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374 - Loslassen bedeutet nicht, dass man fällt

Shownotes

Der Mensch strebt nach Perfektion in Form, Ausdruck und Sein. Aber was passiert, wenn dieser Wunsch aus einer tiefen Unsicherheit gespeist wird, die so vieles verhindert, was Freude und Leichtigkeit bringen könnte? Fragen wir Elisabeth! Viel Freude beim Hören dieser Folge.

Selbstfürsorge bedeutet, auch den Körper mitzunehmen. Für mich ist femtasy das Beste, wenn es um die körperlichen Freuden für Frauen geht. Zu viel Stress, zu viel im Kopf? Du solltest dich in lustvolle Welten entführen lassen. Das Beste: Mit PAULAPARTY ist der ganze Monat für dich kostenlos. Erst danach kannst du dich entscheiden, ob du ein Jahresabo abschließen möchtest. Und dort bekommst du dann 25 Euro Rabatt! Viel Spaß! https://links.femtasy.com/Paulaliebenlernen-13012026

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen bei Paula Liebenlern.

00:00:02: Mein heutiger Gast ist Elisabeth.

00:00:04: Und sie hat eine Geschichte, die, ja, eine Krankheit beinhaltet, die schwer wirkt.

00:00:09: Aber wir basteln was richtig Schönes draus.

00:00:12: Ganz viel Spaß beim hören.

00:00:22: Herzlich willkommen, liebe Elisabeth.

00:00:24: Hallo, liebe Paula.

00:00:25: Es ist früh am Morgen.

00:00:26: Die Bergserene dröhnt.

00:00:28: Die tut sie nicht mehr nebenan, wurde gebohrt.

00:00:30: Und jetzt hoffen wir, dass das so einigermaßen soundmäßig hier in Ordnung ist.

00:00:34: Aber ich freue mich sehr, dass du extra angereist gekommen bist.

00:00:38: Was wollen wir besprechen heute?

00:00:40: Ja, also, mich hat eigentlich ein schöner Moment ganz explizit hergeführt.

00:00:44: Also, ein Moment, in dem ich ganz klar für mich war und mich gefragt habe, was möchte ich in meinem Leben, was macht mir Spaß, wofür brennig, was ist toll.

00:00:58: Und da kam mir ein, ich muss zur Powder an Podcast.

00:01:03: Und dass ich das einfach mache.

00:01:07: Die Geschichte dahinter ist, dass ich sehr gerne Geschichten von anderen Menschen höre, dass ich sehr gerne von Geschichten von anderen Menschen lerne und dass ich dachte, vielleicht ist es auch Zeit, meine Geschichte mal zu teilen.

00:01:20: Und am Ende hat mich das Leben dann hierher geschickt, weil ich oder zumindest eine der vielen Niederlagen, die ich so in meinem Leben mitnehme.

00:01:31: Und das war eine Krebsdiagnose diesen Sommer.

00:01:35: die sehr plötzlich für mich kam und wo ich in mir einen ganz großen Ruf und eine ganz große Sehnsucht nach mir selbst habe und Schwierigkeiten habe, diesen jemand zu finden oder diesen Raum zu öffnen und von dem ich weiß, dass er da ist und mich danach eigentlich so sehr sehne.

00:01:59: und jetzt mit das Leben quasi mit dem Zaunfall.

00:02:03: Das Interpretier ist für mich gezeigt.

00:02:07: Es ist Zeit, Elisabeth.

00:02:10: Und ...

00:02:11: Guck mir doch mal, würd ich sagen.

00:02:13: Mhm.

00:02:14: Was für eine Krebsjegner sagst du bekommen?

00:02:16: Ich habe Darmkrebs.

00:02:18: Genau, im Stadium IV wurde es festgestellt.

00:02:23: Und der Tumor war sehr groß.

00:02:26: Der wurde rausoperiert.

00:02:28: Ich habe die Chemotherapie hinter mir.

00:02:34: Genau.

00:02:36: Das ist so die Kurzfassung.

00:02:39: Wie ist die Prognose jetzt?

00:02:42: Die Prognose war quasi... Also es war so eine Überraschung, dass Bauchfellmetastasen nach der OP festgestellt wurden.

00:02:51: Also erst dies ist dann keine Metastasen da, also nicht an Leber und Lunge, wurde am Krebs zuerst hinstreut.

00:02:57: und dann kam so dieser Überraschungseffekt nach der OP, ach, da sind Bauchfellmetastasen und... Das habe ich auch ein bisschen unglücklich erfahren.

00:03:08: oder das wurde auch schlecht kommuniziert.

00:03:10: und ja, dann ist quasi mein Leben so richtig über mir eingebrochen.

00:03:17: und also die medizinische Prognose ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs zurückkommt, trotz Chemotherapie sehr hoch ist, wovon ich mich aber tatsächlich nicht unterkriegen lassen möchte, weil ich mir sage, ich habe die Chance.

00:03:41: Ich sehe eine Chance, dass es nicht so sein kann.

00:03:45: Und

00:03:47: ja,

00:03:47: dass ich irgendwo schon in mir drin denke, mein Körper kann ganz viel leisten oder ich hab ganz viel Stärke in mir und da will ich hin.

00:03:56: Und dafür ist für mich irgendwie so dieser Schritt.

00:03:59: Also dieser Prozess kam schon vor Jahren.

00:04:02: Es begleitet mich mein ganzes Leben, dass ich immer auf der Suche bin.

00:04:07: Und mich selber nicht spüren kann.

00:04:09: Selbst Liebe, Selbstzweife, Selbstunserheit.

00:04:13: großen großen raumeinnehmen und ich eigentlich weiß ich will das nicht mehr und schon so viel versucht habe dass das geht und das jetzt für mich also ab dem moment als ich das auch angenommen habe und gesagt habe so ich habe jetzt diese Diagnose aber schon gesehen habe es ist für mich eine Chance zum besseren und es ist für mich der ruf danach.

00:04:39: also wenn ich jetzt nicht mein lebende lebe fand dann

00:04:42: ja Wie alt bist du jetzt?

00:04:44: Ich bin vierunddreißig.

00:04:47: Okay.

00:04:48: Erzähl mir bitte mal von deinem Ursprung.

00:04:51: Wo kommst du her?

00:04:53: Mit wem bist du aufgewachsen?

00:04:55: Also, ich bin das dritte Kind von

00:05:00: drei,

00:05:01: also die jüngste.

00:05:04: Und ich habe quasi, also meine Kindheit ist halt so ein Achterbahn, die Achterbahnfahrt.

00:05:11: weil meine Mutti manisch depressiv ist.

00:05:17: Und ich verbinde mit meiner Kindheit ganz viel Hoch und Tiefs, ganz viel Angst, ganz viel Scham, ganz viel Schuld.

00:05:34: Aber gleichzeitig auch ganz viel Vertrauen und Getragensein.

00:05:39: Also irgendwie fühle ich schon so eine

00:05:40: ...

00:05:42: irgendwie so eine Anbindung an so ein gewisses Urvertrauen, das ich habe.

00:05:47: Auch so ein, doch auch so ein Punkt von Geliebtsein.

00:05:53: Aber diese ganzen Umstände und was meine Mutti nicht konnte und

00:05:58: was

00:05:59: unser Leben halt so geprägt hat.

00:06:03: Und ich glaube auch mich so, weil ich, glaube ich, sehr feinfühlig bin und da auch große Antennen habe.

00:06:11: Ja, das mich das... Jetzt hab ich den Faden verloren.

00:06:17: Du warst in deiner Kindheit.

00:06:19: Ja.

00:06:19: Wie du aufgewachsen bist.

00:06:21: Also, ja, dass ... Ja, dass das sehr, sehr schrecklich alles für mich war.

00:06:30: Gab es einen Vater, der mit euch geliebt hat?

00:06:33: Genau, mein Vater war so ... der Anker ein bisschen bei uns.

00:06:39: Also, der ... war da.

00:06:41: Und ... er war sozusagen ... die Konstante in unserem Leben.

00:06:47: in meinem Leben.

00:06:50: Und dann gab es halt quasi so die verrückte Mutter, die halt unberechenbar war und immer irgendwelche Hörngespinste verfolgt hat und alles durcheinander gebracht hat, so aus meiner Wahrnehmung.

00:07:01: Und er war eben der normale.

00:07:05: Und das war für mich so erstrebenswert, dieses Normalsein.

00:07:12: Und dann ist mein Fatih aber, als ich zwölf Jahre alt war, weggebrochen, also Er hat aus dem Nichts Gehirnbluten bekommen und ... ja, war von da an quasi ein ... Pflegefall.

00:07:30: Also, war lange im Krankenhaus, viele Rehas hat widersprechen gelernt, laufen gelernt, aber war nie wieder der Alte und ... konnte halt dann auch gar nicht mehr für uns da sein und hat dann quasi auch im ... im Heim immer gelebt.

00:07:47: Und dann wart ihr alleine mit eurer Mutter?

00:07:49: Und dann waren wir alleine mit ihr.

00:07:51: Wir haben auch mein Fatih tatsächlich gefunden.

00:07:55: Also meine Mutti war gerade in der Manie und irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs.

00:08:01: Und ja, ich kam von der Weihnachtsfeier aus der Schule nach Hause früh.

00:08:07: Das war mit Übernachtung.

00:08:10: Und so wie ich früh nach Hause komme, holen mich meine Geschwister, meine Schwester und sagen, Lisa wird, Lisa wird irgendwas ist mit dem Papa.

00:08:18: Ja,

00:08:18: und dann ... sind wir halt ins Schlafzimmer gegangen und der Lager halt neben Wett hat ganz ergizittert und war halt nicht ansprechbar.

00:08:31: und dann haben wir den Krankenwagen gerufen und dann wurde dann auch schnell noch Betubschrauber und so weiter weiter verlegt.

00:08:40: und ja.

00:08:43: Habt ihr eure Mutter dann erreicht irgendwie?

00:08:45: Die haben wir dann irgendwie erreicht genau und sie kam dann auch schnell zurück.

00:08:48: also das muss man ja auch wirklich immer zu gut erhalten, dass sie sich schon immer kümmert und da ist.

00:08:55: Und an dem Moment auch, wo sie ja irgendwie manisch noch war, dass ... ja, dann auch da ist und sorgt und ... am Ende auch immer für uns gesorgt hat, aber es war mir halt nie genug oder satt.

00:09:11: Es war halt auch nicht stabil und verlässlich für allen Dingen.

00:09:16: Du hast ... dann nämlich an die Schule dort fertig gemacht.

00:09:21: Wann bist du ausgezogen?

00:09:24: Ich bin dann mit achtzehn ausgezogen nach dem Abi und es war für mich so dieses Hinarbeiten.

00:09:31: Also ich hab mir halt Zeit meines Lebens als Kind gesagt, ich will normal sein und ich will mir ein ganz anderes Leben aufbauen.

00:09:43: Und das war für mich so ein großer Antrieb, dass ich ja sehr in sich gearbeitet habe, mir sehr viel Mühe gegeben habe in der Schule.

00:09:55: Und im Nachgang jetzt auch feststelle, ich habe das erreicht, aber es ist nicht das Leben, das mir entspricht, es ist dieses Leben, das auf Sicherheit beruht, auf schon auch Angst beruht, weil ich und auch vor allem so negativ behaftet von, ich will normal sein.

00:10:19: Daher habe ich mich eigentlich auch schon immer als Kind irgendwie anders gefühlt oder weiß irgendwie ...

00:10:24: Beziehungsweise normal gibt es nicht, du willst halt nicht so sein wie deine Mutter.

00:10:30: Genau, und auch das war auch immer so der Antrieb.

00:10:34: Daher habe ich auch viele Züge von ihr.

00:10:40: Ich hab, das klingt total bescheuert.

00:10:42: Aber es war für mich so eine Krücke, um da wegzukommen.

00:10:47: Es gibt in Berlin eine Kartenlegerin, ich hab das neulich in einem anderen Podcast schon mal erzählt.

00:10:53: Die wurde mir von irgendeiner Schauspielerin empfohlen.

00:10:56: Schauspielerin Münger, sowieso gerne.

00:10:58: Ja, das müßte schon so weiter.

00:11:01: Und die sagt, die geht zu Hexetania.

00:11:03: Ich weiß überhaupt nicht, wie die mit Nachnamen heißt.

00:11:04: Hexetania, halt, wenn man die googelt und Berlin findet.

00:11:07: Jedenfalls, die hatte so ein Ladenlokal, da war überall Schokolade, das war so ein bisschen so eine Hänsel- und Gretel-Experience, von da reinkommt.

00:11:15: Und dann legte sie mir die Tarotkarten.

00:11:18: Oder doch, ich glaube, es waren Tarotkarten.

00:11:20: Aber ohne die ... so richtig, so taro ich auszuinterpretieren, sondern sagte, das ist ja seltsam.

00:11:29: Da wo du liegen solltest, liegt deine Mutter.

00:11:32: Und witzigerweise war das genau das, was ich immer empfunden habe, nämlich anstatt so zu werden wie ich, habe ich meine ganze Energie darauf verschwendet, nicht zu werden wie sie.

00:11:45: Und das ist ein himmelweiter Unterschied gewesen.

00:11:48: Also ... Tarot hin oder her, aber das hat mir total geholfen, dieses Bild.

00:11:53: Natürlich.

00:11:54: Das war's.

00:11:56: Ja.

00:11:57: Und je mehr du versuchst, nicht so zu werden wie etwas, umso mehr näherst du dich dem natürlich an.

00:12:04: Weil die Energie in die völlig falsche Richtung geht.

00:12:07: Ja, das trifft sehr, sehr gut, weil ich mich einfach immer wieder in den Schleifern und in den Geschichten befinde, die ich mir immer wieder erzähle und die ich immer wieder drehe.

00:12:17: Welche sind das?

00:12:21: Wahrscheinlich schon hier und da so diese Leitgeschichte, dass ich mich immer wieder eigentlich in dem Leitbade oder gebadet habe.

00:12:33: Zwar immer wieder aufstehe.

00:12:34: Also ich habe eine immense Kraft, immer wieder für mich loszugehen.

00:12:39: Aber es ist einfach alles so anstrengend in meinem Leben.

00:12:42: Und mein Leben bisher, ich fühle immer nur Anstrengung und immer ich muss besser werden.

00:12:50: Es muss schwer sein.

00:12:51: Ich merke auch, dass ich mich manchmal nur im Leid spüre.

00:12:55: Also

00:12:55: ... Dann ist der Krebs ja superkonsequent.

00:12:59: Richtig, genau.

00:13:00: Und das ist für mich das Abbild meiner selbst jetzt.

00:13:05: Mhm.

00:13:06: Aber das Gute ist ... Ja, und ... Ich bin ein Krebses-Scheiße, da müssen wir nicht drumherum reden, ne?

00:13:15: Ich hab aber ganz oft den Eindruck, es klingt jetzt ... Nee, ich will auch nicht in so Verschwörungstürmchen abgleiten.

00:13:22: Aber oft ist ja so eine Botschaft dahinter.

00:13:26: Also, ich finde es manchmal verblüffend, wie passend die Krebsgeschichten sind zum emotionalen Erleben der Leute.

00:13:37: Also, darum ... ich weiß nicht, ob es heilen kann, aber ich glaube, dass es besser wird, wenn man das integriert und sagt, pass auf, Botschaft ist angekommen.

00:13:46: Ich verstehe das

00:13:48: jetzt.

00:13:48: Richtig.

00:13:49: Und das war für mich tatsächlich sehr schnell auch klar, weil ich da so aufgestellt bin und für mich ... war schnell klar, egal wie es ausgeht, aber es ist kein Zufall.

00:14:04: Also es ist für mich kein Zufall.

00:14:06: Ich war jetzt mal so eine und ich habe natürlich auch noch Essstörungen und gestörtes Körperbild mitgenommen, das gab es so.

00:14:16: Gut, das war so on top einfach.

00:14:18: Ist aber natürlich überhaupt kein Wunder bei der Geschichte.

00:14:23: Du warst ja in einem Umfeld aufgewachsen, wo du gar nicht sein durftest.

00:14:29: Du musst es dich unsichtbar machen, damit es überhaupt funktioniert.

00:14:34: Und viel Kontrolle, übernehmen, viel ... Ja, und diese ganze Abneigung hab ich eben auf mich und meinen Körper.

00:14:44: projiziert und deswegen denke ich mir, es ist auch kein Zufall, dass ich Darmkrebs bekommen habe und

00:14:51: kein anderen

00:14:52: mit diesem Essensthema auch.

00:14:54: Und ja, dann habe ich auch zwei wunderbare Kinder, die mich aber auch auf jeden Fall in den letzten Jahren gefordert haben bzw.

00:15:10: ich war in Therapie, dass ich eigentlich schon viele Jahre daran arbeite, und irgendwie versuchen mich so ein bisschen rauszumanefrieren aus meinen Mustern und ich weiß unheimlich viel.

00:15:23: Ich kann mir unheimlich viel selber erklären, aber das Fühlen, also der Zugang zu meinem Körper ist nicht da.

00:15:31: Und diese Erlaubnis, ich zu sein oder die Selbstliebe, was auch immer, da fehlt mir absolut der Zugang und ich bin so sehr im Kopf und ich weiß so viel vom Kopf und... Scheitert dann sozusagen an

00:15:51: ... an der Integration im Körper.

00:15:54: Ja.

00:15:54: Bist du der Vater der Kinder, seid ihr noch zusammen?

00:15:57: Ja.

00:15:58: Okay, wie geht der mit der ganzen Situation um?

00:16:00: Der

00:16:01: ist wacker an meiner Seite und nimmt mich mit meinen Verrücktheiten.

00:16:06: Und ... ist ... überrascht.

00:16:10: Weil du vorhin gesagt hast, du bist ein bisschen hocus-pocus.

00:16:14: Ich bin für so was zu haben.

00:16:15: Ich ... Ich spür da irgendwie Energien.

00:16:18: Ich spür, dass da manchmal mehr ist als Erklärung oder ... keine Ahnung.

00:16:25: Und so ist er zum Beispiel gar nicht.

00:16:26: Der ist so ganz bodenständig und so ganz ... auch sehr in seinen Routinen.

00:16:31: Und ja, und ich bin so ein bisschen ... deckwürdig gepaart dazu und hab, glaub ich, auch einiges an ... Feuer da in seinem Leben gebracht.

00:16:43: Was haben vielleicht meinen Mann gar nicht unbedingt will, aber ...

00:16:47: doch,

00:16:48: so in sich drin, glaub ich, ist es auch ganz gut für ihn.

00:16:52: Wie ist er denn mit der Kripsdiagnose umgegangen?

00:16:57: Also, gab's so ein ... auf das noch?

00:17:00: Oder ... Nee.

00:17:02: Wir schaffen das.

00:17:03: Also, ist er da so, geht er praktisch ran?

00:17:06: Wo ist er verzweist?

00:17:06: Er ist

00:17:07: einfach immer da.

00:17:09: Ja.

00:17:10: Strahlt einfach ganz viel Ruhe aus, und es ... wir gemeinsam, also, ich ... hatte Bauchschmerzen, blut im Stuhl, dann war ich bei der Darmspiegelung und dort wurde dann dieser riesengroße Tumor festgestellt und er hat mich abgeholt und wurde dann auch quasi mit zum Arztgespräch geholt.

00:17:36: Ja und dann war einfach ganz viel Stille zwischen uns, also es war so viel Stille zwischen uns.

00:17:43: und Also, da braucht es gar keine Worte, er ist einfach, er ist einfach da.

00:17:50: Und auch nicht der Mann der vielen Worte und großen Worte, das übernehme ich den Wort erfolgreich.

00:17:58: Aber der

00:17:58: Tat.

00:18:00: Genau, und schon immer der Tat, dass er immer da ist.

00:18:05: Ja, ist völlig okay.

00:18:08: Wenn du dich selber basteln würdest jetzt noch noch neu, auch für die Öffentlichkeit, also für deine Freundinnen und Freunde und so weiter, wie wärst du, wenn du frei wärst von all diesen Geschichten, die du dir erzählst, Liebe ist schwer, Liebe muss man sich erkämpfen, ich darf nicht frei sein, ich werde sicher wie meine Mutter, bla bla bla, alters.

00:18:32: Wie wärst du?

00:18:39: Ich wäre und bin ein ganz offener Mensch und liebe so diese Offenheit von, na hier darf sein, wie er ist und ich liebe so Lebendigkeit.

00:18:54: Ich liebe so, also ich liebe es jetzt auch zum Beispiel in Berlin zu sein, ich merke hier blüch, also generell so rauskommen, ich blühe dann auf, ich spüre mich, ich will Dinge ausprobieren und ich Ich möchte das auch gerne nach außen tragen.

00:19:15: Ich würde mich gar nicht mehr so klein machen.

00:19:20: Ich würde einfach zu mir stehen, zu dem, was ich mitbringe und würde halt irgendwie was Geiles draus machen.

00:19:30: Was würdest du beruflich machen?

00:19:33: Du hast die Wahl.

00:19:34: Also egal, ob das Geld bringt oder nicht, was würdest du tun?

00:19:40: Ich würde einen Job haben, wo ... Ich auf jeden Fall mir die Zeit frei einteilen kann, weil ich merke auch schnell, manchmal verausgabe ich mich auch schnell und dann zack, stelle ich fest, Akku ist leer, ups.

00:19:52: Also ich brauche das, glaube ich, so ein bisschen, dieses Selbsteinteilen und dann würde ich halt irgendwas machen, wo ich anderen Menschen Gutes tun kann, aber gleichzeitig auch viel von mir rausgeben kann.

00:20:07: Also ich will eigentlich anderen Menschen helfen, ich will anderen Menschen Mut machen.

00:20:11: Hab den Eindruck, dass ich sehr viel auch in anderen Menschen sehen kann.

00:20:17: Also, dass ich eigentlich jedem Menschen so denke, ach du bist toll und so stärken sehe und das...

00:20:26: Also ohne

00:20:26: Coach

00:20:27: werden.

00:20:27: Viel Spaß.

00:20:28: Aber der Coach klingt wieder so abgetroschen oder das...

00:20:32: Na ja, gut, aber

00:20:34: das...

00:20:35: Ja, aber alles andere klingt auch so seltsam.

00:20:38: Ja.

00:20:38: Lebens...

00:20:40: Mutmacherin, keine Ahnung.

00:20:43: Das bist du auch nicht.

00:20:43: Aber so in die Richtung zumindest.

00:20:45: Wahrscheinlich.

00:20:46: Was machst du jetzt?

00:20:48: Ich bin Lehrerin.

00:20:50: Was ja ungefähr das ist, du gibst ja den Leuten was, auch wenn du ihn nicht zuhören haltest.

00:20:55: Richtig.

00:20:57: In welchen Klassen bist du?

00:20:59: Grundschule ich.

00:20:59: Ich

00:21:00: hab die Ausbildung für Gymnasium gemacht und bin aber an der Oberschule und hab sozusagen Klassenstufe fünf bis zehn.

00:21:09: Die sind ja ganz cute.

00:21:10: Laut halt, aber niedrig.

00:21:12: Also, um es auf den Punkt zu bringen, ich möchte den Job nicht mehr.

00:21:17: Und das wirft jetzt gerade auch... Ja, das wirft mir jetzt auch sehr viele Fragezeichen auf, weil ich denke, wie soll es weitergehen?

00:21:30: Also, nur mal ein kurzer Ausflug in die Möglichkeiten der Schule, weil meine Kinder... waren, also einer ist ja schon fertig, auf einer Schule, die so reformpädagogische Ansätze hat.

00:21:44: Ist eine Katastrophe für den Junior, das passt eigentlich überhaupt nicht zu ihm, weil er sich gar nicht selbst organisieren kann.

00:21:49: Aber es gibt Kinder, die in diesem Umfeld sehr, sehr wachsen.

00:21:53: Die organisieren sich selber, die entdecken sich total.

00:21:56: Also was die alle haben, ist eine wahnsinnige Sozialkompetenz.

00:22:00: Also darauf bin ich echt stolz.

00:22:03: Aber ... Also alle Kinder auf dieser Schule, weil das wirklich da liegt der Fokus drauf.

00:22:10: Natürlich kann man Menschen zu Wissen verhelfen und wir sehen ja an der Weltpolitik, dass Weltoffenheit, Wissen erleben, unglaublich wichtig ist zur Charakterbildung und um ein guter, weiser Mensch zu werden, schlussendlich.

00:22:29: Man kann natürlich auch Systeme bauen, die nur Menschen anlocken, die auch wirklich wollen.

00:22:36: Und das geht auch schon in Jürgen Malta.

00:22:39: Ich sage nur, es gibt Möglichkeiten, da können wir auch nach Hannover sprechen, um etwas zu bauen, was beides vereint.

00:22:49: Aber ich verstehe, das ist natürlich brutal anstrengend zumal du da natürlich auch wieder in der Situation bist, wo du an dir vorbeilebst insofern, als dass du da auch nicht machen darfst, was du willst mit den Kindern, sondern halt, ne, Lehrpläne und so weiter.

00:23:06: Ähm, plus die meisten noch nicht verstehen, wie geil Schule eigentlich ist in dem Alter.

00:23:13: Da gibt's immer nur ein paar.

00:23:14: Und die teilweise sind da auch nur so engagiert, weil sie sonst nirgendwo Bestätigung kriegen, ne.

00:23:20: Also, das ist schon ein Dilemma, verstehe ich.

00:23:22: Okay, also du würdest mit Menschen arbeiten und sie, äh ... in ihre Stärken zeigen und ... müsstest da natürlich auch aufpassen, dass du dich selber nicht vergrillierst, ne?

00:23:36: Das heißt, schlussendlich kommst du ja gar nicht drumrum, jetzt unbedingt in das maximale Fühlen zu kommen.

00:23:42: Mhm.

00:23:44: So.

00:23:45: Ähm ... gab es ... so eine Diagnose ... gerade ... ja ... Stufe vier, das ist ja schon ... knacker.

00:23:57: Gab es in der Zeit einen Moment, wo du mit dir wirklich spürbar in Kontakt gekommen bist?

00:24:03: Wo du gemerkt hast, okay, das ist es.

00:24:07: Also ein ganz eindrücklicher Moment war, als ich mich selber entschlossen habe, die Chemotherapie zu beenden.

00:24:15: Also es waren zwölf Sitzungen angedacht, einfach bei der Größe des Tumors.

00:24:21: Es geht die Empfehlung dahin.

00:24:23: Und ja, ich hatte zwei Meinungen mir ärztlich eingeholt.

00:24:28: Die gehen auch so ein bisschen auseinander.

00:24:29: Also, zum einen war so, okay, drei Monate Schemo reichen.

00:24:35: Und das war von meinem Professor auch im Universitätsklinikum, der eher so den Weg vor, na ja, laut Studien passieren die meisten Erfolge in den ersten drei Monaten.

00:24:47: Alles, was man darüber hinaus macht, bringt.

00:24:49: wissenschaftlich gesehen oder Studienbasiert nicht so viel mehr Erfolg.

00:24:54: Deswegen kann man es auch dabei belassen.

00:24:57: Und dadurch, dass die Nebenwirkungen bei der Chemotherapie auch immens sind, muss man da einfach das Gut im Blick behalten.

00:25:04: Also es war mir eigentlich schon vorher so bisschen klar, zwölf Sitzungen werde ich wahrscheinlich nicht machen oder vielleicht auch nicht schaffen, einfach weil dann die Nervenschäden in Händen und Füßen auch zu stark sind.

00:25:16: Und das ist dann auch... irreversibel.

00:25:20: und ja, aber es war für mich auf jeden Fall ein riesengroßer Schritt, nach der achten Chemotherapie dann zu sagen.

00:25:33: Also ich habe das vorher schon immer so ein bisschen gefühlt und ich habe mich auch in einem gewissen, nach einem ganz schlimmen Tiefpunkt in der Chemotherapie, habe ich das ablegen können, die Angst ablegen können und habe gesagt, hier Ayan, das Leben wird mich führen.

00:25:54: Und ab dem Moment ging es mir so viel besser.

00:25:56: und dann habe ich tatsächlich, da habe ich mich so sehr gespürt.

00:26:00: und dann genau kam so dieser Moment, wo ich mich das immer wieder beschäftigt habe, wo ich dachte, was wenn jetzt Gesundheit für mich auf anderen Weg weitergeht.

00:26:12: Nicht mehr mit dieser Chemotherapie, was wenn ich weitermache und mir zu große Schäden an den Nerven einhole.

00:26:20: Genau.

00:26:22: Und damit bin ich so eine Weile gegangen und dann habe ich nach der achten diese Entscheidung getroffen.

00:26:31: Und das war krass danach.

00:26:34: Also da habe ich mich so sehr selbst gespürt und ich war so.

00:26:45: Also ich hatte so den Eindruck, das war so die mit einer der ersten Entscheidungen.

00:26:49: Da geht es ja wirklich um was und ich lehne ja auch wirklich keine Schulmedizin ab oder also das steht außer Frage.

00:26:56: Aber es war so eine große Entscheidung für mich, aber wo ich denn einfach gesagt habe, ich vertraue jetzt diesem Gefühl, was in mir drin ist und das mit das immer wieder leise zuflüstert.

00:27:07: Und es war ja auch, wie gesagt, medizinisch mit acht habe ich viel geschafft und auch die Onkologin ist fein damit und hat auch genauso gesagt, wir können Zwirfsitzung durchziehen oder es kann wieder kommen.

00:27:20: Also es ist sehr unberechenbar.

00:27:21: Ich brauche ja nicht sagen, Hättest du das mal gemacht, dann wär's in Sicherheit.

00:27:28: Die Garantie gibt's nicht.

00:27:29: Die Tumore sind raus, gerade alle.

00:27:31: Es ist alles

00:27:32: weg.

00:27:34: Nur mit dem Bauchfell weiß keiner, was dort los ist.

00:27:36: Aber damit bin ich jetzt auch ein bisschen fein.

00:27:41: Aber das war so ein Moment und dann bin ich raus, hat meine Sportsachen angezogen nach Hause.

00:27:49: Dann bin ich hoch aufs Feld gegangen und dann hab ich mich so sehr gespürt und dann ... kam auch mir einfach nur ein Ja ein.

00:27:59: Ich hatte das so leise und dann immer lauter und dann kam einfach nur Ja, bis ich es irgendwann sogar rausgeschrien habe.

00:28:09: Und ich irgendwie gemerkt habe, also irgendwie war so das erste Mal in meinem Leben so ein Ja da, dass ich dachte Ja, zu meinem Leben und dass ich mir in dem Moment bewusst wurde, wie sehr ich mein Leben als die Zeit immer abgelehnt habe und auch So glücklich, irgendwie in dem Moment war, weil ich dachte, ich sag grad, ja, zu meinem Leben, ich will dieses Leben jetzt wirklich, hab ich keine Ahnung, wie das funktionieren soll.

00:28:42: Und es kam auch auf jeden Fall der Einbruch wieder.

00:28:44: Also, das war dieser Moment des Fühlens.

00:28:47: Aber, na ja, zwei Tage später bin ich dann auch in dieses Schemoloch gefallen danach, was schon mal jemand so ein bisschen angedeutet hat.

00:28:58: Ja.

00:28:59: So diese Lehrstelle jetzt in dieses, was nun oder ... Jetzt tue ich auch nichts mehr, ja quasi erst mal aktiv.

00:29:07: Oder,

00:29:08: ja.

00:29:11: Aber du hast zumindest etwas, was du gespürt hast.

00:29:14: Ja.

00:29:16: Und das ist ja schon mehr als ganz, ganz viele andere Beschaffen.

00:29:20: Ja.

00:29:21: Aber was kommt mir immer ... Also mein ganzes Leben kommt mir wirklich so vor.

00:29:25: Ich fühl mir jetzt einen der Vergleich die letzten Tage, wie so diese Hundeleine von den kleinen Hunden, so dieses Schnapp.

00:29:32: Du kannst ein bisschen vorlaufen und zack, jetzt zieh ich dich zurück.

00:29:34: Und zack, jetzt.

00:29:39: Und so von meinem Wissen her sage ich mir auch, ich bin ja selbst dafür verantwortlich.

00:29:44: Ich führe das ja selbst herbei oder ich weiß auch, ich fühle mir so diese Höhen und Tiefen, wie sie mir an meine Mutter irgendwie hatte, führe ich mir ja selber herbei.

00:29:55: Und ich sabotiere mich halt ja irgendwie ständig selbst, indem ich ... mich irgendwie klein haltet, zurück halte, mich selber dann zurückziehe, aber wie kann ich dort?

00:30:07: Und ich will ja auch immer und im Kopf, ich will immer so gern und dann habe ich ganz viel gelesen und gemacht und denke so auch vielleicht hier in den Workshop und vielleicht dort ein Buch und am Ende ist es jetzt manchmal einfach sehr frustrierend, weil ich das in mir sehe und weiß, dass es da ist.

00:30:24: und ja, wo kommt's?

00:30:27: Wo?

00:30:28: Es ist halt kleinteilig, das ist das Problem, weil das so feinstofflich ist, was uns beigebracht wird als Kinder oder was wir aufschnappen.

00:30:40: Das muss man jahrelang üben, das ist das Problem.

00:30:44: Aber mir hilft es, wenn ich was Physisches in der Hand habe in solchen Momenten.

00:30:52: Weil das, was wir ... Also diese, diese Muster, den wir folgen, das ist ja nur ein Impuls, der wenig mit der Realität zu tun hat, ne?

00:31:01: So, also wir glauben, wir müssen uns in einer bestimmten Weise dem Schicksal beugen, weil so ist es halt, ne?

00:31:09: So war es immer schon, in unserer Familie ist es x, y und so weiter, ne?

00:31:14: Und... Das ist der Moment, wo wir verpassen, ins Gefühl zu gehen oder ins Fühlen, um uns wirklich mit uns selber zu verbinden.

00:31:25: Also, so funktioniert der Traumheilung.

00:31:27: Du vereinst Seele und Körper wieder miteinander.

00:31:33: Dieser Moment sind wenige Augenblicke.

00:31:35: Das ist jetzt nicht irgendwas, was über eine halbe Stunde läuft, sondern du kommst in eine Situation, wo du ... Nehme an, du drisst deine Mutter.

00:31:45: Hast du Kontakt zu ihr?

00:31:47: Grad nicht so.

00:31:50: Nehmen wir an, du triffst sie aus Versehen auf der Straße.

00:31:53: Die ist gerade voll ne Manie und du merkst schon, ich will weg, ja?

00:31:57: Das ist furchtbar, ja.

00:32:01: Möglicherweise wirst du dich dann in einer bestimmten Weise verhalten.

00:32:05: Entweder du versteckst dich oder du gehst zu ihr und sagst, hi, na und versuchst irgendwie Smalltalk zu machen, keine Ahnung.

00:32:13: Damit übergehst du ja deinen Impuls.

00:32:18: was du in dem Fall machen müsstest, für einen kurzen Moment, ist wirklich zu gucken, was dein Körper dir sagt, und zwar indem du rausgehst aus der Interpretation des Gefühls.

00:32:32: Also nehmen wir an, du kriegst Panik, wenn du deine Mutter siehst.

00:32:37: Panik ist ja erstmal nur ein Gefühl.

00:32:40: Ja, damit kannst du nicht so viel machen.

00:32:42: Das ist ein Wort, was man dem gegeben hat.

00:32:44: Das sitzt aber, das spürst du in deinem Körper, ne?

00:32:48: Und wenn du in diesem Moment nicht sagst, ich habe Panik, sondern das quasi so ein bisschen umdrehst und sagst, dieses merkwürdige Gefühl, was ich gerade habe, das sitzt in meinem Körper.

00:33:02: Aber wie fühlt sich der Körper eigentlich an dabei?

00:33:06: Ist der heiß, kalt, zieht der in irgendeine Richtung?

00:33:11: Zittert der, was auch immer.

00:33:12: Bist du raus aus dieser Interpretation?

00:33:15: Also, ne?

00:33:15: Weil du nimmst Panik, wenn du sagst, ich habe Panik, musst du ja eigentlich in einer bestimmten Weise reagieren.

00:33:23: Wein, die Pupillen weiten sich, die Haare stehen hoch, du willst dich verstecken und so weiter.

00:33:28: Wenn du aber sagst, alles klar, ich interpretiere das als Panik, wie fühlt sich mein Körper dabei an?

00:33:36: Ja?

00:33:38: Ich fange an zu schwitzen.

00:33:39: Interessant, meine Füße gehen langsamer.

00:33:45: Meine Hand, es wird jetzt nicht passieren, ich will diese Tür öffnen, wo du dich verstehen kannst, keine Ahnung.

00:33:50: Du verstehst, was ich meine.

00:33:51: Bist du sofort raus aus dieser Interpretation dessen, was du eigentlich tun solltest.

00:33:57: Ja.

00:33:58: Und kannst ganz bei dir bleiben.

00:34:01: Und dieser Prozess dauert wirklich nur ein, zwei Minuten.

00:34:06: schneller, logischerweise, aber bis es abgeschlossen ist.

00:34:10: Und das ist Zeit, die man immer hat.

00:34:13: Also, im Grunde ist der Trick auf dem Papier relativ einfach.

00:34:19: Du hast, ich bin wütend, ich bin traurig, ich bin ängstlich.

00:34:24: Ja, was auch immer man sich so sagt.

00:34:26: Ich bin chaotisch.

00:34:28: Aber was, wie fühlt sich mein Körper dabei an?

00:34:30: Das ist eigentlich die einzige Frage, die dir stellen muss, ne?

00:34:35: Der ... will sich hinsetzen, der ist plötzlich wie müde und so weiter.

00:34:43: Und wenn du dann raus bist aus dieser Interpretation, bist du auch automatisch raus aus dem Bedürfnis, dieses Gefühl nach außen interpretieren zu müssen, also auszuagieren.

00:34:56: Und wenn du das fleißig übst, das kannst du in jeder Situation machen, egal wie arg oder nicht arg, das ist.

00:35:04: Kriegst du relativ zügig ein Gefühl dafür, was dein Körper eigentlich braucht?

00:35:09: Also

00:35:10: sprich,

00:35:11: was du brauchst.

00:35:14: Weil dein Geist spielt dir Dinge vor, die ist das jenes, dein Körper aber nicht.

00:35:20: Meinst du, mein Körper spricht noch zu mir, weil ich, wie gesagt, sowas von ungeübt auf ihn zu hören und ich habe ihn immer ignoriert oder auch geknichtet, kann man schon so sagen.

00:35:33: Und ...

00:35:34: Gequält, hast du ihn.

00:35:35: Ja.

00:35:36: Ja.

00:35:37: Hör doch mal rein jetzt.

00:35:41: Spül mal rein, was gerade passiert.

00:35:49: Das fällt mir so schwer.

00:35:50: Ja, aber ... Also ... Nimm noch an, dass es dir schwerfällt, aber du kannst es trotzdem.

00:35:55: Es ist doch egal, ob es dir schwerfällt.

00:36:00: Also, ich muss jetzt natürlich drüber reden, weil es ein Podcast, sonst ist hier totale Stille.

00:36:04: Ja.

00:36:04: Aber wenn du ... jetzt in dich rein fühlst, bitte.

00:36:10: Dann wirst du vielleicht merken, dass der Körper ... keine Ahnung.

00:36:17: Was auch immer.

00:36:19: Ich fühle mich eigentlich gerade wohl.

00:36:21: Genau, aber dann kannst du auch fühlen, dass der Körper entspannt ist in diesem Stuhl.

00:36:27: Oder dass er sich warm anfühlt.

00:36:29: Oder ruhig, dass das Herz ruhig schlägt und so weiter.

00:36:33: Nee, es ist ja nicht.

00:36:35: Wir glauben immer, das ist sonst was für Zauberrei.

00:36:38: Ja, das stimmt.

00:36:39: So kompliziert ist das alles nicht.

00:36:42: Wenn du sagst, ich bin völlig dissoziert von meinem Körper, ja, ich hab ihn gequält und so weiter, ist das auch eine Geschichte, die du dir erzählst?

00:36:52: Ja, das stimmt.

00:36:55: So weit sind wir alle nicht weg von unserem Körper.

00:37:00: Also, es gibt ein paar Menschen, aber wirklich wenige, die sind so abgespalten, das wirklich gar nichts geht.

00:37:06: Gar nichts geht.

00:37:07: Aber das sind wirklich wenige.

00:37:11: Die Tür ist herauf.

00:37:12: Ich meine, der hat ja eine richtige Aufgabe für die Füße geklatscht.

00:37:18: Und da du auf dem Feld stehen konntest und dieses enorme Gefühl hattest, bist du schon drin.

00:37:24: Du darfst sie nur nicht immer sagen, nicht stimmt nicht.

00:37:28: Das mach ich schon die ganze Zeit.

00:37:30: Genau.

00:37:31: Dann hörst du

00:37:31: jetzt damit

00:37:32: auf.

00:37:33: Ja, du hörst jetzt damit auf.

00:37:34: Ich hör damit auf.

00:37:37: Da ist auch schon gleich wieder dieser Gedanke da.

00:37:39: Also, ich rede immer permanent, alles gleich wieder schlecht in

00:37:43: meinem ... Ja, genau.

00:37:44: Aber es kann ja aussprechen.

00:37:46: Dann korrigier dich.

00:37:49: Du bist ja vom Berufswegen die Korrektur gewohnt.

00:37:52: Und sagst du, nein, Elisabeth?

00:37:55: Das ist leider falsch.

00:37:56: Das machen wir nicht.

00:37:57: Das stimmt nicht.

00:37:58: Das

00:37:58: machen wir nicht.

00:37:59: Genau.

00:38:00: Und irgendwann hast du dich da umerzogen.

00:38:03: Aber es ist total wichtig, dass du jetzt ... da wirklich tief einsteigst, weil dein Körper schreit dich ja an, gerade zu.

00:38:15: Hast du Angst zu sterben?

00:38:20: Zurzeit nicht, nein.

00:38:24: Ich hab nur Angst, so weiterzuleben.

00:38:28: Mhm, gut.

00:38:30: Das ist ein Wahnsinnsmotor.

00:38:33: Ja.

00:38:35: Du kannst sofort aufhören, so weiterzuleben.

00:38:39: Das ist das Gute daran.

00:38:41: Ja.

00:38:43: Hast du noch mehr Tipps, wie ich so dieses Sprengen kann, dieses ... Weil ich eben so schnell zurückfalle und schnell dann wieder so im Alltag und dann die gewohnten Wege und dann ...

00:38:56: Sag mir ein Beispiel.

00:39:00: Na, ich weiß, ich habe hier ein tolles Wochenende und ich fühle mich total und ich hab so ... Ich wird's wie so ein Feuer so in mir beschreiben, so wo ich merke, das bin ich eigentlich.

00:39:13: Und ich weiß oder denke, ich werde zurückkommen.

00:39:17: Dann begleitet mich so das noch ein paar Tage und dann bin ich halt ganz schnell wieder so in meinen normalen Mustern drin, dass das so ein bisschen wieder allischt.

00:39:34: Also gleich mit einfach viel Abenteuerein oder...

00:39:41: Also, wie alt sind deine Kinder?

00:39:44: Klein, die sind zwei und fünf oder bald drei und fünf.

00:39:48: Also,

00:39:49: die haben Grundbedürfnisse, nämlich die brauchen körperliche Nähe von dir.

00:39:53: Die brauchen eine echte Mutter.

00:39:56: Das heißt, du kannst auch weinen, du kannst lachen und so weiter.

00:40:02: Und die brauchen Essen.

00:40:05: Und das ist warmes.

00:40:07: So.

00:40:09: Das ist relativ überschaubar.

00:40:13: Ja?

00:40:14: Es geht hier nicht um Perfektion.

00:40:17: Die müssen nicht in der bestimmten Weise gekleidet sein.

00:40:20: Die brauchen nicht Zehntausend Ausflüge.

00:40:22: Ihr größtes Spaß, den mein Kind als Baby hatte, war ein Tischtennisball in einem Schneebesen.

00:40:30: Das größte für den Lügen.

00:40:32: Lego und Duplo nicht.

00:40:33: Später kam das.

00:40:34: Aber das Ding.

00:40:36: Rappel, rappel, rappel.

00:40:37: Fertig.

00:40:38: Und eine kleine Schüssel mit Wasser.

00:40:39: Blitz, Blitz.

00:40:41: So.

00:40:44: Was uns meistens auffrisst, ist dieser Wunsch nach ... einem Bild, das wir nach außen geben.

00:40:49: Die Wohnung muss weihnachtlich geschmückt sein, die Kinder müssen Entertainment haben, eine bestimmte Art Spielzeug, ich muss backen, kochen, bla bla bla.

00:41:03: So, jetzt kannst du alles runterfahren.

00:41:07: Indem du fragst, was möchte ich denn jetzt?

00:41:12: Also die Grundbedürfnisse der Kinder, die müssen gedeckt werden.

00:41:15: Vor allem müssen sie wissen, du liebst sie sehr.

00:41:18: Ja.

00:41:18: Fertig.

00:41:20: Aber zum Beispiel Abendessen, eine der großen Fragen der Menschheit.

00:41:24: Was essen wir heute Abend?

00:41:26: Eine Frage, die so viel Gewicht hat.

00:41:29: So viel Schwere.

00:41:29: Das waren wir auch nicht klar.

00:41:31: Kann man zum Beispiel ganz einfach lösen, durch das, was sich modernen Pokeballs nennt.

00:41:37: Eigentlich ist es ja nur eine Schüssel mit allem, was man so hat.

00:41:41: Und das kannst du immer machen.

00:41:42: Unendlich.

00:41:43: Einfach eine Schüssel und dann schmeißt du alles rein, was du hast und was die Kinder mögen.

00:41:47: eine Basis, eine Protein und ganz viele Vitamine.

00:41:51: Obst, Gemüse, alles zusammen.

00:41:53: Völlig egal.

00:41:53: Zack, ihr Abendessen.

00:41:56: Kann jeden Tag machen.

00:41:57: Käsewürfel und Mango-Stückchen.

00:42:00: Und so.

00:42:02: Problem gelöst.

00:42:04: Wenn du dich zehntausendmal am Tag fragst, was möchte ich denn jetzt im Kopf?

00:42:09: Muss nicht immer laut aussprechen, aber hilft auch.

00:42:12: Mir hilft es immer, Dinge laut auszusprechen.

00:42:14: Kannst du dir immer eine ehrliche Antwort geben, indem du sofort auf den Körper hörst?

00:42:18: Der Körper sagt nämlich immer die Wahrheit.

00:42:22: Das kleine Kind kommt, ihm ist langweilig oder ihr.

00:42:27: Es ist quengelig, es sagt, bitte spiel Puppe mit mir, keine Ahnung, Tee trinken.

00:42:35: Was möchte ich denn jetzt?

00:42:38: Ich möchte eigentlich, okay, das wär jetzt ein unwahrscheinlicher Gedanke, aber sinngemäß, ich würde jetzt lieber malen.

00:42:48: Bei mir ist grad nach einem kreativen Ausbruch.

00:42:51: Dann sagst du, pass auf, Puppe spielen wir später.

00:42:54: Ich hab folgende Idee.

00:42:56: Kinder machen alles mit.

00:42:58: Alles.

00:43:00: Ja?

00:43:01: Und wenn du sagst, pass auf, ich bin total kaputt gerade, ich bin müde.

00:43:06: Wie können wir das gestalten, das ... Also, kindgerecht, ne?

00:43:11: Das für beides machen können.

00:43:12: Puppe spielen und schlafen.

00:43:14: So.

00:43:15: Ja.

00:43:17: setz dich an der ersten Stelle.

00:43:20: Was möchte ich?

00:43:21: Was brauche ich jetzt gerade?

00:43:22: Und findet immer eine Lösung.

00:43:24: Ja, das muss irgendwie ankommen bei mir, so dieses.

00:43:28: ich darf das.

00:43:29: Ich darf mich an der ersten Stelle setzen.

00:43:31: Ich räume das ein.

00:43:35: Ja, sag ganz einfach, was brauche ich jetzt?

00:43:38: Was brauche ich jetzt?

00:43:40: Egal, was der Alltag einem so vor die Füße schmeißt.

00:43:44: Das schlimmstmögliche Szenario.

00:43:46: Die Waschwaschine läuft aus.

00:43:48: Das war ein persönlicher Albtraum.

00:43:50: Ja?

00:43:52: Die Waschverschiene läuft aus.

00:43:55: Du möchtest Weinen schreien und trampeln.

00:43:57: Denkst, okay, ich muss das alles aufwischen und die genannte Wäsche, die da vorlag, wegräumen, bla, bla, bla.

00:44:03: Was brauche ich jetzt?

00:44:05: Ich brauche jetzt jemanden, der mir hilft und der mir Sicherheit gibt.

00:44:10: So, zack, Telefon raus.

00:44:12: Liebe Freundin Jutta, du musst bitte ganz, ganz schnell kommen.

00:44:17: Ich bin völlig verzweifelt.

00:44:18: Ich brauche jemand, der mir hier hilft.

00:44:20: Danke, bis später.

00:44:22: Klick.

00:44:23: So, weißt du?

00:44:27: Dass du verstehst, die Verantwortung, die du hast, ist relativ gering in Wahrheit.

00:44:35: Du musst den Kindern zeigen, dass du sie liebst, versorgen und für dich sorgen.

00:44:42: Und mit deinem Partner eine gute Beziehung führen.

00:44:45: Dem ging was natürlich auch eine Verantwortung.

00:44:47: Aber das ist alles nicht so, wir hauen uns viel zu viel drauf.

00:44:51: Ich auch.

00:44:52: Ja.

00:44:52: Immer noch.

00:44:53: Ich hab dieses Jahr ... Es gibt keinen krummen Weihnachtskram.

00:44:57: Ich hab gesagt, das wäre das, was mich jetzt am Ende des Jahres für euch über die Grenze schubst.

00:45:04: Gibt's nicht.

00:45:04: Fertig.

00:45:06: Glaubst du, irgendjemand hat danach gefragt?

00:45:08: Natürlich nicht.

00:45:09: Ich hab

00:45:09: immerhin schon mal den Wichtel gestrichen.

00:45:12: Erfolgreich.

00:45:13: Den Wichtel gestrichen?

00:45:14: Was bedeutet das?

00:45:15: Ich mach keinen

00:45:15: Wichtel dieses Jahr.

00:45:17: Ach so, dieser Scheiß elf an der Schärfe.

00:45:20: Was für eine Pest, Leute, hört auch für Jimmy's.

00:45:23: Was soll das?

00:45:24: Ich hab's schon wirklich die letzten zwei Jahre sehr gering gehalten.

00:45:27: Lass

00:45:27: es, lass.

00:45:28: Sprich noch nicht auf diesen Zug auf.

00:45:29: Ich

00:45:30: lass es auch.

00:45:33: Die Kinder, das ist der Renner.

00:45:34: Also ich hör jetzt immer so von alten, älteren Kindern, Schulkindern, die jetzt sich den Wichtel bei ihren Eltern einfordern von der Freundin, die Tochter.

00:45:42: Die hat sich von ihrem eigenen Tag in Grundschule eine Wichteltür gekauft, weil die gesagt hat, ich will auch so ein Wichtel.

00:45:50: Scheiße, das unterschätzt du, Paula.

00:45:53: Da bin ich grad so ...

00:45:55: Der Pistole wird voran vorbeigeschlittert, weil das ist Pistole auf die Post von den Kindern, das wollen wir alle.

00:46:00: Also, was manche Leute da anstellen mit dem Scheißwichtel, Wohnen umbauen, Chancen bauen, an denen der Wichtel runterhasen kann.

00:46:09: Nee, hab ich nie gemacht.

00:46:11: Es war schon relativ spartanisch, liebevoll, spartanisch.

00:46:15: Liebevolle Vernachlässigung.

00:46:18: Aber auch das fällt jetzt, diesmal weg.

00:46:21: Ja, der Wichtel ist in Urlaub gefahren.

00:46:23: Der hat gesehen, hier ist alles in Ordnung.

00:46:25: Vielleicht

00:46:26: schreibt er noch ein Brief.

00:46:27: Vielleicht lässt er auf einen Sturm.

00:46:28: Liebe Grüße, Wichtel.

00:46:30: Sorry, Leute, benehmen wir an.

00:46:33: Ja, okay.

00:46:34: Aber man kann ganz viel streichen, will ich nur sagen.

00:46:37: Also auch im Grunde ist das wahrscheinlich notwendig, überall.

00:46:42: Ja, weil wenn du im Service für andere bist, ist kein Platz für dich.

00:46:49: Und ich meine, was für eine größere Message kann einem das Leben geben.

00:46:54: Außer, Zeit könnte knapp sein, jetzt musst du's machen.

00:47:01: Ja.

00:47:04: Du, du, du.

00:47:05: Ja.

00:47:05: Ich, ich,

00:47:06: ich.

00:47:07: Das ist es jetzt.

00:47:09: Ja.

00:47:11: Wenn du Lust hast auf irgendein Ausflug oder schrille Hobbys anfangen willst, mach das.

00:47:18: Ja, das ist eigentlich Lust zu.

00:47:20: Was würdest du gerne machen?

00:47:23: Eigentlich würde ich gerne singen.

00:47:27: Singen doch.

00:47:29: Und dann geht's wieder so oder?

00:47:33: Es kostet Geld.

00:47:34: Ich bin jetzt mal in einem Chor gewesen und hab tatsächlich als kleiner Rampensau festgestellt, ich würde nicht in einem Chor singen.

00:47:43: Ich will gerne nur ich singen.

00:47:44: Also ich möchte irgendwie im Vordergrund stehen.

00:47:47: Also, ne war auch ne Erfahrung, war jetzt am Ende auch die Erkenntnis.

00:47:50: Ja, ist so gut.

00:47:52: Aber in einem Chor kann man halt kostenlos singen üben, ne?

00:47:55: Das ist insofern ganz gut.

00:47:58: Um dann später alleine oder demnächst.

00:48:00: Was du machen könntest, wäre zum Beispiel Straßmusik.

00:48:07: Krass.

00:48:08: Ja.

00:48:09: Ein bekannter von mir hat's in einer halben Stunde sechsundvierzig Euro verdient.

00:48:14: Und liebe Grüße gehen raus, aber so gut singt er jetzt nicht.

00:48:20: Ja?

00:48:21: Also, sorry, egal.

00:48:23: Was glaubst du, was das mit deinem Selbstbewusstsein macht,

00:48:25: wenn du dich

00:48:25: drausst?

00:48:26: Und schrauben.

00:48:28: Kannst du irgendein Instrument spielen?

00:48:32: Flockflöte.

00:48:33: Also, nee, ich bevorzuge die Bezeichnung Sopranflöte, weil ich hab's wirklich professionell gelernt mit Musikschule, mit Theorie und Praxisprüfungen.

00:48:43: Und nach der Sopranflöte kam auch die Altflöte.

00:48:47: Und ich greife mir bis heute an den Kopf, weil wir sollten alle ein Instrument lernen.

00:48:51: Mein Bruder sucht sich Schlagzeug aus, ziemlich cool.

00:48:54: Meine Schwester Klavier, sehr schön.

00:48:58: Mein Gott.

00:49:00: Ich wähle.

00:49:02: Jetzt lernst du dann auch noch in der Grundschule.

00:49:05: Da kam der auch nach der Blockwürttel.

00:49:07: Und

00:49:07: von so ein Haunt her ist das jetzt nicht so doll.

00:49:10: Und es verhindert Singen.

00:49:11: Sei mir ehrlich.

00:49:12: Also das geht ganz schwer zusammen.

00:49:13: Ja, richtig.

00:49:14: Also ich weiß nicht.

00:49:15: Folgende Idee.

00:49:17: Ja?

00:49:19: Ich glaube, das könnte gut ankommen bei den Leuten.

00:49:21: Du suchst dir irgendeine Freundin, die Gitarre spielen kann, leidlich.

00:49:24: Und ihr bastelt euch ein Schild.

00:49:27: Housewives of Dresden.

00:49:30: Und stellt euch in die ... irgendeine Fußgängerzone.

00:49:34: Und klampft euch ein zurecht.

00:49:39: Einfach so als Versuch.

00:49:41: Sucht euch ... also, jetzt Weihnachtszeit ist natürlich ... wäre perfekt, wenn ihr das noch schafft.

00:49:46: Und wie gesagt, der Anspruch darf nicht sein, es muss richtig gut sein.

00:49:50: Der Anspruch muss sein, wir trauen uns das zu machen.

00:49:54: Ja.

00:49:54: Ja?

00:49:55: Als Mutprobe im Grunde.

00:49:58: Schönes Schüsselchen hinstellen.

00:50:00: Und dann, keine Ahnung, so ein kleines Portfolio aus fünf, sechs Liedern, die man so mitgrüllen kann.

00:50:06: Sweet Caroline oder keine Ahnung.

00:50:09: Oder irgendwas Deutsches, was die Leute mitsehen können.

00:50:12: Oder Weihnachtslieder auch gut.

00:50:15: Und das dann machen.

00:50:17: Und ich kenne mich ja nicht aus, aber kann ich dort das Platzes verwiesen werden?

00:50:21: Klar,

00:50:22: aber mehr passiert auch nicht.

00:50:24: Dann sagen die bitte gehen Sie, sagst du ja.

00:50:25: Das ist kein Problem.

00:50:29: Ja, okay, dann geht's.

00:50:30: Sorry, klar.

00:50:32: Wir wollten nur ...

00:50:33: Braucht man dafür eine Genehmigung, oder?

00:50:35: Aber wie gesagt ... Das ist mir alles scheißegal sein können.

00:50:41: Natürlich.

00:50:43: Es ist mir alles

00:50:44: scheißegal

00:50:44: sein können.

00:50:45: Es ist völlig scheißegal.

00:50:46: Der besagte Bekannte, da kam eine alte Frau aus dem Haus und hat gesagt, ich gehe jetzt, ich ertrage das nicht mehr.

00:50:55: Und die hatte die Polizei gerufen, die Polizei sagte, nee, machen sie einfach weiter, ist mir erwurscht.

00:51:01: Ja, also Berlin halt, ne?

00:51:04: Darum, es kann nichts passieren, du wirst keine Strafe bekommen.

00:51:07: Die können sagen, gehen Sie bitte weg hier, haben Sie eine Genehmigung?

00:51:11: Nee, ja, dann gehen Sie bitte.

00:51:13: Wenn ich nicht verhaften, auch das wäre ein Erlebnis, ne?

00:51:16: Also, mit Handstellen, abgeführt.

00:51:20: Also, wie gesagt, es ... Das kostet nicht, sondern es bringt sogar Geld.

00:51:25: Und ich hab neuchen Interview gesehen mit der Kelly-Family, die ich noch in Bonn gesehen hab.

00:51:31: Da waren die alle noch ganz klein.

00:51:32: Die standen auf so einer Europalette in der Bonner Fußgängerzone.

00:51:37: Und die haben teilweise, hat irgendeine absurde Summe genannt, die die eingenommen haben pro Tag.

00:51:43: Als

00:51:44: zwanzigtausend Mark.

00:51:45: Das war irre für Geld.

00:51:47: Und na klar, wenn da zwanzigtausend Leute vorbei gehen, ihnen gibt ne Mark, kann schon hinhauen.

00:51:54: Aber jedenfalls, das wäre umsonst.

00:52:00: Und es hat super Zusatznutzen.

00:52:04: Du wirst mutiger, du machst was Lustiges oder hast was zu erzählen.

00:52:08: Abenteuer, du kannst singen, du stehst im Vordergrund, verdienst Geld und so weiter.

00:52:17: Es gibt für alles eine Lösung.

00:52:21: Was noch?

00:52:22: Hm.

00:52:25: Na ja, das fiel mir jetzt so spontan ein.

00:52:29: Abgemacht.

00:52:30: Abgemacht.

00:52:31: Hm.

00:52:32: Meine Assistentin wohnt in Dresden.

00:52:36: Die kann ich dann mal vorbeischicken und gucken, ob du wirklich da stehst.

00:52:39: Mach das.

00:52:41: Sonst, wenn du nie mal ... Erst mal

00:52:41: muss ich mir paar Leute ranziehen.

00:52:43: Ja,

00:52:43: genau.

00:52:44: Sonst kannst du an der Musikschule sagen, pass auf, brauch hier zwanzigjährige, die mit mir eine Straßenband gründen.

00:52:50: Zwei Stück oder so.

00:52:52: Da macht ihr das?

00:52:53: Eigentlich muss man es einfach nur machen.

00:52:55: Ja, oder ein Lieder von den Pokes singen, diese irische Band.

00:52:59: Einfach irgendwas rumgeröhlen, das ist völlig egal.

00:53:03: Do it.

00:53:04: Ja.

00:53:05: Ich war doch viel Kraft in die Stimme legen, ich war doch viel gefühlt.

00:53:08: Ja, na also.

00:53:10: Ja.

00:53:12: Kannst auch über sieben Brücken singen, weiß ich nicht.

00:53:14: Völlig wurscht.

00:53:15: Da muss schon was Fetziges her, aber ... Ja, nee.

00:53:20: Also, worauf du hinaus willst und was ... wenn ich mir selber schon eingekommen ist, ist einfach die Tatsache, ja, genau so was würde ich gerne

00:53:29: machen.

00:53:29: Ja, dann machst du verrückte

00:53:30: Sachen.

00:53:31: Verrücktes Tun, weil ich mich dort spüre und weil ich dort ... und eigentlich so bis in meiner Vorstellung da ja auch irgendwo Türen aufgehen, indem man irgendwie macht und geht und dich ...

00:53:45: Immer.

00:53:47: Immer.

00:53:48: Ja.

00:53:49: Und nehmen wir jetzt mal an, es wird ... schlimmer, ja?

00:53:53: Mit dem Krebs kann er sein.

00:53:55: Und du hast jetzt noch drei Jahre.

00:54:00: Dann füll doch diese drei Jahre mit so viel Spaß wie möglich.

00:54:05: Dinge, die du willst, weil du es noch nie gemacht hast bisher.

00:54:08: Du hast immer gemacht, was die anderen wollen oder was nötig war, um nicht in diesem Wahnsinn deiner Mutter zu fallen.

00:54:15: Aber finde doch deinen ganz eigenen Wahnsinn.

00:54:20: Kennt ihr die Elisabeth?

00:54:21: Die steht immer in der Fußgängerzone.

00:54:23: Ja, Wahnsinn.

00:54:24: Hab ich gesehen.

00:54:25: Weißt du, wie die Geschichte angefangen hat?

00:54:27: Und so weiter.

00:54:28: Drehst ne Legende.

00:54:29: Ich seh's schon.

00:54:33: Leute, die sich selbst leben, das sind die, an die man sich erinnert.

00:54:41: Und dass niemand wird doch hinterher sagen, Freddie Mercury, das war so ein merkwürdiger Typ.

00:54:49: Alle sagen, geiler Sängerei, der hat so ne Energie gehabt.

00:54:53: Aber warum?

00:54:53: Weil der, glaub ich, sehr nah an sich dran war, zumindest zeitweise.

00:54:59: Der hatte in den Siebzigern schon, das war ja ein Novum.

00:55:02: Diese Kostüme und diese Power, das hat nur Elton Johnsons gemacht.

00:55:06: Und David Bowie vielleicht.

00:55:07: Das sind alle, jeder kennt die.

00:55:10: Weil die so echt waren.

00:55:12: Oder also die haben natürlich Drogenproblemen gehabt und und und.

00:55:15: Aber zumindest diesen Teil von sich haben sie total ausgeliebt.

00:55:18: Mutig.

00:55:19: Ja.

00:55:22: Und ja, dort will ich eigentlich, also dort will ich hin.

00:55:26: dieser Weg von dieser kleinen Elisabeth, die ... Ich bin ja auch im People-Pleasing so ganz groß, also ganz weit schon.

00:55:34: Ja.

00:55:34: Und ...

00:55:36: Beerdige die doch.

00:55:38: Ich meine, musst dich irgendwann sowieso beerdigen.

00:55:40: Ob jetzt oder in fünfzig Jahren.

00:55:43: Beerdige die alte, kleine Elisabeth.

00:55:45: So, hab jetzt, da haben wir ne Neugeborene.

00:55:47: Kannst dich anders anziehen, kannst die Haare abschneiden, kannst die Bruse erferben, was auch immer du willst.

00:55:52: Ab jetzt ist doch sowieso alles scheißegal.

00:55:55: Richtig, eigentlich.

00:55:56: Eigentlich schon.

00:55:58: Ja.

00:56:00: Jetzt musst du ja so viel Leben reinpacken, wie nötig möglich.

00:56:05: Das ist die Message, finde ich.

00:56:07: Ja.

00:56:09: Jetzt kommt es vor.

00:56:10: Jetzt kommt es vor.

00:56:12: Oder ich finde, das ist, so kannst du diese Scheiße in doch was Positives drehen.

00:56:20: Also ich liebe ja auch diesen Nervenkitzel oder es ist ja auch eine Überwindung, jetzt hierher zu kommen und ... Also, ja, genau das lieb ich.

00:56:31: Und genau das verwehr ich mir dann so oft.

00:56:34: Und

00:56:36: eines kann ich dir ganz sicher sagen, du wirst nicht wie deine Mutter.

00:56:41: Du bist nicht wie deine Mutter.

00:56:44: Nee, ich schätze eigentlich auch die Seiten, die ich ... Also, die Sachen, die ich von ihr habe, die ich schätze und mag eigentlich an mir.

00:56:52: Ja,

00:56:53: dann sag denen das mal.

00:56:54: Ich mag euch.

00:56:55: Ich wär mich jetzt nicht mehr dagegen.

00:56:57: Die Craziness in mir darf raus.

00:57:00: Dass ich das wirklich abstelle, so dieses, ja, was könnten die anderen denken?

00:57:06: Und das kannst du doch nicht machen.

00:57:09: Die anderen denken hauptsächlich an sich.

00:57:13: Lass die Leute sich das Maul zerreißen, so völlig wurscht.

00:57:17: Find ich interessiert niemanden.

00:57:20: Das ist ja nur, also man weiß ja, dass dieses Tratschen ist ja gesellschaftlicher Kitt.

00:57:26: So haben die Leute das Gefühl, sie haben was Gemeinsam.

00:57:28: Das hat keinerlei Bedeutung.

00:57:33: Bist du noch im Schuldienst oder bist du gerade krankgeschrieben?

00:57:36: Ich bin krankgeschrieben.

00:57:37: Schade, weil ich hätte mir auch vorstellen können, dass du mit so einer Klampfe in den Unterricht gehst.

00:57:44: Sagst, kann hier irgendeiner Gitarre spielen?

00:57:46: Ich hab jetzt entschieden, dieses Blöde so nett, was wir lernen sollten, das singen wir heute.

00:57:51: Wir rappen das jetzt.

00:57:52: Welche Fächer machst du?

00:57:54: Deutschgeschichte.

00:57:55: Ah, siehst du?

00:57:56: Also, ich hab mich doch gebrochen.

00:57:58: Passt

00:57:59: doch

00:57:59: wieder.

00:58:00: Ja, warum nicht?

00:58:01: Was glaubst du, wie interessiert die plötzlich an Walter von der Vogelweide werden?

00:58:05: Was sonst keine Sau interessiert?

00:58:07: Da könntest du noch einen Ausflug machen in das schöne Mittelalter, ja?

00:58:11: Wie, stellt euch mal vor, ihr müsstet jemanden daten.

00:58:15: Und ihr müsstet singen.

00:58:17: Was würdet ihr denn singen?

00:58:18: Wie würde das klingen?

00:58:18: Schreibt doch mal was auf.

00:58:19: Das kann man doch geil machen.

00:58:26: Ja, also im Endeffekt sind dann halt wieder so viele Rahmen da, Alltagnoten einholen und so weiter.

00:58:34: Ja gut, aber vielleicht kann man das ja abschwecken irgendwie, sprich doch mal mit deiner Direktorin.

00:58:40: Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, einfach nur, weil Kinder sind natürlich ein hartes Publikum.

00:58:46: Und weil man sich vor Kindern ausleben kann, hat man ganz viel gewonnen, weil Kinder sind ja viel ehrlicher im Feedback.

00:58:57: Ja.

00:58:57: Kann man alles nutzen.

00:58:58: Das

00:59:01: habe ich Hausaufgaben.

00:59:02: Ja, wir verabrehen jetzt Folgendes, würde ich sagen.

00:59:05: Du suchst dir eine Freundin, die Gitarre spielen kann.

00:59:09: Oder deine Schwester mit einem Club-Keyboard.

00:59:12: Ihr geht in die Fußgängerzone.

00:59:15: Wir können auch Lieder hin und her schicken.

00:59:16: Ideen, was man gut singen kann.

00:59:19: Was jetzt auch nicht so Whitney Houston oder so, sondern so.

00:59:24: Gute, technisch okaye Lieder.

00:59:27: Und dann schickst du mir ein Video von der Aktion.

00:59:32: Okay.

00:59:34: Mal gucken, wen ich rankriege.

00:59:36: Ja, sonst gehst du an die Musikschule und sagst, pass auf.

00:59:39: Der Tod klopft an meine Tür.

00:59:42: Ich will jetzt jemanden haben, der Gitarre spielen kann.

00:59:45: Oder Kontrabass oder Keyboard, was auch immer.

00:59:48: Saxophon kommt mit mir, wir gehen in die Stadt und wir spielen.

00:59:54: Die reißen sich immer so was.

00:59:56: Ja.

01:00:00: Ja.

01:00:00: Also in dem Moment stellt sich so ein ... Ja, so ein Kribbeln ein, wenn wir beim Körper sind.

01:00:07: Da stellt sich das Kribbeln ein und so dieses ... Ach ja, je.

01:00:11: Aber eigentlich ... Was

01:00:12: wäre denn das Schlimme, was passieren könnte?

01:00:15: Nö, nicht.

01:00:17: Ich werd, wie gesagt, vielleicht das Platz ist verwiesen oder jemand guckt mich schief an, aber eigentlich hab ich ja genauso Lust auf dieses.

01:00:24: Wie geil wär das, wenn du vom Platz ist, verwiesen würdest?

01:00:28: Nennen mir einen in deinem Freundeskreis, der das Platz ist vergießen wurde.

01:00:32: So.

01:00:32: Das ist die erste.

01:00:34: Ja.

01:00:38: Ja.

01:00:40: Abgemacht?

01:00:41: Abgemacht.

01:00:42: Top.

01:00:43: Alles klar.

01:00:44: Sehr gut.

01:00:45: Vielen Dank, dass du da warst.

01:00:46: Danke, dass ich hier sein durfte.

01:00:48: Das war Paula Liebenlern.

01:00:50: Und wenn ihr auch mal dabei sein wollt, dann schreibt mir am besten auf Instagram.

01:00:53: The Real Paula Lambert bin ich da.

01:00:55: Und übrigens, ich geh auf Tourtickets.

01:00:57: Findet ihr in meiner Bio auf Instagram.

01:01:00: Ich freu mich auf euch.

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