue Sachen kaufen.

00:40:42: Ja.

00:40:44: Damit ich mich fresh fühle und so teuer oder irgendwie neu.

00:40:49: Neue Klamotten geben mir auch ultra viel.

00:40:52: Ist aber nicht so, als würde ich das nicht ... Ich seit Jahren bin ich da dran, versucht es abzulegen.

00:40:59: Auch ich hab's auch schon mal geschafft, mir ... Ja, fast ein Jahr oder so, nichts Neues zu kaufen und so.

00:41:04: Ich hab das sogar mal gemacht bei einem Date, das ich gesagt hab.

00:41:07: Ich fühl mich gerade total unwohl in meiner Kleidung, in meinem Aussehen.

00:41:11: Ich geh trotzdem hin.

00:41:12: Ich hab's überlebt, das war okay, aber es ist kein schönes Gefühl.

00:41:15: Es ist halt viel toller, wenn ich mich richtig schön fühle.

00:41:20: Ja.

00:41:21: Ja,

00:41:21: ähm ... Was ja neutral betrachtet auch logisch ist.

00:41:25: Aber es geht ja darum, dass du ... alles von dir zeigst.

00:41:31: Und nicht irgendwas drüber kippst, damit die Leute nicht sehen, wer du wirklich bist.

00:41:36: Das ist ja das, was dir beigebracht wurde.

00:41:39: Wenn du viel Glitter draufschmeißt, sehen die Leute nicht das Hässliche in deiner Familie zum Beispiel, diese Lieblosigkeit, dieses Kontrollierende.

00:41:49: Und wenn du das weiter machst, verhinderst du auch, dass jemand wirklich reingucken kann.

00:41:54: Weil die gucken wollen, die lässt du ja gar nicht ran.

00:41:57: Die sortierst zu schnell aus.

00:42:02: Es geht ja immer darum, Körper und Geist zu vereinen wieder.

00:42:08: Und wenn man ganz viel denkt, dann weiß man das zwar, aber es hilft überhaupt nichts im täglichen Leben.

00:42:14: Man muss ins Fühlen kommen.

00:42:16: Und dieses Gefühl kannst du nur haben, wenn du dich negativen Gefühlen aussetzt und die in Ruhe lässt.

00:42:25: Zum Beispiel, du gehst, was wäre für dich das schlimmste mögliche Outfit bei so einem Date?

00:42:31: Jogginghose.

00:42:32: Nö, auch das kann man ja schön machen.

00:42:35: Es wäre eigentlich etwas, was so komplett aus dem Trennfeld irgendwie, also keine Ahnung, irgendwelche braunen, zählen, latschen.

00:42:47: Wie heißt das?

00:42:49: Blöckfloppen?

00:42:49: Nee, diese Barfußschuhe zum Beispiel.

00:42:54: Oder irgendeine Hose, die so komplett unproportional ist.

00:42:59: So, ja.

00:43:00: Einfach so ein schlimmes Outfit.

00:43:03: Nicht, was nicht passt zu meinem Körper oder zum Trend.

00:43:08: Bei Barfußschuhen, muss ich sagen, wäre für mich auch eine Grenze.

00:43:13: Aber

00:43:14: ...

00:43:16: verstehst du, was ich meine, das klingt jetzt so weird.

00:43:18: Aber damit du nicht in der Situation kommst, wo du dich in die Schönheit retten kannst.

00:43:26: Ja.

00:43:27: Sondern du wirklich damit konfrontiert bist, dass du dich unwohl fühlst jetzt.

00:43:33: Und dann festzustellen, dass du dich unwohl fühlst.

00:43:36: Und das ist aber okay, blass es so, weißt du?

00:43:41: Ich glaube, wenn du weiter mit Glitter um dich wirfst, dann wirst du möglicherweise verhindern, dass jemand kommt, der nicht von diesem Glitter angezogen wird.

00:43:55: Du brauchst ja jemanden, der dich meint.

00:44:00: Ich denke mir auch immer, ich möchte einen Freund haben, der cool ist.

00:44:04: Und dann fragen meine Freunde mich immer, was meinst du mit cool?

00:44:08: Und dann denke ich immer so, das ist doch klar.

00:44:10: Also, wie jemand ja einfach cool ist.

00:44:13: Cooles Erscheinungsbild hat.

00:44:15: Ja,

00:44:15: aber cool bedeutet, die anderen denken, er ist cool.

00:44:19: Das bedeutet cool.

00:44:20: Genau.

00:44:21: Das bedeutet wiederum, die anderen denken, dass du cool wirst, weil du einen coolen Freund hast.

00:44:25: Ja, genau.

00:44:25: Also ist das ein Selbstwert-Thema.

00:44:27: Ich definiere

00:44:28: mich dann darüber.

00:44:29: Genau.

00:44:30: Und wenn ich jemand hätte, der nicht cool wäre, dann würde ich mich abwerten.

00:44:35: Du wertest dich aber nur ab, indem du jemand in dein Leben lässt, der dich nicht meint.

00:44:43: Das ist die maximale Abwertung, die man sich selber liefern kann.

00:44:47: Ja,

00:44:49: das stimmt.

00:44:56: Und die maximale Aufwertung ist dementsprechend, jemanden ins Leben zu holen, der dich meint.

00:45:01: Und der sagt, dich als Mensch finde ich so toll, dass ich gerne Zeit mit dir verbringen möchte.

00:45:08: Möglicherweise sogar lang.

00:45:10: Alles andere ist Quatsch.

00:45:15: Wenn du das so sagst, dann kann ich das einfach nicht empfinden.

00:45:20: Genau, weil du da eine riesige Betonmauer hast.

00:45:24: Und das ist aber der Zauber des Ganzen.

00:45:26: Du musst das Fühlen lernen und zulassen lernen.

00:45:32: Komm in meinen Retreat.

00:45:34: Das ist das Angebot, was dir machen kann.

00:45:37: Weil da geht es tatsächlich genau darum, für üben bei meinen Retreats.

00:45:42: Das kommt in das Gefühl, Lerne zu fühlen.

00:45:46: Da brechen so viele Mauern weg.

00:45:48: Es gibt so viele Erfolgstories.

00:45:50: Das ist der Wahnsinn.

00:45:53: Genau das machen wir.

00:45:54: Vier Tage lang.

00:45:55: Du bist so beworfen, beballert, dass du die Betonmauer nicht mehr aufrechthalten kannst.

00:46:02: Cool.

00:46:03: Das klingt gut.

00:46:04: Komm mal.

00:46:05: Cool.

00:46:08: Das Gute ist, dass dir nichts Schlimmes passieren kann.

00:46:13: Es kann ja nur besser werden.

00:46:16: Wenn noch schlimmer wäre, vegetieren, so wie deine Schwester es leider macht.

00:46:23: Gefühle bedrohne dich ja nicht, nur dass die Handlung, die du dem Gefühl folgen lässt, die kann Schaden anrichten.

00:46:30: Zum Beispiel, indem du dich hinhalten lässt von irgendeinem Typen, der sagt, die Sandi sieht so schön aus, mit der schmück ich mich jetzt mal.

00:46:38: Wie so eine Feder, die man sich in den Arsch steckt.

00:46:41: Gab es noch nicht so ein süßes Filmchen über drei Eulen?

00:46:45: und die eine Eule kam aus dem Nest und hatte so ein langes Stöckchen gefunden, hat sich das hinten... eingesteckt, vielleicht als Schmuck, keine Ahnung, was Eulen so machen.

00:46:55: Und die anderen zwei waren so verwirrte davon, haben sie so angeguckt mit großen Augen.

00:47:01: Das war total süß.

00:47:03: Die waren junger, so ein Nest.

00:47:06: Jedenfalls genau das machen die Leute mit dir, die schmücken sich mit dir.

00:47:10: Auch unbewusst, weil die wahrscheinlich genau das gleiche Thema haben, denken, ich habe eine schöne Freundin, also denken die Leute, ich bin cool.

00:47:17: So, die haben genau das gleiche Thema.

00:47:19: Wie du, bloß gemeinsam, versucht ihr dann, so cool zu sein, dass alles andere einfriert.

00:47:25: Das funktioniert nicht.

00:47:26: Oder gar nicht erst entstehen kann.

00:47:28: Das

00:47:28: wird ja nicht mal ein, das ist ja gar nicht erst da.

00:47:31: Weil ihr euch beide in so einem Vakuum befindet.

00:47:34: Meine Mutter hat sich auch immer mit mir geschmückt.

00:47:37: Ja, das macht sie heute noch.

00:47:39: Sie

00:47:39: sieht dann ... Die Situation und denkt sich, komm, wir müssen da kurz hingehen.

00:47:44: Ich muss dir jemand vorstellen.

00:47:45: Und dann schubst sie mich vor.

00:47:47: Wie so ein Zirkuspferd.

00:47:48: Ja,

00:47:49: dann steh ich da.

00:47:50: Und dann stehen alle um mich herum und sagen, schön, tolle Haare.

00:47:55: Wow, du wohnst in Düsseldorf.

00:47:57: Und du machst das und das.

00:47:58: Und dann geht's nur darum, wie toll alles ist.

00:48:01: Und ich denk mir so, Mama, what the fuck, hol mich hier raus.

00:48:06: Aber sie präsentiert mich richtig.

00:48:11: So wie die Männer dich präsentieren.

00:48:14: So wie dein Ex-Freund dich präsentiert hat.

00:48:19: Ja.

00:48:19: Unterstützung in dem Fall, also, wir danken ihm sehr, dass er dir alles gekauft hat und so, ist ja auch praktisch.

00:48:27: Aber Unterstützung wäre natürlich auch, ich bin dafür da, also dein Sicherheitsnetz, und ich gebe dir die Kraft durch meine liebevolle, mein liebevolles Sein, dass du das selber schaffst und dich richtig gut mit dir fühlst.

00:48:46: Und dann zurückblicken kannst du uns sagen, dieses Auto, dieses Telefon, diese Karriere habe ich mir selber erarbeitet.

00:48:52: Geschenke sind nichts wert, wenn sie nicht wirklich dich meinen.

00:48:58: Oder wenn die Leute das nutzen, um sich selber auch

00:49:01: zu schmücken

00:49:02: und

00:49:03: aufzuwerten.

00:49:08: Ich find's so schwer geworden, jemanden kennenzulernen.

00:49:11: Also, was heißt geworden?

00:49:12: Es ist irgendwie schon immer schwer gewesen für mich, aber ...

00:49:17: Warte mal, du hast eingangs gesagt, du lernst ständig jemandem kennen.

00:49:20: Ja, aber so richtig kennenzulernen, meine ich.

00:49:23: Das ist so schwer.

00:49:24: Wen triffst du hier in Berlin?

00:49:27: Was ist das für eine Geschichte?

00:49:28: Ja, der ist ... Ich kenne ihn aus einem Freundeskreis aus meiner Heimat.

00:49:38: Und ihn kenne ich aus der Heimat nicht, obwohl er auch aus meiner Heimat kommt.

00:49:42: Aber wir sind nicht zusammen.

00:49:44: Wir waren nicht in den gleichen Klicken.

00:49:46: Und ja, wir haben uns hier schon zweimal oder dreimal gesehen, bevor wir uns jetzt angefangen haben zu daten.

00:49:53: Und wir waren nachts feiern.

00:49:57: Und dann haben wir irgendwie direkt die Nacht miteinander verbracht und den ganzen Sonntag, bis ich wieder abreisen musste.

00:50:04: Ja, und er ist so ein Typ.

00:50:06: Er ... Wenn ich mit ihm Zeit verbringe, dann fühl ich mich so, wie ich mich fühlen möchte.

00:50:13: Also, es ist so, ich kann so unbeschwert sein und so auch diesen Inner-Freak rauslassen.

00:50:18: Und das gefällt mir immer sehr, wenn ich das kann bei Menschen.

00:50:24: Dann bin ich nach Hause gefahren und hab ihm gesagt, ich find ich gut, ich möchte dich kennenlernen.

00:50:31: Ja, und er war dann so, okay, wann sollen wir uns wiedersehen?

00:50:35: Und hat dann einfach was gebucht und es mich besuchen gekommen.

00:50:38: und hat direkt vier Tage bei mir verbracht, auch mit der Info so, ja, falls wir uns nicht verstehen sollten, dann gehe ich halt wieder früher.

00:50:45: Also, es war so unkompliziert und er hat es einfach gemacht und es fand ich so toll, dass er einfach eine Entscheidung getroffen hat.

00:50:55: Genau, und da bin ich gerade dran, weil ich das sehr gesund finde, wie wir uns kennenlernen.

00:51:01: Es fehlt mir voll dieses, du bist jetzt Mainz und ... Also, dass er das so sagt.

00:51:07: Wer würde so was sagen?

00:51:08: Ich habe so was noch nie gehört.

00:51:09: Ich will

00:51:10: auch nicht, dass jemand das zu mir sagt.

00:51:12: Voll.

00:51:12: Wenn das jetzt jemand sagen würde, dann würde ich es auch abschreckend finden.

00:51:15: Aber es ist halt sehr ...

00:51:16: Du bist das gewohnt, dass das ... Ich finde es

00:51:18: gewohnt, dass jemand so sicher ist direkt.

00:51:22: Und er möchte sich Zeit lassen, natürlich.

00:51:25: Wir wohnen ja auch nicht in der gleichen Stadt und deswegen braucht man auch einfach Zeit, sich kennenzulernen.

00:51:29: Und er will, dass das so organisch passiert und ... Ich bin innerlich schon so, ich hab schon siebentausend Unsicherheiten und denk mir so, okay, was ist, wenn du uns nicht wiedersehen, was ist, wenn du gar nichts Festes willst, was ist, wenn du ...

00:51:44: Was ist, wenn ihr euch nicht wiederseht?

00:51:46: Dann wird mich das wieder enttäuschen und dann würde ich wieder denken, ich hab's wieder nicht hingekriegt.

00:51:51: Ich hab jemanden kennengelernt und es ist nicht weitergegangen.

00:51:55: Ja, weil es vielleicht nicht passt.

00:51:57: Ja.

00:51:59: Oder weil du dich nicht echt gezeigt hast, ne?

00:52:02: Ja.

00:52:03: Du bist ja da auch komplizin in diesem ganzen Ding.

00:52:07: Du hast sicher eine Menge Mechanismen in der Hinterhand, die verhindern, dass jemand dich kennenlernt.

00:52:13: Mhm.

00:52:13: Showgirl.

00:52:15: Ja.

00:52:15: So, folgendes.

00:52:17: Du bist ja jetzt ein paar Tage hier, ne?

00:52:19: Wohnst du bei ihm?

00:52:20: Mhm.

00:52:21: Und wie fühlt es sich an?

00:52:23: Gut.

00:52:23: Ist er nett zu dir?

00:52:24: Ja, sehr nett zu mir, ja.

00:52:25: Aufmerksam?

00:52:26: Mhm.

00:52:28: Ähm ... Er kümmert sich gut.

00:52:31: Machst du so ein Quatsch, wie aufstehen und schminken, bevor er wach wird?

00:52:34: Nein,

00:52:35: nein,

00:52:35: okay.

00:52:40: Lass den Innerfreak raus.

00:52:42: Denn nur jemand, der den Innerfreak mag, meint wirklich dich.

00:52:46: Ja.

00:52:47: Ja?

00:52:48: Wie lange bist du noch hier?

00:52:49: Ich wollte heute abreisen.

00:52:52: Aber ich ... wir haben es noch nicht so richtig besprochen.

00:52:55: Ich fahre jetzt gleich zurück und dann ... Gucken wir mal.

00:52:59: Ich will ihm nicht auf die Pelle rücken, weil er auch arbeiten muss.

00:53:02: Ich bin dann selber unsicher und denk mir dann so, okay, ich geh lieber bevor ich dir zu viel werde.

00:53:08: Das ist auch so ein Talent von mir.

00:53:09: Ich werde nie jemandem zu viel.

00:53:12: Mhm.

00:53:13: Genau.

00:53:13: Aber mute dich den Leuten ruhig zu.

00:53:16: Denn in der Beziehung ist man eine Zumutung.

00:53:18: Manchmal.

00:53:19: Und das ist völlig okay.

00:53:22: Okay.

00:53:23: Wann ist dein nächster Job?

00:53:25: Ich hab eigentlich die ganze Woche noch frei.

00:53:27: So.

00:53:28: Pass auf.

00:53:29: Und da ist ja noch das Wochenende.

00:53:31: Besprich ist ehrlich mit ihm.

00:53:33: Wenn er dich nicht mögen sollte.

00:53:36: Was er sein kann.

00:53:38: Dann hilft es auch, würde sich nichts daran ändern, wenn du es nicht besprechen würdest.

00:53:43: Verstehst du?

00:53:44: Es wäre so.

00:53:46: Also hast du hier nur zu gewinnen, nichts zu verlieren.

00:53:49: Besprich das mit ihm und sagt, pass auf.

00:53:50: Ich will dir überhaupt nicht auf die Pelle rücken, weil ich das so gewohnt bin.

00:53:54: Ich bin maximale Pipi-Plieserin.

00:53:56: Ich finde, das Zirkus fährt in deinem ... oder ich war das Zirkus fährt in jedem Leben eigentlich, ne?

00:54:05: Showpony.

00:54:08: Ich fühl mich sehr wohl hier und das wollte ich dich einfach wissen lassen, also sinngemäß.

00:54:16: Sag mir mal, weil wir es nicht so genau besprochen haben, wie lang soll ich denn noch bleiben?

00:54:23: Oder wie lange findest du gut?

00:54:25: Weil es ist ja auch trotzdem, also mir geht es zumindest so, ich hab nicht so gerne lang Besuch, weil mich stresst es einfach, wenn jemand die ganze Zeit in meiner Wohnung rumrennt.

00:54:36: Ja.

00:54:37: So, auch wenn ich die Leute super gern hab.

00:54:40: Soll ich mal einfach besprechen.

00:54:41: Gibt Leute, die halten das super aus, dann gibt's Leute, die so wie ich, ich find das nach drei Tagen, klingt's anzustinken.

00:54:48: Fisch.

00:54:49: Genau.

00:54:51: Ich mag das nicht.

00:54:55: Aber du sprichst das.

00:54:57: Du musst sowieso lernen, dich buchstäblich zuzumuten.

00:55:02: Auch mit deiner Bedürftigkeit.

00:55:04: Du kannst sie mir auch erzählen.

00:55:05: Pass auf, ich war hier bei dem Podcast.

00:55:07: Ich hab mir das schon erzählt.

00:55:09: Genau.

00:55:09: Ich hab festgestellt, ich hab so an mir vorbeigelebt.

00:55:14: Und hab auch Beziehung.

00:55:15: Red doch mit ihm darüber, was wir heute besprochen haben.

00:55:18: Damit er versteht, wer du überhaupt bist.

00:55:21: Ich hab schon öfter angeteasert, was ich für Themen habe.

00:55:26: Ich weiß nicht genau, er ist nie so richtig drauf eingegangen oder hat viele Fragen gestellt.

00:55:31: Ob das so einfach nicht sein Ding ist oder ob er's zu früh findet.

00:55:36: Aber ich hab das sogar ... richtig gut übernommen in meinen Leben, in meinen Dating-Leben, Männern direkt zu sagen, was ich für Themen habe und auch zu sagen, so, pass mal auf, ich möchte jemanden ernsthaft kennenlernen und keine Lust auf Oberflächlichkeiten und ich arbeite daran.

00:55:51: Also, das hab ich alles immer,

00:55:53: finde ich, gut

00:55:53: kommuniziert.

00:55:55: Und es tut gut, weil man so ... ja, Früh halt erkennen kann, ob die Person eigentlich was für einen ist.

00:56:04: Genau.

00:56:05: Aber es ist trotzdem schwierig irgendwie gefühlt manchmal von Männern, weil sie dann immer so dieses ... Also mit einer Freundin kennt man ja, du redest über so was und man fängt direkt an, ne?

00:56:18: Man tauscht sich aus, man geht so richtig, man macht so einen Deep Dive in diese Emotionalität.

00:56:25: Und beim Mann ist es so, man tastet sich da so ran und dann überlegt, guckt man, ist der überhaupt emotional so ... Weil, dass er so was verstehen kann, ist er interessiert daran.

00:56:35: Und oftmals ist dieses Interesse halt nicht da.

00:56:38: Habe ich so die Erfahrung gemacht.

00:56:40: Weil sie sich denken, ich brauche jetzt auch nicht gerade so ein Thema jetzt, so ein Familien, so ein schweres Thema, dass sie einfach eine gute, lockere Zeit

00:56:48: haben.

00:56:49: Genau, aber das brauchst du nicht.

00:56:51: Du brauchst keine gute, lockere Zeit.

00:56:53: Gute, lockere Zeit bedeutet für dich nämlich, dass du nicht du selber sein darfst.

00:56:57: Du hast schwere Themen und du bist belastet.

00:57:01: Und darum brauchst du jemanden, der damit umgehen kann.

00:57:04: Er muss nicht viel sagen können.

00:57:08: Vielleicht hat er keine Sprache dafür, aber er muss zuhören.

00:57:10: Und er muss interessiert sein an dir.

00:57:14: Und wenn das nicht ist, dann ist es nichts.

00:57:17: Du brauchst jemanden, der dich auch mithalten kann.

00:57:23: Und woran erkenne ich das, dass jemand Interessiertes an mir, also an diesen Themen auch?

00:57:29: Indem du dich ehrlich zeigst, zum Beispiel, wenn du jetzt zu ihm kommst und sagst, pass auf, dies und jenes ist mir aufgefallen.

00:57:37: Kannst du das nachvollziehen?

00:57:39: Was denkst du darüber?

00:57:41: Wenn er dann sagt, keine Ahnung, ich will jetzt eigentlich Burger essen gehen.

00:57:45: Schon enttäuschende Antwort irgendwie.

00:57:48: Ja.

00:57:50: So.

00:57:51: Und ich finde, wenn man schon ein paar Tage miteinander verbracht hat, dann ist man schon in der Lage, ein Deep Dive zu machen.

00:58:00: Wie gesagt, man muss nicht den Anspruch haben, dass der alles versteht.

00:58:04: Vielleicht hat er sich damit noch nie auseinandergesetzt.

00:58:07: Vielleicht hat er große Ängste.

00:58:10: Sicher sogar haben ganz viele.

00:58:11: Es

00:58:12: gibt auch Menschen, die haben diese Probleme in der Familie auch nicht.

00:58:15: Und dann können die das gar nicht so nachvollziehen, wie es ist, wenn man so kaputt ist irgendwie.

00:58:20: Aber vielleicht ist es einfacher dann zu verstehen, wenn du nicht sagst, meine Familie ist kaputt, sondern das Verhalten meiner Familie hat folgende Themen in mir ausgelöst.

00:58:29: Irgendwie so, dass du wirklich bei dir bleibst.

00:58:32: Und du kannst ja auch soft anfangen, zum Beispiel.

00:58:35: Ich hab festgestellt, ich hab mich noch nie wirklich gezeigt, so wie ich bin.

00:58:39: Ich hab immer das Gefühl, dann werd ich abgelehnt.

00:58:43: Damit kann man doch was anfangen.

00:58:44: Weil das kann jeder nachvollziehen.

00:58:47: Egal, ob die eine komplizierte Geschichte haben oder nicht.

00:58:52: Ja.

00:58:53: Also, dass man einfach die Leute auch trifft, in dem Entwicklungsstadium, in dem sie sich gerade befinden.

00:59:02: Aber wenn jemand sagt, nee, also ganz ehrlich, jetzt bist du ja so ernst plötzlich, das find ich aber doof, dann ist es nix.

00:59:10: Ja, mir reicht es aber als Ablehnung auch schon, wenn jemand da nicht wirklich Gegenfragen stellt oder das so mäßig nur so hinnimmt und mir zwar ein gutes Gefühl gibt, aber gar nicht viel darüber sprechen möchte.

00:59:23: Das fühlt sich auch schon ablehnend an.

00:59:25: Aber es muss keine Ablehnung sein.

00:59:28: Manche haben wirklich keine Sprache.

00:59:29: Okay.

00:59:31: Ich hab auch ... ich hab ein Partner, der ist dann so spürbar getroffen und auch emotional engagiert, aber der hat gar keine Sprache dafür.

00:59:41: Der weiß überhaupt nicht, was er sagen soll.

00:59:45: Aber du spürst, dass er dir da auch schon begegnen kann auf dieser Höhe und irgendwie dir gefühlsmäßig was zurückgibt?

00:59:52: Ja, also ... natürlich nicht so.

00:59:55: Ich weiß, was du meinst, diese Gespräche mit Freunden, die sofort so ... Mit Fiebern und so, ja, das gibt es bei ihm auch nicht.

01:00:04: Aber ich weiß, dass er emotional eine Bank ist.

01:00:08: Ich würde mir mehr ... Worte wünschen, ja.

01:00:13: Total, definitiv.

01:00:15: Ich weiß aber auch, er sagt immer, du weißt ja, woher ich komme.

01:00:20: Und dann sag ich, ja, stimmt.

01:00:21: In der Familie wird gar nicht geredet über irgendwas, was schlimmer ist als ein kaputtes Auto.

01:00:29: Das muss man auch in die Rechnung mit einbeziehen.

01:00:33: Das ist einfach so.

01:00:37: Wichtig ist, dass du wirklich darauf achtest, was in deinem Körper passiert.

01:00:45: Und wenn du Ablehnung fühlst, dann nimm das erst mal hin.

01:00:47: Aha, jetzt fühl ich mich abgelehnt.

01:00:48: Ist ja interessant.

01:00:50: Hm.

01:00:51: Wo fühl ich das?

01:00:52: Aha, hier sitzt das.

01:00:53: Wir

01:00:53: hatten vor drei Tagen, als wir uns gesehen haben.

01:00:57: nach der kurzen Pause, in der wir uns nicht gesehen haben, hatten wir ... ähm ... ja, diese ... diese Situation, wo man dann halt eben so intimer wird, muss ich anfängt zu küssen und so weiter.

01:01:13: Und dann ist mir so eingefallen, eigentlich war ja mein Plan, nicht direkt Sex zu haben.

01:01:21: Wenn man sich jetzt sieht, weil beim letzten Mal, als wir uns gesehen haben, nach dieser Pause, das ist jetzt halt so diese Thematik-fernbeziehung, Man muss da immer wieder reinkommen, gefühlsmäßig.

01:01:33: Beim letzten Mal, als es so war, hab ich hinterher gemerkt, ich wollte das gar nicht.

01:01:38: Ich wollte gar nicht so schnell intim werden.

01:01:40: Ich hatte vielleicht noch eine Nacht warten können.

01:01:43: Und hab dann auch danach eine Blasenentzündung bekommen.

01:01:48: Ich weiß nicht, ob das daran lag.

01:01:49: Aber ich merke immer in meinem Körperherk jetzt schnell auf so Sachen.

01:01:55: Wo du deine eigenen Grenzen überschreitest.

01:01:57: Genau.

01:01:58: Profi drin, meine eigenen Grenzen zu überschreiten.

01:02:02: Bewusst.

01:02:04: Genau, und jetzt vor ein paar Tagen ist genau das Gleiche passiert.

01:02:07: Ich hab das dann sogar kommuniziert und hab gesagt, ja, vielleicht warten wir noch eine Nacht.

01:02:14: Aber dann bin ich trotzdem, weil ich das ja wieder sehr gut kann, mich zeigen in meinem Ausdruck körperlich und in meinem, wie ich halt verführe.

01:02:29: dass man dann trotzdem angeheizt ist.

01:02:32: und dann ist es dazu gekommen, obwohl er gefragt hat, bist du dir sicher?

01:02:35: Und dann war ich mir plötzlich doch sicher und wollte es.

01:02:38: und danach, nachdem es passiert ist, nachdem wir miteinander geschlafen haben, habe ich so extreme Bauchschmerzen bekommen.

01:02:45: Ich bin zur Toilette, saß da und bin in Tränen ausgebrochen.

01:02:51: Ich habe so bitterlich geweint, dass ich duschen gegangen bin.

01:02:55: und mir die Haare sogar gewaschen haben, damit meine Träner mit diesem Shampoo weggespült werden.

01:03:01: Und dann kam der irgendwann in diese Dusche rein und er hat geklopft, kommt rein und fragt mich, ob alles okay ist.

01:03:08: Und ich habe mir natürlich gerade nur die Haare gewaschen und meine Tränen waren nicht sichtbar.

01:03:16: Ja, und dann aber trotzdem ... ihm gezeigt, dass es mir nicht gut geht und hab's irgendwie versucht zu erklären, aber ich glaub, er hat's nicht ganz verstanden.

01:03:24: Aber er war trotzdem für mich da und voll einfühlsam und hat mich getröstet.

01:03:28: Aber ich hab nur gesagt, ich hab Bauchschmerzen.

01:03:31: Und irgendwie ist in meinem Unterleib so viel Energie und blockierte Energie und ... ja, ich hab dann Thema, hab ich gesagt.

01:03:41: Er hat seine Hand drauf gelegt und hat mir Wärme gegeben, aber ... Ich hab einfach meine Grenze wieder überschritten.

01:03:49: Aber dann sagt das so.

01:03:51: Nicht blockierte Energie und so weiter.

01:03:53: Das ist ja alles so esotheokritisch.

01:03:56: Sondern sagt ihm, pass auf.

01:03:59: Ich hab meine Grenze überschritten.

01:04:02: Und das hat nichts mit dir zu tun.

01:04:05: Das ist mein Thema, weil er hat ja gefragt und so weiter.

01:04:09: Aber dann reagier ich sehr heftig.

01:04:12: Das reicht ja schon.

01:04:15: Man muss auch nicht immer alles reden, aber man muss wissen, was passiert.

01:04:18: Ja.

01:04:23: Das hat sich aber so ... Ich hab mir da wieder so leid getan.

01:04:28: Ich verfalle in so ein Selbstmitleid.

01:04:30: Das ist okay, du kannst dir doch leid tun.

01:04:32: Du hast deine eigene Grenze überschritten, da kannst du dir schon leid tun.

01:04:36: Das ist ja nicht gut.

01:04:40: Es ist immer eine Challenge.

01:04:42: Wenn man das nicht gelernt hat, dann, glaub ich, begleitet das einen das ganze Leben.

01:04:46: Ja.

01:04:46: Muss immer wieder gucken, wo ist meine Grenze.

01:04:49: Spür ich sie, halte ich sie ein und hinterher bewerten.

01:04:54: War das jetzt gut oder war das jetzt nicht gut?

01:04:56: Ja.

01:04:57: Wir machen das jeden Tag.

01:04:58: Es ist anstrengend, aber es geht leider nicht anders.

01:05:01: So, sehr richtig.

01:05:03: Und mein Vorschlag ist, du gehst jetzt, triffst ihn ja jetzt gleich, ne?

01:05:08: Du sprichst.

01:05:10: ein bisschen darüber, was dir so klar geworden ist noch mal.

01:05:14: Und dann sagst du, wir haben nicht richtig darüber gesprochen, wie lange ich bleibe, darüber würde ich jetzt gerne reden.

01:05:24: Und dann achtest du darauf, was in dir passiert, bitte.

01:05:27: Das ist sowieso das Wichtigste, dass du wirklich darauf achtest, was passiert im Körper und das nicht sofort ausagieren, sondern einfach kurz in Ruhe lassen.

01:05:38: Okay.

01:05:38: Und dann ... immer schauen, wo lenkt dich, wo lenkt dich das Zirkuspferdchen und wo findest du wirklich statt?

01:05:49: Wirst du gesehen, wirst du gesehen, wirst du gesehen?

01:05:52: Das ist die Frage.

01:05:53: Ja?

01:05:55: Okay.

01:05:56: Darf ich noch kurz fragen, wie spürt man das, ob man gesehen wird?

01:06:00: Ähm, das ist am Anfang ein bisschen trickreich.

01:06:03: Da musst du Körper und Kopf zusammennehmen, indem du analysierst, nicht überanalysierst, aber kurz auseinander nimmst, was die Person gemacht oder gesagt hat.

01:06:17: Und was das bedeutet, was ich versuche, währenddessen ein Beispiel zu finden, nehmen wir an, er sagt, ich muss arbeiten, aber ich würde mich total freuen, wenn du noch bleiben würdest, aber ich werde heute keine Zeit mehr für dich haben.

01:06:44: Weil arbeiten muss.

01:06:44: Da wirst du wahrscheinlich sagen, oh Gott, er will mich eigentlich gar nicht.

01:06:48: Er tut nur so als ob.

01:06:50: Eigentlich sollte ich besser meine Sachen packen und sagen, nee, sorry, ist ein Job reingekommen.

01:06:53: Ich muss jetzt doch gehen, ja?

01:06:54: Ja, genau so.

01:06:56: Genau so.

01:06:58: Indem du dann aber sagst, alles klar verstanden, ich kann mich sowieso Bombe selber beschäftigen, also musst du nicht aussprechen, freu ich mich.

01:07:07: Wir können ja überlegen, ob wir abends essen gehen oder so.

01:07:10: Fertig.

01:07:11: Fertig mit der Unterhaltung.

01:07:13: Er arbeitet, du machst irgendwas und abends geht er essen vielleicht oder bleibt zu Hause.

01:07:20: Schau einfach, wie sich's anfühlt.

01:07:22: Und wo du auch den Impuls verspürst, zu überreagieren.

01:07:28: Und das machst du mal nicht.

01:07:30: Ja.

01:07:31: Keine Rechtfertigung.

01:07:32: Keine

01:07:33: Rechtfertigung.

01:07:34: Keine Pipi-Plesing.

01:07:35: Und kein Pipi-Plesing, keine Konfliktvermeidung.

01:07:39: Zum Beispiel Flucht.

01:07:40: sich dem entziehen und so weiter, das auch nicht.

01:07:42: Sondern idealerweise benennst du im Kopf jedes Gefühl, was gerade kommt.

01:07:49: Ach, hallo, Ablehnung.

01:07:50: Hallo, ähm, Angst.

01:07:53: Hallo, denkst, ja.

01:07:54: So ein bisschen wie bei alles schäbt Kopf.

01:07:56: Und dann wartest du erst mal, was passiert im Kopf.

01:08:00: Okay.

01:08:02: Das ist eine gute Aufgabe.

01:08:04: Du schaffst das.

01:08:05: Danke, Paula.

01:08:07: Danke,

01:08:07: dass du gekommen bist.

01:08:08: Danke, dass ich hier sein dürfte.

01:08:10: Das war Paula Liebenlern und wenn ihr auch mal dabei sein wollt, dann schreibt mir am besten auf Instagram TheReal.

01:08:16: Paula Lambert bin ich da.

01:08:17: Ich freue mich auf euch.

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